Kategorien-Archiv Sachsen-Anhalt

VonMartin

Landesministerien beantworten Fragen junger Menschen zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“

Die Fragen resultierten aus der Workshop-Reihe „MitWirken! Deine Nachhaltigkeitsstrategie für Sachsen-Anhalt!“

Im Rahmen der Workshop-Reihe „MitWirken! Deine Nachhaltigkeitsstrategie für Sachsen-Anhalt!“ wurden durch das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ gemeinsam mit fast 140 jungen Menschen und weiteren Akteur*innen aus Sachsen-Anhalt die Nachhaltigkeitsstrategie das Landes untersucht.

Eine Dokumentation dazu findet ihr hier: http://kjrlsa.de/Abschlussdoku-WS-Reihe-MULE  
Die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt könnt ihr hier nachlesen: https://bit.ly/2RA8Rdo

Während der einzelnen Workshops wurden verschiedene Fragen zur Strategie erarbeitet, die im Anschluss an die dafür zuständigen Ministerien weitergeleitet wurden. Hier findet ihr nun den gesamten dazugehörigen Antworten-Katalog. Wenn ihr wollt, könnt ihr zu den jeweiligen Antworten Feedback geben. Nutzt dazu einfach die Kommentarfunktion. Wir leiten eure Anmerkungen an die entsprechende Stelle weiter.

Allgemeines an alle Ministerien

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr

https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=tSMod06Px0ClhfnlUBOTOxAqE6MxIeFGl6v7PTBXQWZUNUVQNUlER0o1MkxMUTM0UjVMSTZXT1lDUC4u

Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration

Ministerium für Inneres und Sport

Ministerium für Justiz und Gleichstellung

Ministerium für Bildung

Ministerium der Finanzen

Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

VonMichael

Stellenausschreibung im Projekt „Jugend Macht Zukunft“

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. sucht für das Jugendbeteiligungsprojekt „Jugend Macht Zukunft“ eine*n Mitarbeiter*in im Rahmen eines geringfüngigen Beschäftigungsverhältnisses von 48 Stunden pro Monat.

Das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ möchte die Beteiligung von jungen Menschen auf Landesebene in Sachsen-Anhalt stärken und sie im Land strukturell verankern. Dazu werden Veranstaltungen mit jungen Menschen und erwachsenen Expert*innen organisiert, die Verwaltung des Landes beraten und junge Menschen bei ihrer Beteiligung unterstützt.

Aufgaben: Kern des Aufgabenprofils sind organisatorische Tätigkeiten in enger Abstimmung mit den zuständigen Referent*innen:

  • Recherchen, Informationsaufbereitung und –verbreitung
  • Öffentlichkeitsarbeit (insbesondere Social Media)
  • Kommunikation mit Mitgliedsverbänden, Kooperationspartner*innen etc.
  • Unterstützung bei der Vor- sowie Nachbereitung von Veranstaltungen
  • konzeptionelle Entwicklung und Ausarbeitung von Materialien
  • Unterstützung bei der Konzeptionierung und Auswertung von quantitativen und qualitativen Fragebögen

Anforderungen:

  • MS-Office-Kenntnisse
  • sicherer Umgang mit Kooperationspartner*innen
  • grundlegende Kompetenzen im Umgang mit sozialpädagogischen Methoden (wünschenswert)
  • Erfahrungen im Veranstaltungsmanagement (wünschenswert)
  • Erfahrung mit (digitalen) Beteiligungsverfahren (wünschenswert)
  • Erfahrungen mit Konferenztools, wie z.B. ZOOM
  • Grundkenntnisse in der quantitativen und qualitativen Sozialforschung
  • Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Kommunikationsfähigkeit
  • Konzeptionelles Denken und Kreativität
  • Flexibilität, Engagement, Kritikfähigkeit, Verlässlichkeit in Bezug auf Absprachen

Diese Stelle eignet sich insbesondere als Nebentätigkeit für Studierende in Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften/Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik. Die Vergütung und Arbeitszeit erfolgt entsprechend den Richtlinien einer geringfügigen Beschäftigung. Arbeitszeiten sind individuell abstimmbar. Die Stelle ist auf Grund einer befristeten Förderung – bis zum 31. Dezember 2020 befristet – bei der angestrebten Fortführung des Projektes besteht Aussicht auf eine Verlängerung bis 31. Dezember 2021.

