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VonAlina Weber

Stellenausschreibung Referent*in

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. sucht Verstärkung

Referent*in zur Leitung der Landeszentralstelle Jugendleiter*innencard (juleica)

für eine befristete 60% Stelle (24 Stunden/Woche) gesucht. Die Stelle ist als Elternzeitvertretung bis zum 31.12.2021 befristet.

Über uns:

Der KJR ist der Zusammenschluss der landesweiten Jugendverbände und -vereine in Sachsen-Anhalt und der AG der Kinder- und Jugendringe in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Wir setzen uns für ein vielfältiges und lebendiges Sachsen-Anhalt ein, in dem junge Menschen gut und gerne leben und an dessen Gestaltung sie aktiv mitwirken können. Dazu vertreten wir die Interessen junger Menschen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und unterstützen die Jugendverbände und Jugendarbeit.

Die Landeszentralstelle juleica

Die Landeszentralstelle juleica ist die Ansprechpartner*in rund um die Jugendleiter*innencard, den bundesweit einheitlichen und amtlich anerkannten Qualifikationsnachweis für ehrenamtliche Mitar-beiter*innen in der Jugend(verbands)arbeit. Sie widmet sich der Aufrechterhaltung und Weiterent-wicklung der juleica-Ausbildung und des ehrenamtlichen Engagements in Sachsen-Anhalt.

Ihre Aufgaben

Die Leitung der Landeszentralstelle im KJR LSA umfasst u.a. folgende Aufgaben

• Leitung des juleica Büros (Referent*in, FSJ, Minijob) – insbesondere Verantwortung für den Gesamtbereich, das Team und das Antragsverfahren

• Koordinierung des Arbeitskreis juleica mit Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe – ins-besondere Beratung von Trägern und Weiterentwicklung der juleica in Sachsen-Anhal

• Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung der juleica und des Ehrenamtes – insbesondre der Erstellung von Publikationen, Pressemitteilungen und Stellungnahmen

• Organisation von Fachveranstaltungen – insbesondere Auswahl der Themen, Planung und in-haltliche Begleitung

Ihr Profil

sie haben

• ein abgeschlossenes Hochschulstudium (min. B.A.) – vorzugsweise im Bereich Sozialwissen-schaften, Erziehungswissenschaften oder Politikwissenschaften

• Erfahrungen mit der haupt- oder ehrenamtlichen Arbeit bei einer Nichtregierungsorganisation – vielleicht sogar einem Jugendverband oder Jugendring

• Erfahrungen mit Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsorganisation

• sehr gute kommunikative und soziale Kompetenzen – insbesondere in der Zusammenarbeit im Team und mit externen Partner*innen

Sie sind

• ergebnisorientiert und haben Freude an ehrgeizigen Zielen

• sicher im Umgang mit Zahlen

• belastbar und durch- und umsetzungsstark

Wir bieten

• eine Anlehnung an den Tarifvertrag der Länder (Entgeltgruppe 10) inkl. aller Vorteile wie etwa Erfahrungsstufenaufstiege, regelmäßige Tarifanpassungen und 30 Tage Urlaub zzgl. Heilig-abend und Silvester frei

• Einstufung bei einschlägiger Berufserfahrung bis zur Erfahrungsstufe 3

• Weiterbildung

• flexible Einteilung der Arbeitszeit angepasst an die persönlichen Lebensumstände und die Möglichkeit zur mobilen Arbeit an mehreren Tagen in der Woche

• eine freundliche Arbeitsatmosphäre und sinnvolle Tätigkeit bei einem gemeinnützigen Verein

Wenn Sie den Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. und die Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt durch Ihre Tätigkeit unterstützen möchten, schicken Sie Ihre Bewerbung inkl. der üblichen Anlagen bis zum 20. November 2020 an: Philipp.Schweizer@kjr-lsa.de .

Vorstellungsgespräche finden am 04. Dezember statt.

Bewerbungskosten werden nicht erstattet.

Datenschutzerklärung für Bewerber*innen gem. Art. 13 DSGVO

Der KJR LSA möchte Sie darüber informieren, welche personenbezogenen Daten erhoben werden, bei wem sie erhoben werden und wofür diese Daten verwendet werden. Außerdem werden Sie über Ihre Rechte in Datenschutzfragen in Kenntnis gesetzt und an wen Sie sich diesbezüglich wenden können.

1. Verantwortlicher im Sinne der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist der Vorstand des KJR LSA. Fragen in datenschutzrechtlichen Angelegenheiten können Sie an den Geschäftsfüh-rer richten. Die entsprechenden Kontaktdaten lauten: Postanschrift: KJR LSA, Schleinufer 14, 39104 Magdeburg. E-Mail: datenschutz@kjr-lsa.de Hinweis: Diese E-Mail-Adresse bitte nicht für die Übersendung der Bewerbungsunterlagen verwenden!

2. Erhebung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten Bei der Übersendung von Bewer-bungsunterlagen per E-Mail werden die folgenden für das Bewerbungsverfahren erforderli-chen Daten elektronisch erfasst und gespeichert:

  • Personendaten (Name, Vorname, Anschrift, Geburtsdatum)• Kommunikationsdaten (Telefonnr., Mobilfunknr., E-Mail-Adresse)
  • ggf. Behinderung aus Gründen der Gleichstellung
  • Daten zur Ausbildung und Weiterbildung
  • Daten zum bisherigen beruflichen Werdegang, Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse
  • Angaben zu sonstigen Qualifikationen
  • Datum der Bewerbung Bei einer Bewerbung per E-Mail werden auch die mitgesandten Un-terlagen gespeichert.

Evtl. Informationen über eine Schwerbehinderung werden im Rahmen der gesetzlichen Best-immungen erhoben und verarbeitet.

3. Empfänger Ihre Daten werden ausschließlich vom Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt und nicht an Dritte weitergegeben.4.Dauer der Datenspeicherung: Die Daten werden grundsätzlich sechs Monate nach Abschluss des konkreten Bewerbungsverfahrens automatisch gelöscht. Dies gilt nicht, sofern gesetzliche Bestimmungen einer Löschung entgegenstehen, die weitere Speicherung zum Zwecke der Be-weisführung erforderlich ist oder Sie einer längeren Speicherung ausdrücklich zugestimmt haben.

