Kategorien-Archiv Sachsen-Anhalt

VonMelanie

Referent*in für Jugendpolitik (m|w|d)

Beim Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. (KJR), der vom Land geförderten Interessenvertretung junger Menschen und der Jugend(verbands)arbeit in Sachsen-Anhalt, wird zum 16. September oder einem späteren Zeitpunkt in Magdeburg ein*e Person für eine unbefristete 90 %-‑Stelle (36 Stunden/Woche) gesucht.

Über uns

Der KJR ist der Zusammenschluss der landesweiten Jugendverbände und ‑vereine in Sachsen-Anhalt und der AG der Kinder- und Jugendringe in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Wir setzen uns für ein vielfältiges und lebendiges Sachsen-Anhalt ein, in dem junge Menschen gut und gerne leben und an dessen Gestaltung sie aktiv mitwirken können.

Dazu vertreten wir die Interessen junger Menschen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und unterstützen die Jugendverbände und Jugendarbeit.

Über den Bereich Jugendpolitik

Im Bereich Jugendpolitik werden die grundsätzlichen Fragen des Aufwachsens junger Menschen und dessen Rahmenbedingungen bearbeitet. Einen Schwerpunkt bildet die Jugendhilfepolitik. Sie vertreten den Ring fachlich in jugendpolitischen Gremien, arbeiten Positionen, Fachveröffentlichungen und Stellungnahmen aus.

Sie arbeiten dazu eng mit dem Vorstand und der Geschäftsführung zusammen und beraten Referent*innen in anderen Bereichen und Projekten des KJR fachlich. Zu ihrer Unterstützung ist im Bereich ein FSJ angesiedelt, außerdem ist ein zusätzlicher Minijob beantragt.

Nach ausführlicher Einarbeitung sind Ihre Aufgaben insbesondere die selbstständige:

  • Beobachtung und Auswertung von fachlichen Erkenntnissen für die jugendpolitische Arbeit des KJR
  • Außenvertretung und Beratung des KJR
    • Beratung von Vorstand, Geschäftsführung, Referent*innen und Mitgliedsverbänden des KJR
    • Erstellung von Entscheidungsvorlagen für Vorstand und Geschäftsführung zu jugendpolitischen Themen
    • Konzeption und Erstellung von Stellungnahmen
    • fachliche Vertretung des KJR in Gremien des Landes
    • Mitarbeit an fachlichen Empfehlungen und Vereinbarungen
  • Öffentlichkeitsarbeit
    • Planung und Organisation von jugendpolitischen Fachveranstaltungen
    • Planung und Organisation von jugendpolitischen Fachgesprächen
    • Konzeption und Erstellung von Fachveröffentlichungen
  • Netzwerkarbeit
    • Betreuung der AG der Kinder- und Jugendringe der Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt
    • Betreuung der AG offene Jugendarbeit

Ihr Profil

Sie haben

  • ein abgeschlossenes Studium, wünschenswert ist ein Abschluss in einer thematisch passenden Sozialwissenschaft
  • (erste) Erfahrungen mit jugendpolitischen Vorhaben und Prozessen aus Beruf oder Ehrenamt, wünschenswert sind Erfahrungen in der Mitarbeit in jungendpolitischen Gremien wie Jugendhilfeausschüssen
  • wünschenswert sind Kenntnisse der Jugendarbeit und/oder Jugendverbandsarbeit aus Beruf oder Ehrenamt oder aus einer Tätigkeit im Rahmen eines Jugendrings
  • ein gutes Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge und politische Prozesse
  • wünschenswert sind Erfahrungen mit der Begleitung von Gesetzgebungsverfahren oder Jugendhilfeplanungen
  • Kenntnisse der für die Jugendhilfe relevanten Gesetzesgrundlagen
  • gute Kenntnisse im Umgang mit MS-Office-Produkten, wünschenswert in Microsoft 365 inkl. MS Teams und Yammer

Sie sind

  • daran interessiert, die Lebensbedingungen junger Menschen und die Rahmenbedingungen der Jugend(verbands)arbeit in Sachsen-Anhalt zu verbessern
  • kommunikationsstark
  • zuverlässig, eigenverantwortlich und zielorientiert

Wir bieten

  • eine Anlehnung an den Tarifvertrag der Länder (Entgeltgruppe 11) inkl. aller Vorteile wie etwa Erfahrungsstufenaufstiege, regelmäßige Tarifanpassungen und 30 Tage Urlaub zzgl. Heiligabend und Silvester frei
  • Einstufung bei einschlägiger Berufserfahrung bis zur Erfahrungsstufe 3
  • Weiterbildung
  • flexible Einteilung der Arbeitszeit angepasst an die persönlichen Lebensumstände und die Möglichkeit zur mobilen Arbeit an mehreren Tagen in der Woche
  • eine freundliche Arbeitsatmosphäre bei einem gemeinnützigen Verein

Wenn Sie den Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. durch Ihre Tätigkeit unterstützen möchten, schicken Sie Ihre Bewerbung inkl. der üblichen Anlagen bis zum 24. August 2020 an: Philipp.Schweizer@kjr-lsa.de.

Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich in der 36. Kalenderwoche statt.

Bewerbungskosten werden nicht erstattet.

Die Bewerbung an PDF finden sie hier.

VonMartin

Stellenausschreibung Projektreferent*in (m|w|d) für das Projekt wahlort

Beim Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. (nachfolgend KJR), der vom Land geförderten Interessenvertretung junger Menschen und der Jugend(verbands)arbeit in Sachsen-Anhalt, wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Magdeburg eine Projektreferent*in (m|w|d) für das Projekt wahlort für eine bis zum 31.12.2021 befristete 50 %-Stelle (20 Stunden/Woche) gesucht.

Über uns
Der KJR ist der Zusammenschluss der landesweiten Jugendverbände und -vereine in Sachsen-Anhalt und der AG der Kinder- und Jugendringe in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Wir setzen uns für ein vielfältiges und lebendiges Sachsen-Anhalt ein, in dem junge Menschen gut und gerne leben und an dessen Gestaltung sie aktiv mitwirken können.
Dazu vertreten wir die Interessen junger Menschen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und unterstützen die Jugendverbände und Jugendarbeit.
Mit dem Projekt wahlort wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass junge Menschen ein besseres Ver-ständnis demokratischer Prozesse erlangen können und sich selbst als politische Subjekte verstehen lernen.