Der Minijob wird durch die Stiftung Demokratische Jugend gefördert.

Wir freuen uns über Bewerber*innen, die sich mit ihrem Fachwissen bei uns enWir freuen uns über Bewerber*innen, die sich mit ihrem Fachwissen bei uns engagieren möchten. Ihre aussagekräftige Bewerbung – ausschließlich per E-Mail mit einer PDF-Anlage (max. 3 MB) – richten Sie bitte bis zum 22.04.2020 an die Geschäftsstelle des:

Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V.
z. Hd. Michael Behr, Referent für Kinder- und Jugendbeteiligung
Schleinufer 14

39104 Magdeburg
E-Mail: michael.behr@kjr-lsa.de

Haben Sie noch Fragen? Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen gern per Mail unter der oben genannten Mailadresse zur Verfügung.

Hier finden Sie die Ausschreibung als PDF: http://kjrlsa.de/MinijobJMZ

VonInga

Aufwachsen in Sachsen-Anhalt

Teil 2 unserer Serie zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Unter welchen Rahmenbedingungen wachsen Kinder und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt auf? Der 7. Kinder- und Jugendbericht liefert hierzu viele Daten und Fakten. Einige dieser gucken wir uns heute näher an. Hierzu schauen wir neben der Jugendbefragung auch in die von den Verfasser*innen zusammengetragenen Daten im Teil A des Berichtes (Seiten 20ff.). Schwerpunkte setzen wir auf die Themen: Demografische Entwicklung, Familie und Armut.

Gibt es in Sachsen-Anhalt 2030 weniger junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren als 2015? So wie es jetzt ausschaut nein.







Die Bevölkerungsprognose (ursprünglich aus dem Statistischen Jahrbuch 2017) kommt zu dem Schluss, dass zwar die Gruppe der unter 10-Jährigen kontinuierlich bis 2030 abnimmt, dass die Anzahl der jungen Menschen zwischen 10 bis 25 Jahre bis 2025 jedoch sogar auf 274.106 Personen steigt und dann bis 2030 relativ konstant bleibt. Alle Zahlen gibt’s auf Seite 28. Positiv auf die Anzahl der in Sachsen-Anhalt lebenden jungen Menschen haben sich zwischen 2014 und 2016 die gestiegene Zuwanderung und die steigenden Geburtenraten ausgewirkt (Seite 24). Gleichzeitig machte die Gruppe der jungen Menschen (Diesmal betrachten wir diejenigen von 0 bis unter 28 Jahren.) im Jahr 2015 in Sachsen-Anhalt nur 21,7 % aus (Seite 24). Der 7. Kinder- und Jugendbericht fasst demnach auch treffend zusammen: „Aufgrund der kleinen und tendenziell weiter schrumpfenden Alterskohorten in Sachsen-Anhalt werden Kinder und Jugendliche im Vergleich zu anderen Altersgruppen zunehmend unterrepräsentiert sein.“ (Seite 28)

In etwas weniger als 2/3 der Familien wuchs 2017 ein Kind auf. Drei Kinder und mehr gibt es nur in 7,9 % der Familien in Sachsen-Anhalt (Seite 31). Der Anteil der Kinder, die bei nur einem Elternteil aufwachsen, steigt. 2017 wuchsen 27 % der Kinder bei Alleinerziehenden auf und damit mehr als jedes 4. Kind (Seite 30). Der Anteil der Alleinerziehenden schwankt dabei stark je nach Landkreisen.  So lag er bspw. im Burgenlandkreis mit 39 % im Jahr 2016 besonders hoch und in der Börde mit 20 % besonders niedrig (Seite 31). Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Lebensformen (verheiratete und nichtverheiratete Paare mit Kindern sowie Alleinlebende mit Kindern) kontinuierlich ab. So gab es 1991 noch in 46,1 % der Lebensformen Kinder. 2017 ist das nur noch in 23 % der Fall (Seite 29). Das bedeutet auch, dass immer weniger Menschen die Erfahrung machen, wie es ist, konkret mit jungen Menschen zusammenzuleben.