4. Dauer der Datenspeicherung: Die Daten werden grundsätzlich sechs Monate nach Abschluss des konkreten Bewerbungsverfahrens automatisch gelöscht. Dies gilt nicht, sofern gesetzliche Bestimmungen einer Löschung entgegenstehen, die weitere Speicherung zum Zwecke der Be-weisführung erforderlich ist oder Sie einer längeren Speicherung ausdrücklich zugestimmt ha-ben.

5. Recht auf Auskunft, Widerruf und Löschung: Sie haben das Recht, jederzeit Auskunft zu ver-langen über die zu Ihnen beim KJR LSA gespeicherten Daten sowie deren Herkunft, Empfänger oder Kategorien von Empfängern, an die diese weitergegeben werden, und den Zweck der Speicherung. Sie können der Nutzung Ihrer Daten für die vorgenannten Zwecke jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widersprechen sowie die Löschung Ihrer Daten verlangen. Dies führt allerdings zum Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren.


Die PDF zur Stellenausschreibung gibt es hier.

VonMartin Gneist

Stellenausschreibung Referent*in zur Leitung der Landeszentralstelle Jugendleiter*innencard (juleica)

Im Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. (nachfolgend KJR), die vom Land geförderte Interessensvertretung junger Menschen und der Jugend(verbands)arbeit in Sachsen-Anhalt wird zum 01. Januar 2021 in Magdeburg eine Referent*in zur Leitung der Landeszentralstelle Jugendleiter*innencard (juleica) für eine befristete 60% Stelle (24 Stunden/Woche) gesucht. Die Stelle ist als Elternzeitvertretung bis zum 31.12.2021 befristet.

Über uns
Der KJR ist der Zusammenschluss der landesweiten Jugendverbände und -vereine in Sachsen-Anhalt und der AG der Kinder- und Jugendringe in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Wir setzen uns für ein vielfältiges und lebendiges Sachsen-Anhalt ein, in dem junge Menschen gut und gerne leben und an dessen Gestaltung sie aktiv mitwirken können.
Dazu vertreten wir die Interessen junger Menschen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und unterstützen die Jugendverbände und Jugendarbeit.

Die Landeszentralstelle juleica
Die Landeszentralstelle juleica ist die Ansprechpartnerin rund um die Jugendleiterinnencard, den bundesweit einheitlichen und amtlich anerkannten Qualifikationsnachweis für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in der Jugend(verbands)arbeit. Sie widmet sich der Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der juleica-Ausbildung und des ehrenamtlichen Engagements in Sachsen-Anhalt.

Ihre Aufgaben
Die Leitung der Landeszentralstelle im KJR LSA umfasst u.a. folgende Aufgaben:

  • Leitung des juleica Büros (Referent*in, FSJ, Minijob) – insbesondere Verantwortung für den Gesamtbereich, das Team und das Antragsverfahren
  • Koordinierung des Arbeitskreis juleica mit Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe – insbesondere Beratung von Trägern und Weiterentwicklung der juleica in Sachsen-Anhalt
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung der juleica und des Ehrenamtes – insbesondere der Erstellung von Publikationen, Pressemitteilungen und Stellungnahmen
  • Organisation von Fachveranstaltungen

Ihr Profil
Sie haben:

  • ein abgeschlossenes Hochschulstudium (min. B.A.) – vorzugsweise im Bereich Sozialwissen-schaften, Erziehungswissenschaften oder Politikwissenschaften
  • Erfahrungen mit der haupt- oder ehrenamtlichen Arbeit bei einer Nichtregierungsorganisation – vielleicht sogar einem Jugendverband oder Jugendring
  • Erfahrungen mit Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsorganisation
  • sehr gute kommunikative und soziale Kompetenzen

Sie sind:

  • ergebnisorientiert und haben Freude an ehrgeizigen Zielen
  • sicher im Umgang mit Zahlen
  • belastbar und durch- und umsetzungsstark

Wir bieten

  • eine Anlehnung an den Tarifvertrag der Länder (Entgeltgruppe 10) inkl. aller Vorteile wie etwa Erfahrungsstufenaufstiege, regelmäßige Tarifanpassungen und 30 Tage Urlaub zzgl. Heilig-abend und Silvester frei
  • Einstufung bei einschlägiger Berufserfahrung bis zur Erfahrungsstufe 3
  • Weiterbildung
  • flexible Einteilung der Arbeitszeit angepasst an die persönlichen Lebensumstände und die Möglichkeit zur mobilen Arbeit an mehreren Tagen in der Woche
  • eine freundliche Arbeitsatmosphäre und sinnvolle Tätigkeit bei einem gemeinnützigen Verein

Wenn Sie den Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. und die Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt durch Ihre Tätigkeit unterstützen möchten, schicken Sie Ihre Bewerbung inkl. der üblichen Anlagen bis zum 20. November 2020 an: philipp.Schweizer@kjr-lsa.de.
Vorstellungsgespräche finden am 04. Dezember statt.

Bewerbungskosten werden nicht erstattet.

Die Auschreibung finden Sie hier als PDF: http://kjrlsa.de/Stellenausschreibung-juleica

VonMartin Gneist

KJR beschließt Antrag: „Gemeinsam aktiv für junge Menschen – Eine gute Jugendpolitik für Sachsen-Anhalt 2021-2026“

Einleitendes
Als Zusammenschluss der Jugendverbände, -vereine und der kommunalen Kinder- und Jugendringe in Sachsen-Anhalt setzen wir uns gemeinsam für ein lebendiges und vielfältiges Sachsen-Anhalt ein, in dem junge Menschen gut und gerne Leben.

Zusammen mit unseren Partner*innen aus der Zivilgesellschaft sowie in Politik und Verwaltung arbeiten wir an einer Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen. Mit Blick auf beschränkte personelle und finanzielle Ressourcen müssen wir dabei Schwerpunkte setzen.

Die hier zusammengefassten Schwerpunkte einer guten Jugendpolitik für Sachsen-Anhalt richten wir als Kinder- und Jugendring an die demokratischen Parteien, die zur Landtagswahl kandidieren und an die kommende Landesregierung.