Über das Projekt wahlort
Im Rahmen des Projektes organisieren wir seit vielen Jahren die U-18 Wahl (www.u18.org) in Sachsen-Anhalt. Jungen Menschen, die noch nicht wählen dürfen, wird durch die U18-Wahl im Rahmen der Landtagswahl die Gelegenheit geboten, sich mit dem Funktionieren der Demokratie auseinander zu setzen, selbst aktiv zu werden und sich in die U18-Wahl aktiv einzubringen.
Das Projekt nutzt dabei, dass junge Menschen insgesamt an Politik interessiert sind und viele von ihnen Wahlen aufmerksam verfolgen – diesem Interesse folgend, werden mit Kooperationspartner*innen in Jugendverbänden, Schulen und Jugendclubs im Rahmen des Projektes Angebote organisiert, darunter die U18-Wahl selbst.
Wer sich mit den Wahlen, Parteien, Politik und Demokratie auseinandersetzt und damit die Formen unserer Demokratie als sinnvoll erlebt, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin interessiert und engagiert.
Das Projekt stärkt so demokratische Werte und vermittelt wichtige gesellschaftspolitische Handlungskompetenz sowie die Wichtigkeit bürgerschaftlichen Engagements.

Nach ausführlicher Einarbeitung sind Ihre Aufgaben insbesondere die selbstständige:
Planung, Vor- und Nachbereitung der U18-Wahl
– Erarbeitung von Informationsmaterial über die Landtagswahl und die
U18-Wahlen
– Gewinnung von Wahllokalen
– Beratung und Betreuung der Wahllokale
– Erarbeitung von Workshopkonzepten für die Wahllokale
– Organisation des Overhead für die Wahl
– Pressearbeit rund um die U18-Wahl

Erarbeitung einer Kampagne, mit deren Hilfe jungen Menschen die Bedeutung politischer Entscheidungen für ihren Alltag vermittelt werden kann

Förderung des Dialogs junger Menschen aus den Wahllokalen mit Politiker*innen in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartner*innen
– Unterstützung von jungen Menschen bei der Vorbereitung, Nachbereitung
und Veröffentlichung von Interviews mit Politikerinnen
– Organisation von 4 Fahrten junger Menschen nach Magdeburg inkl. eines
Besuchs des Landtags und eines Termins mit Politiker*innen
verschiedener Fraktionen
– Organisation einer Veranstaltung mit jungen Menschen und
Politiker*innen, bei denen diese ihre wechselseitigen Perspektiven
aufeinander diskutieren können

Befragung der Jugendbildungsreferentinnen in Sachsen-Anhalt zu deren Unterstützungsbedarf bei der Umsetzung von Angeboten der politischen Bildung

Management des Projektes
– Überwachung von Terminen und der Zielerreichung
– Laufende Anpassung der Planung
– Auswertung nach Umsetzungsphase und Sachbericht

Durch einen verspäteten Start des Projektes können von Ihnen in Absprache mit der Geschäftsführung Prioritäten und Streichungspotentiale festgelegt werden.

Ihr Profil
Sie haben:
– ein abgeschlossenes Studium, wünschenswert ist ein Abschluss in einer thematisch passenden Sozialwissenschaft
– ein gutes Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge und politische Prozesse
– Erfahrungen in der Organisation von Bildungsformaten aus Beruf oder ehrenamtlichem Enga-gement
– Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit aus Beruf oder ehrenamtlichem Engagement
– gute Kenntnisse im Umgang mit MS-Office-Produkten, wünschenswert in Microsoft 365 inkl. MS Teams und Yammer
– ein sehr gutes Ausdrucksvermögen inkl. einer guten Rechtschreibung und Zeichensetzung

Sie sind:
– daran interessiert, jungen Menschen ein besseres Verständnis politischer Prozesse zu ermöglichen
– ein Organisationstalent
– kommunikationsstark
– zuverlässig, eigenverantwortlich und zielorientiert

Wir bieten:
– eine Anlehnung an den Tarifvertrag der Länder (Entgeltgruppe 10) inkl. aller Vorteile wie etwa Erfahrungsstufenaufstiege, regelmäßige Tarifanpassungen und 30 Tage Urlaub zzgl. Heilig-abend und Silvester frei
– Einstufung bei einschlägiger Berufserfahrung bis zur Erfahrungsstufe 3
– Weiterbildung
– flexible Einteilung der Arbeitszeit angepasst an die persönlichen Lebensumstände
– eine freundliche Arbeitsatmosphäre bei einem gemeinnützigen Verein

Wenn Sie den Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. durch Ihre Tätigkeit unterstützen möchten, schicken Sie Ihre Bewerbung inkl. der üblichen Anlagen bis zum 12. Juli 2020 an: philipp.Schweizer@kjr-lsa.de.

Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich in der 30. Kalenderwoche statt.

Bewerbungskosten werden nicht erstattet.

Hier finden Sie die Ausschreibung als PDF: Stellenausschreibung wahlort

VonMartin

JMZ-Regionalkonferenzen 2020

Nachdem wir aufgrund der Corona-Pandemie einiges an Jahresplanung neu strukturieren mussten, sind wir nun endlich an dem Punkt an dem wir unsere Regionalkonferenzen durchführen können.

Hier geht es zur Anmeldung: http://kjrlsa.de/Anmeldung-JMZ-Regionalkonferenzen

Worum geht’s?
Letztes Jahr starteten wir einen Prozess, bei dem wir gemeinsam mit jungen Menschen aus Sachsen-Anhalt die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes kritisch unter die Lupe nahmen und unsere Perspektive auf dem Nachhaltigkeitskongress stark machten. Das war jedoch nur der Anfang. Jetzt geht darum, unsere Ziele und Maßnahmen konkret in die Landespolitik einzubringen.

Mehr Infos dazu findet ihr auch unter: http://kjrlsa.de/Abschlussdoku-WS-Reihe-MULE

Was haben wir vor?
In fünf digitalen Konferenzen wollen wir dazu regionsspezfische Aspekte sammeln und im Rahmen der Leuchtturmthemen „Konsequenter Klimaschutz“ und „Nachhaltiger Konsum“ weiterdenken.