Die im Rahmen der Jugendbefragung befragten jungen Menschen geben mit einer sehr großen Mehrheit (90 %) an, dass die Familienmitglieder sich gegenseitig bei Problemen helfen. Immerhin 10 % geben jedoch an, dass dies nicht bzw. überhaupt nicht der Fall ist. Gefragt wurde auch, wie in der Familie mit dem Smartphone umgegangen wird. Hier stehen Regeln und das Smartphone als Anlass für Streit in dem Mittelpunkt. Wie dies aus Sicht der Jugendlichen aussieht, findet ihr auf Seite 82 des 7. Kinder- und Jugendberichtes unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Mitbestimmung ist für junge Menschen auch in der Familie ein wichtiges Thema. Wie viele junge Menschen in der Familien mitbestimmen können, wurde daher auch in zwei Fragen im Rahmen der Jugendbefragung zum Thema gemacht.

Basis für Partizipation ist es, dass alle in der Familie auch offen ihre Meinung sagen können. Dies ist in 84 % der Familien der Fall (vgl. Grafik). Die zweite Aussage zielt auf die konkrete Beteiligung ab und lautet „Bei uns zu Hause hat jeder die gleiche Stimme, wenn etwas entschieden wird, was für die ganze Familie wichtig ist.“ Dieser Aussage stimmen immerhin ‚eher‘ bzw. ‚voll und ganz‘ 2/3 der befragten Jugendlichen zu (Seite 82).

In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Als Referenzgröße können dafür unterschiedliche mittlere Einkommen herangezogen werden, z. B. das bundesweit mittlere Einkommen oder wie in der Grafik das für Sachsen-Anhalt. Legt man dieses Landesweite Mittlere Einkommen zugrunde, waren im Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt 14,3 % aller Menschen von Armut bedroht. Bei den jungen Menschen unter 18 Jahren sind es 20,5 %. Das heißt, jedes 5. Kind in Sachsen Anhalt ist von Armut bedroht. Guckt man sich die Entwicklung an, so fällt auf, dass dieser Wert zwischen 2012 und 2017 noch um 1,6 % gestiegen ist (Seite 52).

Aus Sicht des KJR LSA ist bedauerlich, dass der Bericht nicht auch die Gruppe der jungen Menschen der zwischen 18- bis unter 25-Jährigen mit in den Blick nimmt. Auf Bundesebene ist die Gruppe der 18- bis unter 25-Jährigen mit einer Armutsgefährdungsquote von 26 % (gemessen am Bundesmedian) die am stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe (vgl. Armutsgefährdungsquote gemessen am Bundesmedian nach Alter und Geschlecht im Zeitvergleich abrufbar unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Sozialberichterstattung/Tabellen/03agq-zvbm-alter-geschl.html, Stand: 31.03.2020). Allerdings erfolgt hier, anders als im 7. Kinder- und Jugendbericht auf Seite 53, keine Differenzierung der Gruppe der unter 18-Jährigen.

Die Jugendbefragung wollte von allen Teilnehmenden neben der Frage, wie sie ihre finanzielle Situation einschätzen, auch wissen, ob bestimmte Aspekte, die in der Regel von finanziellen Ressourcen abhängig sind, für sie möglich sind. Wie erinnern hier nochmal an die Grafik von eben. 20,5 % der jungen Menschen unter 18 Jahren sind von Armut bedroht, bei den über 18-Jährigen bis unter 28-Jährigen wahrscheinlich noch mehr. Dies wirkt sich auch auf die Möglichkeiten der jungen Menschen aus, z. B. in den Urlaub zu fahren oder ins Kino zu gehen. Und dies spiegelt sich wiederum in den Antworten der Jugendlichen (Seiten 401/403) wider.