Jugendbeteiligung sichern und weiter stärken
Die Beteiligung junger Menschen an Entscheidungen, die sie betreffen, ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhebung ihrer Interessen und Bedürfnisse und entsprechend ein Baustein einer guten Ergebnisqualität. Die Landesregierung hat hierzu wichtige Weichen gestellt. In den kommenden Jahren muss aus den modellhaften Vorhaben und Versuchen eine Selbstverständlichkeit werden. D.h. auch, dass es eine Möglichkeit der Beteiligung an Wahlen geben muss.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • das Jugendpolitische Programm der Landesregierung fortzuschreiben und die Weichen dafür zu stellen, dass dieses nicht nur bisherige Vorhaben sammelt, sondern auch Impulse für die zukünftige Arbeit der Ministerien gibt.
  • die Voraussetzungen für die interministerielle Bearbeitung von Themen, Herausforderungen und Problemen zu verbessern.
  • die bisher modellhaften Projekte Jugend Macht Zukunft und das
    Landeszentrum Jugend + Kommune zu institutionalisieren.
  • die Altersgrenzen zur Beteiligung an kommunal- und Landtagswahlen auf 14 Jahre herabzusetzen.
  • die Verbindlichkeit der Beteiligung von jungen Menschen im Rahmen der Kommunalverfassung zu erhöhen.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen des Verwaltung.
  • die Formulierung von Qualitätskriterien durch Kinder- und
    Jugendbeteiligung in der Landesverwaltung.
  • die Unterstützung von Beteiligungsprozessen der Landesverwaltung.

Freiräume für junge Menschen stärken
Neben der Schule und Ausbildung, der Familie und der Peergroup sind Freiräume in Jugendszenen, der Jugendarbeit und der Jugendverbandsarbeit für junge Menschen, ihr Aufwachsen und die gelingende Bewältigung der Herausforderungen des Jugendalters von zentraler Bedeutung. Insbesondere mit Blick auf die zunehmende Ausdehnung nicht-freiwilliger-pädagogischer Settings und der Verzweckung von Freizeit im Jugendalter, kommt diesen Freiräumen eine wachsende Bedeutung zu. Gleichzeitig werden sie innerhalb der Jugendhilfe immer weiter marginalisiert. Hier bedarf es eines Richtungswechsels und einer Stärkung nicht-kommerzieller Freiräume. Die Coronakrise und die damit verbundenen Belastungen für die öffentlichen Haushalte drohen zu weiteren Kürzungen und Kahlschlag im Bereich der Jugend(verbands)arbeit zu führen. Die Verantwortlichen dürfen nicht dabei zuschauen, sondern müssen handeln.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • in der kommenden Legislatur ein Struktur- und Investitionsprogramm für die Jugend(verbands)arbeit aufzulegen, mit dem Ziel die Förderung der Jugendbildung und Jugendverbandsarbeit auszuweiten, zu modernisieren und bedarfsgerecht auszustatten. Folgende Bausteine sind dabei umzusetzen:
    • die verbindliche Einführung einer neuen Förderung von mindestens einer Vollzeitstelle inklusive ausreichender Personalnebenkosten und Aktivitäten der Jugendverbände.
    • die Unterstützung der Digitalisierung der Jugendverbandsarbeit,
      Jugendbildung und Jugendarbeit, durch investive und regelmäßige Förderung. Die Modernisierung der Systematik der Fördergrundsätze für Jugendbildungsveranstaltungen.
  • in der kommenden Legislatur einen Landesjugendförderplan auf den Weg zubringen um die Systematik der Förderung insgesamt zu modernisieren und zu strukturieren. Der Landesjugendplan soll dabei unter Beteiligung der Jugendverbände und Jugendbildungsträger regelmäßig fortgeschrieben werden.
  • die Ermöglichung von Förderung von landesweiten Ferienfreizeiten und Jugenderholungen.
  • die örtliche Jugendarbeit von Seiten des Landes besser zu unterstützen.
    Insbesondere
    • die Verteilung zwischen Landkreisen und kreisfreien Städten
      bedarfsgerecht zu gestalten.
    • die Förderung der Jugendverbandsarbeit §12 SGB VIII auszuweiten und mit landesweiten und örtlichen Jugendverbänden dazu ins Gespräch zu kommen.
    • die kommunale Jugendhilfeplanung mit Empfehlungen zu Qualifizieren
  • die Kürzungen in den §§11-14 in der kommunalen Haushaltskonsolidierung zuverhindern und die Kommunalaufsichten dafür zu sensibilisieren.
  • die Kürzungen der Förderung und deren Reduzierung durch Inflation
    durch die deutliche Erhöhung der Mittel nach §31 KJHG LSA
    auszugleichen.
  • die Dynamisierung der Mittel nach §31 KJHG LSA an die tatsächlichen
    Bedarfe anzupassen.
  • Regelungen zu finden, mit der die Eigenanteile von Trägern der
    Jugend(verbands)arbeit auf ein angemessenes Maß reduziert werden können, um deren Aktivitäten nachhaltig zu sichern.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Mitwirkung an der Evaluation der Richtlinie zur Förderung der Jugendarbeit und deren Modernisierung.
  • die Förderung des Austauschs der Jugendverbände, der Träger der
    Jugendbildung und der kommunalen Jugendarbeit zur Frage einer zeitgemäßen Jugend(verbands)arbeit in Sachsen-Anhalt.
  • Organisation von Fortbildungsformaten für Fachkräfte im Arbeitsbereich Jugendbildung.
  • Mitwirkung an der Formulierung fachlicher Empfehlungen für die
    Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt.

Ehrenamt und Engagement junger Menschen anerkennen und stärken
Viele junge Menschen engagieren sich und/oder übernehmen Verantwortung in Vereinen und Verbänden. Viel zu oft erfahren diese selbst, im besten Fall lediglich verbale, Wertschätzung bei Festakten und Jahrestagen. Das Engagement oder Ehrenamt junger Menschen muss auch im Alltag anerkannt und entsprechend unterstützt werden.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • durch entsprechende Förderung Möglichkeiten zur kostenfreien Fortbildung von jungen Ehrenamtlichen zu schaffen.
  • verbindliche Regelungen zur Freistellung von Schüler*innen zu schaffen.
  • die Voraussetzungen für eine Lohnfortzahlung bei Freistellung von jungen Ehrenamtlichen am Arbeitsplatz zu schaffen.
  • die freie Fahrt für Ehrenamtliche und Freiwilligendienstleistenende zu ermöglichen.
  • die Ausstattung von Ehrenamtlichen mit notwendigen „Arbeitsmitteln“ zu fördern.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen der Verwaltung.
  • Etablierung von kostenlosen Fortbildungsmöglichkeiten für junge
    Ehrenamtliche.