Wo wollen wir hin?
Im Herbst wollen wir auf einer Tagung im Harz die Ergebnisse der Konferenzen zu einem Positionspapier bündeln und mit Expert*innen aus Wissenschaft und Politik diskutieren. Denn die Landtagswahlen 2021 stehen bereits vor der Tür und die Ideen und Bedarfe junger Menschen müssen auch darüber hinaus wirksam einbezogen werden.

Was ist für euch noch wichtig?
Die Regionalkonferenzen finden alle digital statt, deshalb ist es wichtig, dass ihr eure E-Mail-Adresse angebt, damit wir euch die Zugangsdaten zur jeweiligen Konferenz zukommen lassen können.

Solltet ihr noch Fragen haben, dann schreibt uns einfach eine Mail an jugendmachtzukunft@kjr-lsa.de oder meldet euch bei facebook oder instagram bei uns!

Wir freuen uns auf euch!

VonPhilipp

Positionspapier „Gute Jugendpolitik in und nach der Corona-Krise“

Junge Menschen nicht vergessen 

Für eine verantwortungsbewusste Jugendpolitik in und nach der Corona-Krise 

Die Corona-Pandemie und die daraus resultierende aktuelle Krise verändert unser gesamtgesellschaftliches Zusammenleben nachhaltig und die einhergehenden Herausforderungen werden erst nach und nach sichtbar. Dabei geht die Corona-Krise an keiner Bevölkerungsgruppe spurlos vorüber. Wesentliche Leidtragende des gegenwärtigen Ausnahmezustands sind dabei vor allem junge Menschen.  

Bereits vor der Corona-Krise wurden die Herausforderungen und damit Bedarfe junger Menschen in einem Spannungsfeld behandelt: Dem Kampf um Gehör und Mitbestimmung, einer selbstbestimmten Jugendphase und grundlegenden Chancengleichheit der Zukunftsperspektiven. Dieses Spannungsfeld bleibt bestehen und droht sich in der aktuellen Situation zu verschärfen. Gleichsam ändern sich die Rahmenbedingungen und Themen für eine eigenständige Jugendpolitik. Wesentliche Pole einer jugendpolitischen Debatte bildeten vor der Corona-Krise: die aktive Jugendbewegung Fridays for Future als Ausdruck verstärkter Selbstorganisation, die Chancen und Grenzen der Kinder- und Jugendbeteiligung, die Krise der Jugendförderung, aber auch die anhaltenden Probleme der Kinder- und Jugendarmut und sozialen wie auch ökonomischen Ungleichheiten innerhalb der Lebenslagen junger Menschen. Die Krise verändert nun die Rahmenbedingungen der Jugendpolitik nachhaltig, birgt Chancen allerdings auch Risiken der massiven Verschlechterung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt, aber natürlich auch weltweit. 

In dieser angespannten Situation steht der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. für eine bedachte und verantwortungsvolle Politik der Krisenbewältigung, die grundsätzlich das Wohl aller Bevölkerungsgruppen in den Blick nimmt und die gesamtgesellschaftliche Solidarität einfordert. Im Sinne einer solchen Politik fordert der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. auch, aktuelle Probleme und Konsequenzen der Corona-Pandemie für junge Menschen zu thematisieren. 

Aktuell sind junge Menschen in ihrer freien Entfaltung eingeschränkt. Viele Orte der Teilhabe sind weggefallen und Alltagsbindungen unterbrochen: Geschlossene Jugendclubs, abgesagte Jugendbildungsveranstaltungen, eingeschränkte Versammlungs- und Positionierungsmöglichkeiten in den eigenen – Bezugsgruppen, fehlende ehrenamtliche Aktivitäten vom Sport bis zur Feuerwehr. Dieser Umstand wird, hinsichtlich der aktuellen Auswirkungen auf junge Menschen, ergänzt durch die Verstärkung ökonomische und soziale Problemlagen, durch unsichere Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse, aber auch die gesteigerte Gefährdung des Kindeswohls.  

In der Öffentlichkeit wird zudem von jungen Menschen häufig ein Bild gezeichnet, welches suggeriert, dass junge Menschen sich in der Krise „unvernünftig“, d. h. nicht regelkonform halten. Diese Darstellung projiziert einzelne Fälle auf ganze gesellschaftliche Gruppen, spiegelt aber nicht die tatsächliche Situation wider. Im Gegenteil, eine Vielzahl junger Menschen verhält sich in der aktuellen Situation solidarisch und leistet dort, wo sie gebraucht wird, Unterstützung. Diese reicht von der Nachbarschaftshilfe, über technischen Support bis zum Engagement vieler Gruppenleiter*innen in den Verbänden, die trotz der Situation weiter für ihre Gruppen da sind. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich dafür ein, dass in den kommenden Monaten die Folgen der Corona-Krise für junge Menschen genauer in den Blick genommen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation junger Menschen umgesetzt werden. 

Im Sinne einer ressortübergreifenden und eigenständigen Jugendpolitik ist es besonders wichtig, dass das jugendpolitische Programm der Landesregierung, um einen Maßnahmenplan im Rahmen der Auswirkungen der Corona- erweitert wird. Die bisher vorhandenen Elemente müssen ebenso aktualisiert werden. 

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. muss bei diesen Diskussionen und Beratungen verbindlich beteiligt werden. 

Kinder- und Jugend(verbands)arbeit schrittweise und verantwortungsbewusst wieder hochfahren 

Für Initiativen, Vereine und Projekte der Kinder- und Jugend(verbands)arbeit aus dem gesamten Bundesgebiet stellen die aktuellen Einschränkungen und Maßnahmen eine bislang unbekannte Herausforderung dar. Der Kontakt zu Mitgliedern und Zielgruppen, die Ermöglichung von partizipativen Freizeit- und Bildungsangeboten, wie auch die grundlegende Fürsorge für junge Menschen, sind erschwert. Zusätzlich ist die wirtschaftliche Situation der Träger belastet.  