Gleichzeitig macht dies aber auch deutlich, wie wichtig die Angebote der Jugend(verbands)arbeit insbesondere in den Ferien für junge Menschen sind. Ziel muss es dabei sein, die Zugangshürden (z. B. Teilnehmenden-beiträge) so gering wie möglich zu halten, um allen junge Menschen die Möglichkeit der Teilnahme zu eröffnen.

Spannend mit Blick auf die Möglichkeit, mit der Familie Urlaub zu machen, sind auch die Ergebnisse, die im Rahmen der Familienbefragung im Zuge der landesweiten Jugendhilfeplanung ermittelt wurden. 54 % der befragten Familien gaben hier an, regelmäßig einen längeren Urlaub (5 bis 14 Tage) zu machen. Mehr als 14 Tage konnten dagegen nur 13 % der Familien regelmäßig in den Urlaub fahren. 7,4 % gaben an, in den letzten 3 Jahren gar keinen Urlaub gemacht zu haben (Landesfamilienförderplanung, Seite 31, abrufbar unter: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/5_famgesjugvers/501/Jugendhilfeplanung/Gesamtbericht_Teilfachplan_Familie.pdf, Stand 31.03.2020).

Den 7. Kinder- und Jugendbericht findet ihr unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA.

VonPhilipp

Das Coronavirus und die Situation der Jugendarbeit

Im Rahmen des Coronavirus wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, um Mitglieder, Teilnehmer*innen und Mitarbeiter*innen nicht zu gefährden. Nach dem Verbot aller Zusammenkünfte von Vereinen, von Maßnahmen der außerschulischen Bildung und der Schließung von Jugendfreizeiteinrichtungen, ist ein großer Teil der üblichen Arbeit in Verbänden, Vereinen und Einrichtungen zum Erliegen gekommen.

Schon die Situation stellt große Anforderungen an Verbände, Vereine und Mitarbeiter*innen. Sie müssen die Arbeit digital am laufen halten, neue digitalte Formate testen um Kinder- und Jugendliche Freizeitangebote zu machen, Veranstaltungen absagen, Unterkünfte, Räume und Referent*innen stornieren und umplanen.

Gleichzeitig gibt es noch keine offizielles Zeichen, wie es weitergeht. Wie mit fehlenden Teilnehmer*innentagen, Öffnungszeiten, Personal-, Betriebs- und Ausfallkosten umgegangen wird.

Der Vorstand hat deswegen einen Beschluss zur aktuellen Situation gefasst und wir mit anderen Landesjugendringen zusammen einen Appell an die Jugend- und Familienminister*innenkonferenz gerichtet. Den Beschluss dokumentieren wir hier.

Der Beschluss des Vorstandes anlässlich der COVID-19 Epidemie

Die Folgen der Coronavirus-Epidemie (COVID-19) werden spürbare Auswirkungen auf die außerschulische Kinder- und Jugendbildungsarbeit im Land Sachsen-Anhalt haben. Wir betrachten die Entwicklungen mit Sorge und befürchten – teils aufgrund notwendiger Absagen von Seminaren usw. – einen massiven Rückgang der Teilnehmendenzahlen sowie ungeplante finanzielle Einbußen in der Bildungsarbeit.

Um die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt – als wichtige Orte  der Freizeit und  des außerschulischen Engagements junger Menschen – zu sichern, braucht es schnell eine Sicherheit für die regionalen und landesweiten Träger sowie ein geeignetes Maßnahmenpaket der Verantwortlichen.