Die Vielfalt junger Menschen anerkennen und alle
unterstützen

„Die“ Jugend existiert nicht, vielmehr sind junge Menschen – wie Erwachsene auch – verschieden. Ein Teil der jungen Menschen hat dabei schlechtere Teilhabechancen oder erfährt regelmäßig (Mehrfach-)Diskriminierungen, etwa queere junge Menschen, junge Geflüchtete,junge Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen (sowie junge Menschen aus finanziell schwachen Zusammenhängen). Zum Ausgleich von Benachteiligungen brauchen diese
Gruppen besondere Unterstützung.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • den Aufbau und die Etablierung von Jugendzentren für queere junge Menschen (mindestens) in Magdeburg und Halle (Saale) sowie landesweite Anlaufstellen, vor allem im ländlichen Raum, zu unterstützen.
  • die Inklusion von geflüchteten jungen Menschen und jungen Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen im Rahmen der landesweiten Jugendverbandsarbeit und Jugendbildung durch folgende Maßnahmen zu unterstützen:
    • Etablierung von Fördermöglichkeiten für damit zusammenhängende Mehrkosten (z.B. Sprachmittler*innen, Übersetzungen von Infomaterial, Gebärdensprachdolmetscher*innen höhere Betreuungsschlüssel, TN-Pauschale für Assistenz, …).
    • Investitionsprogramm für Bildungsstätten und Jugendeinrichtungen zum Abbau von Barrieren.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Fachgespräche mit Expert*innen und politischen Entscheidungsträger*innen.
  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen der Verwaltung.
  • Prüfung und Umsetzung von Maßnahmen, die im Bereich der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit zur Unterstützung benachteiligter junger Menschen zur Verfügung stehen.

Kinder- und Jugendarmut bekämpfen
Armut gefährdet nicht nur ein gutes Aufwachsen junger Menschen und deren gesellschaftliche Chancen, sie ist auch der Grund mangelnder Teilhabe in Kindheit und Jugend. Beengte Wohnverhältnisse, Mängel in der Ausstattung mit Mobiliar und Technik, mangelhafte Ernährung und gesundheitliche Versorgung, kein Urlaub, weniger kommerzielle Freizeitmöglichkeiten, abgetragene und/oder im milieuspezifischen Verständnis unmodische Kleidung, keine Auslandsaufenthalte, keine Nachhilfe und häufig auch eine emotional und psychisch belastende Situation sind einige Begleiterscheinungen von Armut in Kindheit und Jugend. Sie ist Quelle von Scham und Verunsicherung junger Menschen. Angesichts des Wohlstands unserer Gesellschaft ist es nicht hinnehmbar, dass etwa 20% aller Kinder und Jugendlichen und sogar etwa 25% der jungen Volljährigen armutsgefährdet sind. In Sachsen-Anhalt ist die Situation dabei noch schlechter als im Bundesdurchschnitt und nur im Bundesland Bremen gibt es noch mehr armutsgefährdete junge Menschen als bei uns.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • die Kinder- und Jugendarmut zum Schwerpunkt des nächsten Kinder- und Jugendberichts zu machen und dabei die Armut Jugendlicher und junger Volljähriger nicht zu vergessen.
  • in der kommenden Legislaturperiode gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinder- und Jugendarmut umzusetzen:
    • Dabei sind insbesondere eine Ausbildungsgarantie für junge Menschen, wie auch die Verankerung der bundesweiten
      Mindestausbildungsvergütung in den landesseitig verantworten
      Ausbildungsgesetzen im Bereich der Sozial, Gesundheits- und
      Erziehungsberufe im Koalitionsvertrag aufzunehmen.
    • Die Heranziehung von jungen Volljährigen im Rahmen der Beteiligung an Kosten für Hilfen landesweit über eine Regelung im KJHG LSA auszusetzen.
    • Des weiteren sollen Maßnahmen ergriffen werden, die
      Wohnungslosigkeit von jungen Menschen verhindern bzw. beenden.
    • Wir fordern die Landesregierung auf sich auf Bundesbene für die Kindergrundsicherung stark zu machen, z.B. mit einer
      Bundesratsinitiative.
    • Dabei sollen Unterstützungsmöglichkeiten im Schulsystem geschaffen und langfristig etabliert werden, durch die insbesondere Kinder und Jugendliche aus armutsgefährdeten und armen Familien in ihrer schulischen Laufbahn unterstützt werden.

Wir unterstützen diese Vorhaben durch

  • Fachgespräche mit Expert*innen und politischen Entscheidungsträger*innen.
  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen der Verwaltung.
  • Prüfung und Umsetzung von Maßnahmen, die im Bereich der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit zur Unterstützung armutsgefährdeter junger Menschen zur Verfügung stehen.

Die Rahmenbedingungen für die Mobilität junger Menschen verbessern
Mobilität ist in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt die Voraussetzung von Teilhabe. Hohe Ticketpreise, mangelnde Anbindung vieler Orte und schlechte Taktung schränken junge Menschen in ihrer Teilhabe stark ein. Davon sind alle Bereiche des Lebens junger Menschen betroffen. Vom Individualverkehr sind junge Menschen auf Grund ihres Alters und ihrer finanziellen Möglichkeiten häufig abgeschnitten. Der ÖPNV ist darüber hinaus ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Gestaltung unseres Zusammenlebens.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • sich deutlich zum ÖPNV, inkl. einer entsprechenden Unterstützung, zu
    bekennen und
  • die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen zu berücksichtigen,
    insbesondere durch
    • eine erhöhte Taktung und Abstimmung zwischen Bus und Bahn.
    • einen Ausbau der Verbindungen am Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden.
    • die Übernahme der Verantwortung für die Schaffung eines ÖPNV-Tickets für junge Menschen für ganz Sachsen-Anhalt für max. 365 EUR im Jahr.
    • den Einsatz für die Schaffung von kostenlosen Transportmöglichkeiten von Fahrrädern innerhalb des ÖPNVs.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen der Verwaltung.
  • die Unterstützung bei der Beteiligung von Kinder- und Jugendlichen bzgl. ihrer Interessen und Wünsche.