Zwar haben viele Initiativen, Vereine sowie Projekte der Kinder- und Jugend(verbands)arbeit die Corona-Krise positiv genutzt und sehr engagiert neue Projektideen im digitalen Raum für und mit jungen Menschen umgesetzt. Doch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass nicht alle junge Menschen, insb. jene in prekären Lebenslagen, (regelmäßigen) Zugang zu digitalen Formaten haben. Alle jungen Menschen leiden verstärkt unter den fehlenden “analogen” Zugängen zu Angeboten bzw. Einrichtungen der Jugend(verbands)arbeit. Die Jugend(verbands)arbeit bietet Möglichkeiten und Orte des Austausches, der Bindungen, der Teilhabe und politischen Positionierung, der Entfaltung, der Problemlösung und der Sicherheit. Diese Möglichkeiten sind unter den aktuellen Bedingungen grundlegend eingeschränkt. 

Junge Menschen brauchen Orte der Begegnung. Daher ist es an der Zeit, gerade im Bereich der Jugend(verbands)arbeit, verantwortungsvolle Wege aus dem Lockdown zu diskutieren. 

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. setzt sich daher dafür ein, im Rahmen der kommenden Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt den schrittweisen Wiedereinstieg in die Durchführung von Angeboten der Kinder- und Jugend(verbands)arbeit zu beginnen: 

  • Entsprechend sind Angebote der Kinder- und Jugend(verbands)arbeit, z. B. offene Arbeit, außerschulische Jugendbildung und Jugendberatung, Bildungsangebote in den Freiwilligendiensten, unter Einhaltung der einschlägigen Schutzstandards im Rahmen der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und verpflichtenden Regelungen der Landesverordnungen schrittweise wieder zu ermöglichen. 
  • Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. setzt sich dafür ein, dass die Regelungen für die vielfältigen Angebote und Leistungen der in §§ 11 bis 14 SGB VIII tätigen öffentlichen und freien Träger gegenüber anderen Bereichen nicht ohne sachlichen Grund benachteiligt werden. So ist nicht ersichtlich, warum kommerzielle Angebote wie Freizeitparks öffnen dürfen, während nicht kommerzielle Freizeitangebote in Jugendeinrichtungen verboten bleiben. Es außerdem einheitliche Regelungen bzgl. Der Hygiene geben, an denen sich die Träger ausrichten können. Wir setzen uns dafür ein, einen Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen in den Landkreisen zu vermeiden. Sollte sich das Infektionsgeschehen regional ungünstig entwickeln, ist natürlich klar, dass es auch regionale Einschränkungen geben kann.
  • Um den Schutzstandards angemessen Rechnung tragen zu können, soll ein Wiedereinstieg mindestens in Form von  Kleingruppenangeboten ermöglicht werden, der sich an der jeweils zulässigen Gruppengröße in anderen pädagogischen Bereichen, wie bspw. der Erwachsenbildung, ausrichtet und somit die Nachverfolgung von Infektionsketten sowie den Schutz von Fachkräften, wie auch Teilnehmenden, bestmöglich gewährleistet.  Aus unserer Sicht wären in einem ersten Schritt Gruppengrößen von fünf bis fünfzehn Teilnehmenden und zwei pädagogischen Begleitpersonen vertretbar, so die Abstandsregelungen und weiterführenden Mindeststandards durch den jeweiligen Träger garantiert werden können.  
  • Im Rahmen der Förderung von Maßnahmen der außerschulischen Jugendbildung, Fortbildungsmaßnahmen und juleica-Schulungen sind übergangsweise Gruppengrößen von mind. fünf Teilnehmenden als zuwendungsfähig zu erklären.  
  • Ebenso muss es, unter Einhaltung der Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen, möglich sein, dass Kinder-, Jugend-, Familienbildungsstätten, Schullandheime, Heimvolkshochschulen und Jugendherbergen ihre Arbeit schrittweise wieder aufnehmen. 
  • Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. wird entsprechende Handlungsempfehlungen und Informationen im Hinblick auf den Infektionsschutz und die Entwicklung von Hygienekonzepten bei der Durchführung von Angeboten unter eingeschränkten Rahmenbedingungen bündeln und Trägern zur Verfügung stellen.  Er bittet hiermit das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt um eine fachliche Begleitung durch die zuständige Stelle auf Landesebene. 
  • Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. fordert die Landesregierung weiterhin auf, an kommenden Beratungen zu Entscheidungen, die junge Menschen bzgl. der Corona-Pandemie betreffen, beteiligt zu werden.  

Jugendförderung in der Krise, sicher und modern gestalten 

Junge Menschen brauchen Orte der Begegnung. Daher ist es vor dem Hintergrund bereits erfolgter Lockerungen in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Sachsen-Anhalt an der Zeit, gerade im Bereich der Jugend(verbands)arbeit verantwortungsvolle Wege aus dem Lockdown zu finden.   

Jugendförderung in der Krise sichern, modern und zielgruppengerecht gestalten 

Seit Mitte März 2020 betreffen die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in unmittelbarer Weise die konkrete Arbeit der Jugendverbände, wie auch anderer freier und öffentlicher Träger der Jugendarbeit und auch der Jugendbildungsstätten. Die ehrenamtlich engagierten jungen Menschen sowie die Beschäftigten in den Jugendverbänden und Einrichtungen haben schnell reagiert und gestalten – orientiert an den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen – mit viel Kreativität, Improvisation und Engagement  neue und innovative digitale Freizeit- und Bildungsangebote. Diese können die originäre Arbeit zwar nicht ersetzen, sie bieten aber einen zeitweisen Ausgleich und für einen Teil junger Menschen verlässliche Kontaktmöglichkeiten.  

Die Aktiven der Jugend(verbands)arbeit bleiben somit jungen Menschen in Kontakt, geben Rat bei Fragen und vermitteln Zuversicht in dieser schwierigen Zeit. Sie leisten damit weiterhin ihren wichtigen Beitrag für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen in Sachsen-Anhalt. 

Dabei wurden und werden viele neue Erfahrungen gesammelt, aber auch Grenzen der aktuellen Förderbedingungen identifiziert. 