Wir sehen folgende Handlungsbedarfe, sortiert nach zeitlicher Dringlichkeit:

  1. Eine Information der Träger, dass das Land und die Kommunen sie bei allen durch die Corona-Krise entstehenden verbandlichen Schwierigkeiten unterstützten werden.
  2. Die Sicherung der Liquidität der Träger durch schnelle und unbürokratische Wirtschaftshilfen, insbesondere der Jugendbildungsstätten, um deren Insolvenz zu verhindern. Wir unterstützen ausdrücklich den offenen Brief der Freizeit- und Bildungsstätten im Land Sachsen-Anhalt vom 19.03.2020 an die Landesregierung.
  3. Eine Zusicherung zur Förderung der Personal- und Betriebskosten bei allen per Verfügung geschlossenen Einrichtungen der Jugendarbeit.
  4. Eine Zusicherung, dass Kosten für digitale Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in einem angemessen Rahmen und im Rahmen der Zuwendung für die Träger als zuwendungsfähig anerkannt werden.
  5. Eine Regelung zur Zuwendungsfähigkeit von Ausfallgebühren im Rahmen der Zuwendung.
  6. Die Aussetzung der zu erbringenden Teilnehmendentage für die Jugendbildungsreferent*innen in 2020.
VonInga

Der Ring nimmt Stellung zur vorgelegten Evaluation der Jugendförderung des Landes gemäß § 31 KJHG-LSA

mit dem von der Landesregierung vorgelegten Evaluationsbericht zur Änderung des § 31 KJHG-LSA vom 31.08.2019 liegt eine umfassende und qualitativ gute Auswertung der Auswirkungen, der im Jahr 2014 durchgeführten Gesetzänderung vor. Aus Sicht des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. (KJR LSA) lassen sich hieraus folgende zentrale Schlussfolgerungen ableiten:

  1. Die Verankerung der Jugendförderung[1] im KJHG-LSA sowie die Bindung dieser Leistung an das Vorliegen einer aktuellen Jugendhilfeplanung und einer kommunalen Gegenfinanzierung hat sich als tragfähig und richtig erwiesen.
  2. In Bezug auf den Verteilungsschlüssel besteht Nachbesserungsbedarf. Hierbei ist insb. der ländliche Raum in den Blick zu nehmen. Die Evaluation empfiehlt zudem aufgrund der präventiven Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit von einer bloßen Umverteilung abzusehen und die Mittel im entsprechenden Maße aufzustocken.[2]
  3. Bezogen auf die verbandliche Kinder- und Jugendarbeit sind die Erkenntnisse unzureichend, dies deckt sich bezogen auf die kommunale Ebene mit den Erfahrungen des KJR LSA. Hier besteht entsprechender Handlungsbedarf.
  4. Die Verankerung der Dynamisierung, die von den Regierungsfraktionen 2018 beschlossen wurde und erstmals 2020 zum Tragen kommt, wird durch die Evaluation bekräftigt.[3] Um nachhaltig zu wirken ist jedoch aus Sicht der Praxis eine Höhe von mindestens 2,5% erforderlich.[4]
  5. Bezogen auf die kommunalen Jugendhilfeplanung gilt es den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen. Ziel muss es sein, gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten Standards und ein gemeinsames Datenkonzept für die Planung zu entwickeln.

Ihr wollt mehr Infos dazu: Hier geht es zu unserer kompletten Stellungnahme zur „Evaluation der Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (KJHG-LSA) vom 13.08.2014“

Den ganzen Evaluationsbericht findet ihr auf der Seite des Landtages unter: https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d5151lun.pdf (Stand. 12.02.2020)


[1] Die Jugendförderung erfolgt gemäß § 31 KJHG-LSA als Zuweisung des Landes an die Landkreise und kreisfreien Städte abhängig von der im Gebiet lebenden jungen Menschen im Alter von 10 bis 27 Jahre zweckgebunden für die Bereiche Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII), Jugendverbandsarbeit (§ 12 SGB VIII), Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII) und erzieherischer Kinder- und Jugendschutz (§ 14 SGB VIII)

[2] Vgl. Evaluation der Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (KJHG-LSA) vom 13.08.2014 DS des Landtages von Sachsen-Anhalt Nr. 7/5151 vom 29.10.2019 / kurz: Evaluation KJHG-LSA S. 141

[3] Vgl. Evaluation KJHG-LSA S. 143

[4] Vgl. Informationen unter: http://kjrlsa.de/petitionjugendarbeit (Stand 21.01.2020)

VonInga

Onlinebeteiligung zum Jugendpolitischen Programm gestartet

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration hat eine Online-Beteiligung gestartet, um herauszufinden, wie junge Menschen in Sachsen-Anhalt konkret daran beteiligt werden wollen.