Hier findet ihr den Beschluss als PDF: http://kjrlsa.de/SIK-Beschluss-GuteJugendpolitik

VonJakob Becksmann

Stellungnahme zur Beratung über die Petition „Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration

Am 30.09 2020 wurde im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration des Landtags Sachsen-Anhalt über die Petition „Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ beraten. 

Im Hinblick auf die Situation der Kinder- und Jugendarbeit in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen-Anhalt, die sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert hat, fordert die Petition: 

  • drei Millionen Euro zusätzlich für die kommunale Jugendarbeit im Landeshaushalt bereitzustellen, insb. zur Absicherung bisheriger Angebote, für Investitionen in Einrichtungen und zur Unterstützung des ländlichen Raums;  
  • dynamischer Anstieg der Jugendförderung um 2,5 % jährlich zur Wertschätzung der Fachkräfte;  
  • die Einführung eines Flächenfaktors, um den besonderen Bedingungen von ländlichen Räumen endlich Rechnung zu tragen. 

Wesentliche Forderungen dieser Petition wurden bisher nicht erfüllt. In der heutigen Beratung im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Integration hat dieser Umstand jedoch keine angemessene Würdigung erhalten. Stattdessen wurde die Petition als weitgehend erledigt abgetan. Die schriftliche Stellungnahme des Ausschusses an den Petitionsausschuss liegt noch nicht vor, aber wir haben die öffentliche Beratung im Landtag verfolgt und nehmen dazu wie folgt Stellung. 

Dynamischer Anstieg der Jugendförderung §31 KJHG-LSA 

Mit Blick auf die Forderungen zum dynamischen Anstieg der Jugendförderung, um langfristig eine tarifgerechte Bezahlung von Fachkräften zu ermöglichen, verwies das Ministerium auf die bereits bestehende jährliche Erhöhung der angesetzten Mittel. Der Ausschuss folgte dieser Einschätzung. 

  • Zwar erfolgte, wie das Ministerium feststellte, 2018 eine Dynamisierung der im §31 KJHG-LSA festgeschriebenen Höhe der Jugendförderung um jährlich 2%, diese ist jedoch nicht ausreichend, um eine tarifliche Bezahlung der Fachkräfte in der Jugend- und Jugendverbandsarbeit langfristig zu ermöglichen. Dies Problematik wird bereits in der Petition deutlich angesprochen. 
  • Um den gestiegenen Entgelten der Tarife (SuE oder VKA) Rechnung zu tragen, müsste eine Dynamisierung der Jugendförderung mindestens 2,45% betragen. Im Hinblick auf die vergleichsweise schlechten Rahmenbedingungen im Bereich der sozialen Arbeit und dem sich abzeichnenden Fachkräfteengpass ist jedoch davon auszugehen, dass die tariflichen Abschlüsse hier mittel- bis langfristig höher ausfallen.  
  • Genau deshalb fordert die Petition eine Erhöhung der 2018 erfolgten Dynamisierung der Jugendförderung nach §31 KJHG-LSA um weitere 0,5 %. Von Seiten des Ministeriums hieß es heute aber, dass die Forderung der Petition durch die 2018 erfolgte Dynamisierung bereits weitgehend umgesetzt worden wäre. Eben dem ist nicht so. Es ist nicht hinzunehmen, dass der Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration diese zentrale Forderung der Petition mit einem Verweis auf den Status quo als erledigt betrachtet. Der KJR LSA wird sich daher weiterhin für eine gesteigerte Dynamisierung einsetzen. 
  • Weiterhin ist bisher völlig unklar, wie das Landesjugendamt als Zuwendungsbehörde überprüfen will, ob und in welcher Form die Steigerungen in der Förderung für Tarifanpassungen durch die Landkreise verwendet werden. Im Zweifel kann ein Landkreis, trotz Steigerungen im Gesamttopf, aufgrund des ausschließlich demografisch basierten Verteilungsschlüssels, zukünftig sogar weniger Mittel durch das Land erhalten als bisher.

Wir stellen daher fest, dass diese Regelungen weitreichend undurchdacht sind und einer zügigen Überarbeitung unterzogen werden müssen. Es ist auch zeitnah zu überprüfen, wie in den Landkreisen und kreisfreien Städten mit der Bindung der Steigerungen an die Fachkräftefinanzierung im Jahr 2019 und 2020 umgegangen wurde

Einführung eines Flächenfaktors 

Im Hinblick auf die Einführung eines Flächenfaktors für die Verteilung der Jugendförderung, der notwendig ist, um den besonderen Bedingungen von ländlichen Räumen endlich Rechnung zu tragen, wurde weitgehend Verständnis im Ausschuss signalisiert und auch deutlich gemacht, dass man weitere Verteilungskriterien diskutieren müsse. Der Ausschuss folgte dem Ministerium und verwies auf zukünftige Diskussionen im Rahmen des geplanten jugendpolitischen Programms für das Land Sachsen-Anhalt, innerhalb dessen diese Forderung erneut aufgegriffen werden könne. 

  • Wir können diese Verzögerungen allerdings nicht nachvollziehen. Schon seitdem die Förderung und die Verteilungsmechanismen im §31 KJHG-LSA verankert wurden, setzen wir uns für eine angemessene Verteilung der Mittel ein. In der Petition machten wir diesen Punkt daher erneut stark.  
  • Die Forderung nach einem Flächenfaktor für die Verteilung der Jugendförderung bezieht sich zunächst auf die Erhaltung von Strukturen der Jugendarbeit vor Ort in Landkreisen und Kommunen. Durch den bisherigen Verteilungsschlüssel, der sich ausschließlich an dem (Kinder- und Jugendlichen-)Bevölkerungsanteil bemisst, wird es gerade im ländlichen und peripher-ländlichen Raum mit einer sich stark verringernden Anzahl an Kindern und Jugendlichen (u. a. Landkreis Harz) als auch in sehr weiträumigen Landkreisen (u. a. Landkreis Stendal) schwierig, Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit aufrecht zu erhalten.  