Die große Motivation und der hohe Einsatz der Engagierten in der Jugend(verbands)arbeit dürfen ebenso nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Arbeit der Jugendverbände und -bildungsträger auf Landesebene seit Jahrzehnten nur sehr bescheiden gefördert wird, auch wenn es gelang in den letzten Jahren einige Verbesserungen zu verhandeln.  Strukturelle Ressourcen und hauptamtliches Verbandspersonal, die gerade jetzt nötig sind, um aus Innovation und Kreativität regelmäßige Angebote zu kreieren, gibt es weiterhin kaum. Für eine gute sowie qualitativ hochwertige digitale Kinder- und Jugend(verbands)arbeit fehlen zudem adäquate technische Ausstattung und zukunftsweisende Fortbildungsangebote. 

Die Landesverwaltung Sachsen-Anhalt hat dies teilweise erkannt und auch in Diskussion mit dem Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. und den Verbänden Maßnahmen ergriffen wofür wir sehr dankbar sind: Eine Flexibilisierung im Rahmen der Abrechnung von Bildungsmaßnahmen unter den aktuellen Bedingungen wurde vorgenommen. Ebenso wurde für die Einrichtung und den Ausbau digitaler Angebote und digitaler Kommunikation ein einmaliger Zuschuss von 400,00 Euro je Träger bereitgestellt.  Dennoch reichen diese Mittel bei weitem nicht für einen Ausbau digitaler Bildungsangebote und notwendiger Infrastruktur aus. 

Neben den dynamischen Entwicklungen im Rahmen der Jugendbildung durch Verbände und digitalen Jugendarbeit, sind aktuell vor allem auch Kinder-, Jugend-, Familienbildungsstätten und Schullandheime in ihrer Existenz bedroht. Einnahmeausfälle aufgrund der Einschränkungen im Rahmen des Infektionsschutzes, einhergehend mit nicht reduzierbaren Ausgaben, zeichnen eine unsichere Perspektive. Trotz hilfreichen Sofortmaßnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten der Landesregierung und Bundesregierung, gehen die ersten Jugendbildungsstätten im Sommer auf die Insolvenz zu, denn die Trägerstrukturen bieten nicht die Möglichkeit Betriebsmittelrücklagen zu bilden. Hier braucht es unbürokratische, schnelle Hilfe. 

Weiterhin ist die Lage der kommunalen Jugend(verbands)arbeit und Jugendförderung durchwachsen. Im Rahmen einer Petition haben wir bereits vor der Krise der Landesregierung akute Handlungsbedarfe signalisiert. Die Probleme der Erreichbarkeit und Kontaktpflege der Zielgruppen in der aktuellen Lage trifft vor allem die offene Jugendarbeit, die auf regelmäßige analoge Begegnungen angewiesen ist. Es ist davon auszugehen, dass auch keine adäquaten Mittel vorhanden sind, um digitale Angebote flächendeckend zu realisieren. Sollten demnächst auch Lockerungen für die kommunale Jugend(verbands)arbeit auf den Weg gebracht werden, die sich an vorzuhaltenden Hygienekonzepten zu orientieren haben, werden auch Mehrkosten auf die Einrichtungen und Angebote zukommen.   

 Wir stehen daher weiterhin zu einer deutlichen Erhöhung der Zuweisungen für die Jugendförderung in den Landkreisen und kreisfreien Städten, durch das Land Sachsen-Anhalt.  

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich im Rahmen der aktuellen Situation daher für eine sichere, moderne und zielgruppengerechte Jugendförderung ein und bringt folgende Verbesserungsvorschläge und Forderungen in die Diskussion mit Politik und Verwaltung ein: 

  • Die aktuelle Flexibilisierung im Rahmen der Förderung digitaler Jugendbildungs- und Fortbildungsangebote sind in folgender Weise anzupassen und im Vorfeld mit den Verbänden sowie Trägern der Jugendbildung unter Beteiligung des zuständigen Ministeriums Landesjugendamtes zu diskutieren: 
  • Im Rahmen der Förderung von Maßnahmen der außerschulischen Jugendbildung, Fortbildungsmaßnahmen und juleica-Schulungen sind übergangsweise Gruppengrößen von mind. fünf Teilnehmenden als zuwendungsfähig zu erklären.  Die Maßnahmen des Jahresprogramm der landesweit tätigen Träger können abweichend zur bisherigen Regelung sich an einenregional ausgerichteten Teilnehmendenkreis richten. Eine landesweite Ausschreibung benötigt es nicht mehr. 
  • Um die digitale Jugend(verbands)arbeit nachhaltig zur unterstützen, fordern wir einen weiteren Einmalzuschuss von min. 2500,00€ für Ausstattung und Fortbildungskosten, sowie eine Nachtragserhöhung im Landeshaushalt 2021 für die TG 61 MASI, von 500.000€. 
  • Anfallende Mehrkosten im Rahmen des Gesundheitsschutzes und der Infektionsprävention müssen im Rahmen der Förderung anerkannt und die Träger der Jugend(verbands)arbeit unterstützt werden. Wir setzen uns für Sonderzuschüsse seitens der Landkreise, kreisfreien Städte und des Landes ein. 
  • Die Kinder-, Jugend-, Familienbildungsstätten und Schullandheime sind vor Insolvenzen zu schützen, wir fordern einen unbürokratischen Rettungsschirm, in Form von nicht rückzahlbaren finanziellen Zuwendungen. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. unterstützt ausdrücklich den entsprechenden Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses (vom 15. Mai 2020). 
VonMartin

Landesministerien beantworten Fragen junger Menschen zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“

Die Fragen resultierten aus der Workshop-Reihe „MitWirken! Deine Nachhaltigkeitsstrategie für Sachsen-Anhalt!“

Im Rahmen der Workshop-Reihe „MitWirken! Deine Nachhaltigkeitsstrategie für Sachsen-Anhalt!“ wurden durch das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ gemeinsam mit fast 140 jungen Menschen und weiteren Akteur*innen aus Sachsen-Anhalt die Nachhaltigkeitsstrategie das Landes untersucht.

Eine Dokumentation dazu findet ihr hier: http://kjrlsa.de/Abschlussdoku-WS-Reihe-MULE  
Die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt könnt ihr hier nachlesen: https://bit.ly/2RA8Rdo

Während der einzelnen Workshops wurden verschiedene Fragen zur Strategie erarbeitet, die im Anschluss an die dafür zuständigen Ministerien weitergeleitet wurden. Hier findet ihr nun den gesamten dazugehörigen Antworten-Katalog. Wenn ihr wollt, könnt ihr zu den jeweiligen Antworten Feedback geben. Nutzt dazu einfach die Kommentarfunktion. Wir leiten eure Anmerkungen an die entsprechende Stelle weiter.