➡️ Bis zum 1. März können Jugendliche Ideen und Forderungen auf der Webseite www.jugendpolitik-sachsen-anhalt.de einbringen.

Als KJR LSA begleiten wir bereits seit mehreren Jahren, u.a. mit unserem Projekt Jugend Macht Zukunft, die Vorbereitungen zur Erstellung eines Jugendpolitischen Programmes für Sachsen-Anhalt!

Ziel des Programmes ist es, die Pespektiven junger Menschen in Sachsen-Anhalt noch stärker in den Blick zu nehmen und diese fest im Regierungshandeln zu verankern.

In diesem Jahr arbeiten wir dabei als Mitglied in einer interministeriellen Arbeitsgruppe gemeinsam an der konkreten Ausgestaltung des Ganzen.

💡Die Hinweise werden in der interministeriellen Arbeitsgruppe ausgewertet und fließen in das Jugendpolitische Programm der Landesregierung letztlich auch ein.

Also beteiligt euch, informiert eure Freunde, teilt den Link in eure Kanäle, damit möglichst viele junge Menschen ihre Meinungen wirksam einbringen können!

VonInga

Jugendarrest abschaffen

Als Ring haben wir im Rahmen der Anhörung am 07.06.2019 zum Gesetzesentwurf der Landesregierung zur Regelung des Vollzugs des Jugendarrestes (Landtagsdrucksache Nr. 7/3859) und zum Antrag der Fraktion DIE LINKE (Landtagsdrucksache Nr. 7/1852) Stellung genommen.

Wir lehnen den Jugendarrest grundsätzlich ab. Aus unser Sicht ist ein ganzheitlicher Ansatz, der die jungen Menschen in den Blick nimmt, zielführender, um diesen eine Lebensperspektive ohne weitere Straftaten zu eröffnen. Da die grundsätzliche Abschaffung des Jugendarrestes allerdings in die Zuständigkeit des Bundes fällt, bitten wir die Landesregierung, sich auch auf Bundesebene für dieses Ziel einzusetzen.

Zuständig ist das Land dagegen für die Regelung, dass Schulversagen in letzter Konsequenz ebenfalls zu Jugendarrest führen kann. Hier besteht Handlungsbedarf: Junge Menschen gehören in die Schule, nicht in den Arrest. Wir haben daher die Regierungsfraktionen aufgefordert, das Schulgesetz entsprechend zu ändern.

Bis zur Abschaffung des Jugendarrests fordern wir im Rahmen unserer Stellungnahme drei wesentliche Punkte:

  1. die pädagogische Ausgestaltung des Jugendarrestes und die Einbindung externer Partner*innen
  2. die Wahrung der Rechte junger Menschen im Jugendarrest
  3. die wissenschaftliche Überprüfung bzw. eine Evaluation des Jugendarrestes

Ausführlich nachlesen könnt ihr die unterschiedlichen Punkte in unserer Stellungnahme zu den Drs. 7/3859 und Drs. 7/1852

VonInga

85 Teilnehmende bei der Fachtagung: offene Jugendarbeit

Impuls von Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt

Die Fachtagung „offene Jugendarbeit“ die am 15.05. im KJH HOT-Alte Bude in Magdeburg/Bukau stattfand, war gut besucht. Insgesamt waren 85 Personen vor Ort – ursprünglich geplant waren 40. Diese lauschten zuerst dem fachlichen Impuls von Prof. Peter-Ulrich Wendt (Hochschule Magdeburg-Stendal) unter dem Thema: „Offene Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt: Herausforderungen und Chancen“. Seine Erkenntnisse und Ausführung untersetzte er zudem mit konkreten Beispielen aus der Praxis Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt nahm dabei z.B. Bezug auf eher quantitative statt qualitativ ausgerichtete Jugendhilfeplanung oder auf ungleiche Strukturen der Förderung der offenen Arbeit.