Wir fordern daher weiterhin eine schnelle und fachlich fundierte Reformierung der Verteilungsregelungen. Wir sind dabei auch offen für weitere Faktoren, die die Verteilung angemessener auf die Situation vor Ort ausrichten. 

Azubi-Ticket und Jugendarbeit 

Von Seiten des Ministeriums wurde angeführt, dass die geplante Einführung eines Azubi-Tickets im Januar 2021 bereits zu einer Verbesserung der Situation der Jugendarbeit im ländlichen Raum beitragen würde. Der Ausschuss folgte dieser Einschätzung. Wir können dies absolut nicht nachvollziehen und äußern hiermit unser Unverständnis über diese Argumentationslinie. 

  • Die Einführung eines Azubi-Tickets, welches vielen Tausend Auszubildenden ermöglichen wird ab Januar kostengünstiger Bus, Bahn und Straßenbahn zu fahren, ist auch aus Sicht des KJR mehr als zu begrüßen. Das Ticket verbessert grundsätzlich die Lebenssituation von jungen Menschen in einer dualen oder vollschulischen Ausbildung, da dadurch die Mobilität deutlich verbessert wird, eine spürbare Kostenentlastung für junge Menschen entsteht und die Attraktivität der Ausbildung gesteigert wird.  
  • Eine höhere Mobilität von Jugendlichen, durch das Azubi-Ticket, kann dabei zwar theoretisch zu einer besseren Erreichbarkeit von Angeboten der Jugendarbeit beitragen, hilft aber kaum, wenn Angebote im ländlichen Raum gar nicht mehr zur Verfügung stehen.
  • Das Azubi-Ticket ist nur die Antwort der Landesregierung auf das Problem, dass Auszubildende weite Strecken, hohe Kosten und lange Fahrtzeiten in Kauf nehmen müssen, um Betrieb und Berufsschule zu erreichen. Auszubildende haben dabei, wie auch viele andere junge Menschen, mit einer starken zeitlichen Verdichtung ihrer Lebenswelt zu kämpfen. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass die profitierenden jungen Menschen nun Zeit haben Angebote der Jugend(verbands)arbeit aufzusuchen, die weiter entfernt liegen und nicht wohnortnah zur Verfügung gestellt werden. 
  • Zudem ist anzumerken, dass junge Auszubildende nur einen Teil der ehrenamtlich Aktiven und Teilnehmer*innen von Angeboten der Jugendarbeit ausmachen. Mit Blick auf den Demografiebericht für Sachsen-Anhalt ist festzustellen, dass ländliche Räume für Jugendliche zwischen 18 bis 24, die eine Ausbildung oder Studium beginnen, tendenziell als Abwanderungsregionen gelten, während die kreisfreien Städte in dieser Altersgruppe Wanderungsgewinne verbuchen können. Dieser Umstand trägt noch einmal zu der Einschätzung bei, dass gerade im ländlichen Raum kaum eine Verbesserung der Rahmenbedingungen der Jugendarbeit, durch die Einführung des Azubi-Tickets zu erwarten ist. 

Zusammenfassend stellen wir fest das diese Einschätzung des Ausschusses fachlich keine Grundlage hat und eher dem Versuch gleicht, dem Petenten weiß zu machen, die Landesregierung hätte zentrale Probleme, die die Petition benennt, gelöst. Die prekäre Situation der Jugendarbeit im ländlichen Raum erfährt dadurch längst keine hinreichende Verbesserung. 

Mehr Geld im §31 KJHG-LSA 

Als letztes müssen wir feststellen, dass über die Forderung der Petition, drei Millionen Euro zusätzlich für die kommunale Jugendarbeit im Landeshaushalt bereitzustellen, in der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration nur am Rand geredet wurde. Mit Verweis auf die Haushaltsbeschlüsse wurde angemerkt, dass es nun unrealistisch sei, eine Steigerung der Förderung durchzusetzen. 

  • Die Forderung nach drei Millionen Euro zusätzlich für die Jugendarbeit halten wir aber nach wie vor für aktuell, da der gesamte Bereich der Leistungen der §§ 11 – 14 SGB VIII, insbesondere im ländlichen Bereich über Jahre hinweg Kürzungen erfahren hat. Der Evaluationsbericht zur Umsetzung des §31 KJHG LSA, wie auch unsere Analysen und Gespräche mit Fachkräften der örtlichen Ebene zeigen ein klares Bild: Die Arbeit in den Leistungsbereichen ist vielerorts prekär und eine Planungssicherheit ist nicht gegeben. Zudem ist ein flächendeckender Fachkräftemangel zu verzeichnen, da viele Kolleg*innen das Arbeitsfeld verlassen oder vor dem Ruhestand stehen. Kostensteigerungen müssen oft durch die Träger selbst gestemmt werden und die tarifliche Bezahlung der Fachkräfte ist nicht flächendeckend sichergestellt. In den letzten Jahren mussten wir auch regelmäßig Meldungen über Einrichtungsschließungen oder Kürzungen in den Landkreisen zur Kenntnis nehmen. 
  • In Bezug auf unsere Forderung einer deutlichen Erhöhung der Förderung verweist die Landesregierung regelmäßig auf die Zuständigkeit der örtlichen Ebene im Rahmen der Planungs- und Finanzierungsverantwortung sowie darauf, dass Geld die Probleme nicht allein lösen kann und dass es gut sei, dass das Land sich gesetzlich geregelt in hohem Umfang an der Finanzierung beteiligt. Der KJR ist sich der rechtlichen Lage dabei durchaus bewusst, verweist aber auf die gewachsene Finanzierungssystematik, die in Sachsen-Anhalt in gemeinsamer Verantwortung von Trägern, Kommunen, Landkreisen und dem Land realisiert wird. In Anbetracht der prekären Lage würde mehr Geld im System die Lage durchaus stabilisieren und uns Zeit verschaffen auch weitere fachliche Probleme in Angriff zu nehmen. Es gibt, wie derzeit im Landkreis Mansfeld Südharz zu beobachten, einige wunde Punkte in der Fördersystematik, aber auch in der Argumentation der Landesregierung. 
  • Zu nennen wären dabei die Haushaltslage der Landkreise und der Kommunen sowie regelmäßige Spar-/Konsolidierungshaushalte, die den Rotstift bei der Jugendförderung ansetzen. Dies geschieht auf unterschiedlichen Ebenen, auch in Verantwortung der zuständigen Kommunalaufsichten. Weiterhin bereitet der Jugendförderung die Finanzierungssystematik in den Landkreisen große Probleme, da Kommunen erfolgreich die Kreisumlageregelungen angreifen und somit dem Landkreis Einnahmen fehlen, um landkreisweit Angebote zu finanzieren. Darüber hinaus zeigt auch der Evaluationsbericht des §31 KJHG-LSA deutlich auf, dass die Jugendhilfeplanung in den Landkreisen überwiegend in den Kinderschuhen steckt. Und das, wie wir anmerken wollen, nach 30 Jahren SGB VIII. Regelmäßig stellen wir fest, dass auch keine bedarfsermittelnde Verzahnung mit den Haushaltsaufstellungen in den Landkreisen stattfindet.  