Allgemeines an alle Ministerien

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr

https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=tSMod06Px0ClhfnlUBOTOxAqE6MxIeFGl6v7PTBXQWZUNUVQNUlER0o1MkxMUTM0UjVMSTZXT1lDUC4u

Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration

Ministerium für Inneres und Sport

Ministerium für Justiz und Gleichstellung

Ministerium für Bildung

Ministerium der Finanzen

Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

VonInga

Aufwachsen in Sachsen-Anhalt

Teil 2 unserer Serie zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Unter welchen Rahmenbedingungen wachsen Kinder und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt auf? Der 7. Kinder- und Jugendbericht liefert hierzu viele Daten und Fakten. Einige dieser gucken wir uns heute näher an. Hierzu schauen wir neben der Jugendbefragung auch in die von den Verfasser*innen zusammengetragenen Daten im Teil A des Berichtes (Seiten 20ff.). Schwerpunkte setzen wir auf die Themen: Demografische Entwicklung, Familie und Armut.

Gibt es in Sachsen-Anhalt 2030 weniger junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren als 2015? So wie es jetzt ausschaut nein.







Die Bevölkerungsprognose (ursprünglich aus dem Statistischen Jahrbuch 2017) kommt zu dem Schluss, dass zwar die Gruppe der unter 10-Jährigen kontinuierlich bis 2030 abnimmt, dass die Anzahl der jungen Menschen zwischen 10 bis 25 Jahre bis 2025 jedoch sogar auf 274.106 Personen steigt und dann bis 2030 relativ konstant bleibt. Alle Zahlen gibt’s auf Seite 28. Positiv auf die Anzahl der in Sachsen-Anhalt lebenden jungen Menschen haben sich zwischen 2014 und 2016 die gestiegene Zuwanderung und die steigenden Geburtenraten ausgewirkt (Seite 24). Gleichzeitig machte die Gruppe der jungen Menschen (Diesmal betrachten wir diejenigen von 0 bis unter 28 Jahren.) im Jahr 2015 in Sachsen-Anhalt nur 21,7 % aus (Seite 24). Der 7. Kinder- und Jugendbericht fasst demnach auch treffend zusammen: „Aufgrund der kleinen und tendenziell weiter schrumpfenden Alterskohorten in Sachsen-Anhalt werden Kinder und Jugendliche im Vergleich zu anderen Altersgruppen zunehmend unterrepräsentiert sein.“ (Seite 28)

In etwas weniger als 2/3 der Familien wuchs 2017 ein Kind auf. Drei Kinder und mehr gibt es nur in 7,9 % der Familien in Sachsen-Anhalt (Seite 31). Der Anteil der Kinder, die bei nur einem Elternteil aufwachsen, steigt. 2017 wuchsen 27 % der Kinder bei Alleinerziehenden auf und damit mehr als jedes 4. Kind (Seite 30). Der Anteil der Alleinerziehenden schwankt dabei stark je nach Landkreisen.  So lag er bspw. im Burgenlandkreis mit 39 % im Jahr 2016 besonders hoch und in der Börde mit 20 % besonders niedrig (Seite 31). Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Lebensformen (verheiratete und nichtverheiratete Paare mit Kindern sowie Alleinlebende mit Kindern) kontinuierlich ab. So gab es 1991 noch in 46,1 % der Lebensformen Kinder. 2017 ist das nur noch in 23 % der Fall (Seite 29). Das bedeutet auch, dass immer weniger Menschen die Erfahrung machen, wie es ist, konkret mit jungen Menschen zusammenzuleben.

Die im Rahmen der Jugendbefragung befragten jungen Menschen geben mit einer sehr großen Mehrheit (90 %) an, dass die Familienmitglieder sich gegenseitig bei Problemen helfen. Immerhin 10 % geben jedoch an, dass dies nicht bzw. überhaupt nicht der Fall ist. Gefragt wurde auch, wie in der Familie mit dem Smartphone umgegangen wird. Hier stehen Regeln und das Smartphone als Anlass für Streit in dem Mittelpunkt. Wie dies aus Sicht der Jugendlichen aussieht, findet ihr auf Seite 82 des 7. Kinder- und Jugendberichtes unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Mitbestimmung ist für junge Menschen auch in der Familie ein wichtiges Thema. Wie viele junge Menschen in der Familien mitbestimmen können, wurde daher auch in zwei Fragen im Rahmen der Jugendbefragung zum Thema gemacht.

Basis für Partizipation ist es, dass alle in der Familie auch offen ihre Meinung sagen können. Dies ist in 84 % der Familien der Fall (vgl. Grafik). Die zweite Aussage zielt auf die konkrete Beteiligung ab und lautet „Bei uns zu Hause hat jeder die gleiche Stimme, wenn etwas entschieden wird, was für die ganze Familie wichtig ist.“ Dieser Aussage stimmen immerhin ‚eher‘ bzw. ‚voll und ganz‘ 2/3 der befragten Jugendlichen zu (Seite 82).

In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Als Referenzgröße können dafür unterschiedliche mittlere Einkommen herangezogen werden, z. B. das bundesweit mittlere Einkommen oder wie in der Grafik das für Sachsen-Anhalt. Legt man dieses Landesweite Mittlere Einkommen zugrunde, waren im Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt 14,3 % aller Menschen von Armut bedroht. Bei den jungen Menschen unter 18 Jahren sind es 20,5 %. Das heißt, jedes 5. Kind in Sachsen Anhalt ist von Armut bedroht. Guckt man sich die Entwicklung an, so fällt auf, dass dieser Wert zwischen 2012 und 2017 noch um 1,6 % gestiegen ist (Seite 52).