Workshop 4: Mit dem Mitarbeiter*innentaxi unterwegs: Offene Arbeit in ländlichen Räumen

Anschließend erfolgte der Fachaustausch in den unterschiedlichen thematischen Workshops. Hier ging es um versteckte Kommunikation, Partizipation in den Einrichtungen offener Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendarbeit im ländlichen Raum sowie den Spagat zwischen fachlichem Anspruch und Selbstausbeutung.

Intensiv diskutiert wurde ebenfalls im FORUM Offene Arbeit in Sachsen-Anhalt, was sie leistet, was sie braucht. An der Diskussion teil nahmen Tobias Krull (MdL CDU), Kristin Heiß (MdL DIE LINKE), Cornelia Lüddemann (MdL B90/DIE GRÜNEN) sowie Isolde Hofmann (Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration) und Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt (Hochschule Magdeburg-Stendal). Ausgehend vor der Frage: Was die Offene Kinder- und Jugendarbeit leistet kamen die Diskussionsteilnehmenden schnell auf die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen zu sprechen.

Teilnehmende am FORUM „Offene Arbeit in Sachsen-Anhalt – Was sie leistet; was sie braucht“

Die Fachkräfte schilderten dabei sehr eindrücklich ihre Arbeitssituation. Eine Fachkraft berichtete, dass ihr im Schnitt nur 8,5 Minuten pro Besucher*in des Jugendzentrums bleiben. Das Sozialpädagogische Arbeit unter diesen Voraussetzungen nur sehr schwer möglich ist, war allen deutlich. Diskutiert wurde daher auch über konkrete Lösungsansätze z.B. die Bindung der Landesförderung an fachliche Standards, die Einführung eines Flächenfaktors, die Berücksichtigung von Investitionskosten oder die Sensibilisierung von Politiker*innen jenseits der Fachpolitiker*innen z.B. den Finanzer*innen für die Bedarfe der offenen Arbeit.

Re­al­sa­ti­re von und mit Lars Johansen

Am Ende der Fachtagung stand eine gute und kurzweilige Zusammenfassung des Vormittages von Lars Johansen – bei der die Teilnehmenden unter anderem gelernt haben, dass das mit den unterschiedlichen (Geld-)Töpfen alles nicht so ganz stimmen kann, denn auf dem Teller kommt es am Ende immer alles wieder zusammen. Das Schlusswort übernahm Fabian Pfister (Vorsitzender des KJR LSA), der die Tagung in die aktuell laufende jugendpolitischen Prozesse einordnete und einen kurzen Einblick in die darüber hinaus geplanten Aktivitäten des Rings und seiner Partner*innen gab.

Auch die Auswertung der Feedbackbögen ergab ein deutliches Ergebnis. Auf die Frage: Sollten aus Ihrer Sicht weitere Fachtagungen speziell für Mitarbeiter*innen der offenen Jugendarbeit angeboten werden? Antworteten alle, die einen Bogen ausfüllten, mit ja.

Weitere Bilder der Fachtagung

Bei der Fachtagung handelte es sich um eine Fachtagung des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. in Kooperation mit dem Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt e.V., der Internationaler Bund IB Mitte gGmbH, dem Deutschen Roten Kreuz Landesverband Sachsen-Anhalt e.V., der Evangelischen Jugend der EKM, Miteinander e.V. und der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Die Fachtagung wurde gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt und durch das Engagement der beteiligten Träger und die Zurverfügungstellung ihrer Ressourcen ermöglicht