Zusammenfassend machen wir als KJR deutlich, dass diese Probleme angegangen werden müssen und das schnell. Mehr Geld im System sorgt für Stabilisierung und erhöht die Planungs- und Handlungssicherheit der Angebote §§11-14 SGB VIII, die am Ende die Lebenslagen junger Menschen im ganzen Land positiv beeinflussen. Die weiteren Probleme müssen zeitgleich angegangen werden. 

Abschlussbemerkung 

Am Ende der Beratung über die Petition stand die Empfehlung, dem Petitionsausschuss des Landtags mitzuteilen, dass sich umfangreich mit der Thematik auseinandergesetzt wurde und Anpassungen der Jugendförderung an die Tarifbestimmungen bereits umgesetzt wurden. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Aus den hier aufgeführten Gründen können wir diese Einschätzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration nicht teilen. Aus fachlicher Perspektive erlebten wir die Beratung über die Petition als Enttäuschung. 

Aus politischer Sicht stellen wir fest, dass die Regierungskoalition die Möglichkeit hatte im Haushalt 2020/21 entsprechende Weichen zu stellen. Wir haben die Expertisen dazu geliefert und viele Gespräche geführt. Am Ende müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die regierungstragenden Fraktionen schlichtweg nicht den politischen Willen hatten, die Situation und Handlungsfähigkeit der Jugendarbeit zu verbessern. 

Der KJR wird sich natürlich auch in Zukunft dafür einsetzen die Lage der Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt zu verbessern. Sowohl unter fachlichen Gesichtspunkten, wie auch im Rahmen der Finanzierungssystematik. 


Die Petition Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ wurde vom Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Kreiskinder- und Jugendringe und Stadtjugendringe, dem Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt e.V., der DGB-Jugend Sachsen-Anhalt, dem Deutschen Roten Kreuz Landesverband Sachsen-Anhalt e.V., der Evangelischen Jugend der EKM, dem bund evangelische jugend mitteldeutschland und Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt (Professor für Soziale Arbeit an der FH-Magdeburg-Stendal) gestartet. 
Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/zukunft-sichern-jugendarbeit-vor-ort-retten 

VonMartin Gneist

Jugend Macht Nachhaltigkeit: Meine Zukunft in meinen Händen

Hallo an alle jungen Menschen in Sachsen-Anhalt!

Im Zuge unseres Projekts „Jugend Macht Zukunft“ planen wir eine Jugendkonferenz zum Thema „Jugend Macht Nachhaltigkeit: Meine Zukunft in meinen Händen“ in Schierke. Vom 13.-15. November 2020 wollen WIR mit EUCH über „Konsequenten Klimaschutz“ und „Nachhaltigen Konsum“ diskutieren, und zwar direkt am Fuße des Brockens.

Lasst eure Gedanken dazu mit einfließen. Wir wollen über Themen diskutieren, die euch am Herzen liegen, um ein Positionspapier zu erstellen, das wir dem Ministerium von Umwelt, Landwirtschaft und Energie vorlegen werden.

Eure Teilnahme ermöglicht es, dass junge Menschen die Nachhaltigkeitsstrategie von Sachsen-Anhalt direkt mitbestimmen, und ihr eure Interessen mit in die Politik einfließen lassen könnt. Also kommt mit, wir freuen uns auf euch!

Hier gehts zur Anmeldung:
https://www.surveymonkey.de/r/JMZgoesSchierke

VonMartin Gneist

JMZ-Umfrage zum Thema „Nachhaltige Entwicklung in Sachsen-Anhalt aus der Perspektive junger Menschen“

Das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ startet eine landesweite Umfrage zum Thema „Nachhaltige Entwicklung in Sachsen-Anhalt aus der Perspektive junger Menschen“

Hier geht’s zum Fragebogen: JMZ-Umfrage-Nachhaltigkeit

Ziel des Fragebogens
Die Ergebnisse der Umfrage sollen politischen und gesellschaftlichen Akteur*innen zugänglich gemacht werden, um eine erste Basis zu schaffen, die die gemeinsame Gestaltung landespolitischer Entscheidungsprozesse im Feld der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik Sachsen-Anhalts ermöglichen.

Hintergrund
Letztes Jahr starteten wir einen Prozess, in dem wir gemeinsam mit jungen Menschen aus Sachsen-Anhalt die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes kritisch unter die Lupe nahmen und unsere Perspektive auf dem Nachhaltigkeitskongress stark machten.
Mehr Infos dazu findet ihr auch unter: http://kjrlsa.de/Abschlussdoku-WS-Reihe-MULE

Das war jedoch nur der Anfang. Jetzt wollen wir unsere Ziele und Maßnahmen konkret in die Landespolitik tragen.​
In fünf digitalen Konferenzen wollen wir dazu regionsspezfische Aspekte sammeln und im Rahmen der Leuchtturmthemen „Konsequenter Klimaschutz“ und „Nachhaltiger Konsum“ weiterdenken.
Hier geht es zur Anmeldung: http://kjrlsa.de/Anmeldung-JMZ-Regionalkonferenzen

Im Herbst wollen wir auf einer Tagung im Harz die Ergebnisse der Konferenzen zu einem Positionspapier bündeln und mit Expert*innen aus Wissenschaft und Politik diskutieren. Hier sollen auch die Ergebnisse der Umfrage einfließen.