Aus Sicht des KJR LSA ist bedauerlich, dass der Bericht nicht auch die Gruppe der jungen Menschen der zwischen 18- bis unter 25-Jährigen mit in den Blick nimmt. Auf Bundesebene ist die Gruppe der 18- bis unter 25-Jährigen mit einer Armutsgefährdungsquote von 26 % (gemessen am Bundesmedian) die am stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe (vgl. Armutsgefährdungsquote gemessen am Bundesmedian nach Alter und Geschlecht im Zeitvergleich abrufbar unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Sozialberichterstattung/Tabellen/03agq-zvbm-alter-geschl.html, Stand: 31.03.2020). Allerdings erfolgt hier, anders als im 7. Kinder- und Jugendbericht auf Seite 53, keine Differenzierung der Gruppe der unter 18-Jährigen.

Die Jugendbefragung wollte von allen Teilnehmenden neben der Frage, wie sie ihre finanzielle Situation einschätzen, auch wissen, ob bestimmte Aspekte, die in der Regel von finanziellen Ressourcen abhängig sind, für sie möglich sind. Wie erinnern hier nochmal an die Grafik von eben. 20,5 % der jungen Menschen unter 18 Jahren sind von Armut bedroht, bei den über 18-Jährigen bis unter 28-Jährigen wahrscheinlich noch mehr. Dies wirkt sich auch auf die Möglichkeiten der jungen Menschen aus, z. B. in den Urlaub zu fahren oder ins Kino zu gehen. Und dies spiegelt sich wiederum in den Antworten der Jugendlichen (Seiten 401/403) wider.

Gleichzeitig macht dies aber auch deutlich, wie wichtig die Angebote der Jugend(verbands)arbeit insbesondere in den Ferien für junge Menschen sind. Ziel muss es dabei sein, die Zugangshürden (z. B. Teilnehmenden-beiträge) so gering wie möglich zu halten, um allen junge Menschen die Möglichkeit der Teilnahme zu eröffnen.

Spannend mit Blick auf die Möglichkeit, mit der Familie Urlaub zu machen, sind auch die Ergebnisse, die im Rahmen der Familienbefragung im Zuge der landesweiten Jugendhilfeplanung ermittelt wurden. 54 % der befragten Familien gaben hier an, regelmäßig einen längeren Urlaub (5 bis 14 Tage) zu machen. Mehr als 14 Tage konnten dagegen nur 13 % der Familien regelmäßig in den Urlaub fahren. 7,4 % gaben an, in den letzten 3 Jahren gar keinen Urlaub gemacht zu haben (Landesfamilienförderplanung, Seite 31, abrufbar unter: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/5_famgesjugvers/501/Jugendhilfeplanung/Gesamtbericht_Teilfachplan_Familie.pdf, Stand 31.03.2020).

Den 7. Kinder- und Jugendbericht findet ihr unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA.

VonPhilipp

Das Coronavirus und die Situation der Jugendarbeit

Im Rahmen des Coronavirus wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, um Mitglieder, Teilnehmer*innen und Mitarbeiter*innen nicht zu gefährden. Nach dem Verbot aller Zusammenkünfte von Vereinen, von Maßnahmen der außerschulischen Bildung und der Schließung von Jugendfreizeiteinrichtungen, ist ein großer Teil der üblichen Arbeit in Verbänden, Vereinen und Einrichtungen zum Erliegen gekommen.

Schon die Situation stellt große Anforderungen an Verbände, Vereine und Mitarbeiter*innen. Sie müssen die Arbeit digital am laufen halten, neue digitalte Formate testen um Kinder- und Jugendliche Freizeitangebote zu machen, Veranstaltungen absagen, Unterkünfte, Räume und Referent*innen stornieren und umplanen.

Gleichzeitig gibt es noch keine offizielles Zeichen, wie es weitergeht. Wie mit fehlenden Teilnehmer*innentagen, Öffnungszeiten, Personal-, Betriebs- und Ausfallkosten umgegangen wird.

Der Vorstand hat deswegen einen Beschluss zur aktuellen Situation gefasst und wir mit anderen Landesjugendringen zusammen einen Appell an die Jugend- und Familienminister*innenkonferenz gerichtet. Den Beschluss dokumentieren wir hier.

Der Beschluss des Vorstandes anlässlich der COVID-19 Epidemie

Die Folgen der Coronavirus-Epidemie (COVID-19) werden spürbare Auswirkungen auf die außerschulische Kinder- und Jugendbildungsarbeit im Land Sachsen-Anhalt haben. Wir betrachten die Entwicklungen mit Sorge und befürchten – teils aufgrund notwendiger Absagen von Seminaren usw. – einen massiven Rückgang der Teilnehmendenzahlen sowie ungeplante finanzielle Einbußen in der Bildungsarbeit.

Um die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt – als wichtige Orte  der Freizeit und  des außerschulischen Engagements junger Menschen – zu sichern, braucht es schnell eine Sicherheit für die regionalen und landesweiten Träger sowie ein geeignetes Maßnahmenpaket der Verantwortlichen.

Wir sehen folgende Handlungsbedarfe, sortiert nach zeitlicher Dringlichkeit:

  1. Eine Information der Träger, dass das Land und die Kommunen sie bei allen durch die Corona-Krise entstehenden verbandlichen Schwierigkeiten unterstützten werden.
  2. Die Sicherung der Liquidität der Träger durch schnelle und unbürokratische Wirtschaftshilfen, insbesondere der Jugendbildungsstätten, um deren Insolvenz zu verhindern. Wir unterstützen ausdrücklich den offenen Brief der Freizeit- und Bildungsstätten im Land Sachsen-Anhalt vom 19.03.2020 an die Landesregierung.
  3. Eine Zusicherung zur Förderung der Personal- und Betriebskosten bei allen per Verfügung geschlossenen Einrichtungen der Jugendarbeit.
  4. Eine Zusicherung, dass Kosten für digitale Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in einem angemessen Rahmen und im Rahmen der Zuwendung für die Träger als zuwendungsfähig anerkannt werden.
  5. Eine Regelung zur Zuwendungsfähigkeit von Ausfallgebühren im Rahmen der Zuwendung.
  6. Die Aussetzung der zu erbringenden Teilnehmendentage für die Jugendbildungsreferent*innen in 2020.
VonInga