Fotos: Evangelische Jugend der EKM / KJR LSA

VonInga

gute kommunale Jugendpolitik

Im Rahmen der Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt entscheiden die Bürger*innen, darunter auch zahlreiche junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren, über Vertreter*innen und Programme, die maßgeblich für die Gestaltung der Kommunalpolitik der nächsten fünf Jahre sein werden. Die sogenannte kommunale Ebene ist dabei in besonderem Maße der „Ort”, an dem junge Menschen aufwachsen, sich entwickeln, bilden und perspektivisch auch in die Ausbildung gehen und arbeiten werden. Um jungen Menschen in diesem Sinne gute Bedingungen zum Aufwachsen bieten zu können, braucht es eine gute Jugendpolitik in Kommunen, Landkreisen und Städten. Wir rufen daher dazu auf, folgende Anforderungen an eine gute Jugendpolitik auf kommunaler Ebene zu beachten und in die Diskussionen zur Kommunalwahl und in den nächsten fünf Jahren in die Kommunalpolitik in Sachsen-Anhalt einzubringen.

Als Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. haben wir uns im Vorfeld sowie auf unserer Mitgliederversammlung 2019 intensiv damit befasst was für eine gute kommunale Jugendpolitik wichtig ist. Aus den Ergebnissen ist eine Broschüre entstanden die wir euch hier zum Download bereit stellen.

VonInga

KJR LSA beschließt Anforderungen für eine gute kommunale Jugendpolitik

Am Samstag, den 09. März 2019, kamen die Mitglieder des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. (KJR LSA) zur 36. Mitgliederversammlung zusammen. Schwerpunkte des Tages waren neben Anträgen, u.a. zu den Themen „Jugendgerechter ÖPNV“ und „Nachhaltigkeit in der Jugend(verbands)arbeit“, die anstehenden Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt, im Rahmen dessen konkrete Forderungen an Politik und Verwaltung beschlossen wurden.

Anna Rether (Vorstandvorsitzende des KJR LSA) dazu: „Gute Jugendpolitik richtet sich an den Interessen von jungen Menschen vor Ort aus, bezieht die gesetzlichen Interessenvertretungen und Selbstorganisationen der Jugendverbände mit ein und macht nicht an Zuständigkeitsgrenzen halt. Eine gute Jugendpolitik vor Ort zu gestalten, heißt, Freiräume zu schaffen und Freizeitmöglichkeiten zu bieten, Rahmenbedingungen der Daseinsvorsorge und Bildung in den Blick zu nehmen, wie auch konkrete Probleme und Herausforderungen für junge Menschen zu identifizieren und anzugehen.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde unter Moderation von Tanja Rußack mit Ver-treter*innen von CDU (Tobias Krull), SPD (Andreas Stepphuhn), BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Wolfgang Aldag), DIE LINKE (Kristin Heiß), Landkreistag Sachsen-Anhalt (Michael Struckmeier), Mi-nisterium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt (Isolde Hofmann), KKJR Mansfeld-Südharz (Anne Müller-Steglich), Landesjugendwerk der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. (Nicole Krökel), bund evangelischer jugend mitteldeutschland (Rebekka Grotjohann) und der DGB-Jugend (Fabian Pfister) über jugendpolitische Anforderungen der kommunalen Ebenen diskutiert.

Zum Abschluss wurde von den Mitgliedsverbänden ein neuer Vorstand gewählt. Somit sind nach langer Zeit wieder alle sechs Vorstandsposten besetzt.

In den Vorstand gewählt wurden:

  • Anna Rether (Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)
  • Fabian Pfister (DGB-Jugend Sachsen-Anhalt)
  • Tanja Rußack (djo Sachsen-Anhalt)
  • Nicole Krökel (Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt e.V.)
  • Anne-Kathrin Seiffert (SPORTJUGEND Sachsen-Anhalt)
  • Johannes Schmidt (SJD-Die Falken Landesverband Sachsen-Anhalt)

Beschlüsse der 36. Mitgliederversammlung

D01 Solidarität mit Fridays for Future – eine demokratische Bewegung muss unterstützt werden

M01 Resolution: Jugendverbände

M02 Gute Jugendpolitik für Sachsen-Anhalts Landkreise, Gemeinden und kreisfreien Städte, Prüfsteine zur Kommunalwahl

M04 ÖPNV

M05 Umweltbewusst und nachhaltig in die Zukunft

Alle Beschlüsse finden sich hier.