Der Ring nimmt Stellung zur vorgelegten Evaluation der Jugendförderung des Landes gemäß § 31 KJHG-LSA

mit dem von der Landesregierung vorgelegten Evaluationsbericht zur Änderung des § 31 KJHG-LSA vom 31.08.2019 liegt eine umfassende und qualitativ gute Auswertung der Auswirkungen, der im Jahr 2014 durchgeführten Gesetzänderung vor. Aus Sicht des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. (KJR LSA) lassen sich hieraus folgende zentrale Schlussfolgerungen ableiten:

  1. Die Verankerung der Jugendförderung[1] im KJHG-LSA sowie die Bindung dieser Leistung an das Vorliegen einer aktuellen Jugendhilfeplanung und einer kommunalen Gegenfinanzierung hat sich als tragfähig und richtig erwiesen.
  2. In Bezug auf den Verteilungsschlüssel besteht Nachbesserungsbedarf. Hierbei ist insb. der ländliche Raum in den Blick zu nehmen. Die Evaluation empfiehlt zudem aufgrund der präventiven Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit von einer bloßen Umverteilung abzusehen und die Mittel im entsprechenden Maße aufzustocken.[2]
  3. Bezogen auf die verbandliche Kinder- und Jugendarbeit sind die Erkenntnisse unzureichend, dies deckt sich bezogen auf die kommunale Ebene mit den Erfahrungen des KJR LSA. Hier besteht entsprechender Handlungsbedarf.
  4. Die Verankerung der Dynamisierung, die von den Regierungsfraktionen 2018 beschlossen wurde und erstmals 2020 zum Tragen kommt, wird durch die Evaluation bekräftigt.[3] Um nachhaltig zu wirken ist jedoch aus Sicht der Praxis eine Höhe von mindestens 2,5% erforderlich.[4]
  5. Bezogen auf die kommunalen Jugendhilfeplanung gilt es den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen. Ziel muss es sein, gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten Standards und ein gemeinsames Datenkonzept für die Planung zu entwickeln.

Ihr wollt mehr Infos dazu: Hier geht es zu unserer kompletten Stellungnahme zur „Evaluation der Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (KJHG-LSA) vom 13.08.2014“

Den ganzen Evaluationsbericht findet ihr auf der Seite des Landtages unter: https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d5151lun.pdf (Stand. 12.02.2020)


[1] Die Jugendförderung erfolgt gemäß § 31 KJHG-LSA als Zuweisung des Landes an die Landkreise und kreisfreien Städte abhängig von der im Gebiet lebenden jungen Menschen im Alter von 10 bis 27 Jahre zweckgebunden für die Bereiche Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII), Jugendverbandsarbeit (§ 12 SGB VIII), Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII) und erzieherischer Kinder- und Jugendschutz (§ 14 SGB VIII)

[2] Vgl. Evaluation der Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (KJHG-LSA) vom 13.08.2014 DS des Landtages von Sachsen-Anhalt Nr. 7/5151 vom 29.10.2019 / kurz: Evaluation KJHG-LSA S. 141

[3] Vgl. Evaluation KJHG-LSA S. 143

[4] Vgl. Informationen unter: http://kjrlsa.de/petitionjugendarbeit (Stand 21.01.2020)

VonInga

Onlinebeteiligung zum Jugendpolitischen Programm gestartet

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration hat eine Online-Beteiligung gestartet, um herauszufinden, wie junge Menschen in Sachsen-Anhalt konkret daran beteiligt werden wollen.

➡️ Bis zum 1. März können Jugendliche Ideen und Forderungen auf der Webseite www.jugendpolitik-sachsen-anhalt.de einbringen.

Als KJR LSA begleiten wir bereits seit mehreren Jahren, u.a. mit unserem Projekt Jugend Macht Zukunft, die Vorbereitungen zur Erstellung eines Jugendpolitischen Programmes für Sachsen-Anhalt!

Ziel des Programmes ist es, die Pespektiven junger Menschen in Sachsen-Anhalt noch stärker in den Blick zu nehmen und diese fest im Regierungshandeln zu verankern.

In diesem Jahr arbeiten wir dabei als Mitglied in einer interministeriellen Arbeitsgruppe gemeinsam an der konkreten Ausgestaltung des Ganzen.

?Die Hinweise werden in der interministeriellen Arbeitsgruppe ausgewertet und fließen in das Jugendpolitische Programm der Landesregierung letztlich auch ein.

Also beteiligt euch, informiert eure Freunde, teilt den Link in eure Kanäle, damit möglichst viele junge Menschen ihre Meinungen wirksam einbringen können!

VonInga

Jugendarrest abschaffen

Als Ring haben wir im Rahmen der Anhörung am 07.06.2019 zum Gesetzesentwurf der Landesregierung zur Regelung des Vollzugs des Jugendarrestes (Landtagsdrucksache Nr. 7/3859) und zum Antrag der Fraktion DIE LINKE (Landtagsdrucksache Nr. 7/1852) Stellung genommen.

Wir lehnen den Jugendarrest grundsätzlich ab. Aus unser Sicht ist ein ganzheitlicher Ansatz, der die jungen Menschen in den Blick nimmt, zielführender, um diesen eine Lebensperspektive ohne weitere Straftaten zu eröffnen. Da die grundsätzliche Abschaffung des Jugendarrestes allerdings in die Zuständigkeit des Bundes fällt, bitten wir die Landesregierung, sich auch auf Bundesebene für dieses Ziel einzusetzen.

Zuständig ist das Land dagegen für die Regelung, dass Schulversagen in letzter Konsequenz ebenfalls zu Jugendarrest führen kann. Hier besteht Handlungsbedarf: Junge Menschen gehören in die Schule, nicht in den Arrest. Wir haben daher die Regierungsfraktionen aufgefordert, das Schulgesetz entsprechend zu ändern.

Bis zur Abschaffung des Jugendarrests fordern wir im Rahmen unserer Stellungnahme drei wesentliche Punkte:

  1. die pädagogische Ausgestaltung des Jugendarrestes und die Einbindung externer Partner*innen
  2. die Wahrung der Rechte junger Menschen im Jugendarrest
  3. die wissenschaftliche Überprüfung bzw. eine Evaluation des Jugendarrestes

Ausführlich nachlesen könnt ihr die unterschiedlichen Punkte in unserer Stellungnahme zu den Drs. 7/3859 und Drs. 7/1852