Erklärung Nachhaltigkeit
Wenn wir in unserem Fragebogen von Nachhaltigkeit reden, meinen wir soziale Nachhaltigkeit (die Achtung und Förderung von Menschenrecht und Menschenwürde), ökologische Nachhaltigkeit (Umwelt und Ressourcen schonen) und ökonomische Nachhaltigkeit (Entwicklungen und Organisationen so planen, dass sie auf lange Sicht nachhaltig produzieren und agieren können).

VonMartin Gneist

JMZ-Regionalkonferenzen 2020

Nachdem wir aufgrund der Corona-Pandemie einiges an Jahresplanung neu strukturieren mussten, sind wir nun endlich an dem Punkt an dem wir unsere Regionalkonferenzen durchführen können.

Hier geht es zur Anmeldung: http://kjrlsa.de/Anmeldung-JMZ-Regionalkonferenzen

Worum geht’s?
Letztes Jahr starteten wir einen Prozess, bei dem wir gemeinsam mit jungen Menschen aus Sachsen-Anhalt die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes kritisch unter die Lupe nahmen und unsere Perspektive auf dem Nachhaltigkeitskongress stark machten. Das war jedoch nur der Anfang. Jetzt geht darum, unsere Ziele und Maßnahmen konkret in die Landespolitik einzubringen.

Mehr Infos dazu findet ihr auch unter: http://kjrlsa.de/Abschlussdoku-WS-Reihe-MULE

Was haben wir vor?
In fünf digitalen Konferenzen wollen wir dazu regionsspezfische Aspekte sammeln und im Rahmen der Leuchtturmthemen „Konsequenter Klimaschutz“ und „Nachhaltiger Konsum“ weiterdenken.

Wo wollen wir hin?
Im Herbst wollen wir auf einer Tagung im Harz die Ergebnisse der Konferenzen zu einem Positionspapier bündeln und mit Expert*innen aus Wissenschaft und Politik diskutieren. Denn die Landtagswahlen 2021 stehen bereits vor der Tür und die Ideen und Bedarfe junger Menschen müssen auch darüber hinaus wirksam einbezogen werden.

Was ist für euch noch wichtig?
Die Regionalkonferenzen finden alle digital statt, deshalb ist es wichtig, dass ihr eure E-Mail-Adresse angebt, damit wir euch die Zugangsdaten zur jeweiligen Konferenz zukommen lassen können.

Solltet ihr noch Fragen haben, dann schreibt uns einfach eine Mail an jugendmachtzukunft@kjr-lsa.de oder meldet euch bei facebook oder instagram bei uns!

Wir freuen uns auf euch!

VonJonas

Landtagssitzung am 12.06.2020

Stellungnahme des KJR zum Antrag der Fraktion DIE LINKE: „Kinder- und Familiengipfel für Sachsen-Anhalt – Kindern und Jugendlichen unter Pandemiebedingungen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen“

Der Landtag von Sachsen-Anhalt beriet am 12.06. in seiner Sitzung über einen Antrag der Fraktion Die LINKE. Die Fraktion möchte die Landesregierung damit beauftragen, einen Kinder- und Familiengipfel durchzuführen, um unter Einbindung der Zielgruppen und ihrer Interessenvertretungen über die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder-, Jugendliche und Familien zu beraten. Der Vorstand des Kinder- und Jugendring hat dazu Position bezogen:

„Der Kinder- und Jugendring begrüßt den Vorschlag der LINKEN einen Kinder-, Jugend und Familiengipfel durchzuführen, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu analysieren. Die Einbindung von Jugendverbänden muss dabei aber einen zentralen Stellenwert haben.

Generell zeigen die letzen Wochen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie junge Menschen in besonderer Weise treffen. Unklare Zukunftsperspektiven auf den Ausbildungsmärkten, eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten, unterbrochene Bindungen, verschlechterte Einkommensbedingungen der Sorgeberechtigten und erhöhter Druck in der Schule durch ständig wechselnde Lehrformen.

Die Krisenfolgen müssen daher kontinuierlich im Blick behalten werden. Dabei müssen junge Menschen und ihre Verbände ebenso nachhaltig einbezogen werden. Wir sind bereits jetzt in der Diskussion, um auch im jugendpolitischen Programm der Landesregierung Maßnahmenpakete zu verankern, die helfen die Krisenfolgen zu bewältigen und auch Weichen in die Zukunft zu stellen.“

Fabian Pfister Vorstandsvorsitzender KJR zum Antrag der LINKEN: „Kindern und Jugendlichen unter Pandemiebedingungen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen“.

Genauere Infos und Platz für Diskussionen bietet unser Facebookbeitrag zu dem Thema.

Den Antrag der LINKEN findet ihr hier:

VonJonas

Offene/mobile Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt

Teil 5 unserer Reihe zum 7. Kinder- und Jugendbericht.

Vor unserem „Fachgespräch offene Kinder- und Jugendarbeit vor, im und nach dem Shutdown“*, der am Mittwoch um 14:00 Uhr stattfinden wird, haben wir für euch Zahlen, Daten und Fakten zur offenen Kinder- und Jugendarbeit zusammengestellt. Geschaut haben wir dabei natürlich wieder in den 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung – allerdings diesmal nicht nur hier.  

Die offene/mobile Kinder- und Jugendarbeit ist eine Leistung im Rahmen des § 11 SGB VIII und wird von freien und öffentlichen Trägern erbracht. Die Zuständigkeit für die Kinder- und Jugendarbeit liegt bei den Landkreisen und kreisfreien Städten. Mit den Mitteln, die das Land über den § 31 KJHG-LSA ausreicht, unterstützt das Land u. a. diese Arbeit. 

Schaut man sich die Zahlen der Bekanntheit und der Nutzung etwas genauer an, so ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. So sind die Bekanntheit von Einrichtungen der offenen Jugendarbeit bei den Befragten, die nicht auf ein Gymnasium gehen, um 5 % höher als bei den Gymnasiast*innen. Deutlich größer ist der Unterschied bei der Nutzung. Von den Schüler*innen der Gymnasien nutzen nur 22 % die Einrichtungen. Schüler*innen aller anderen Schulformen jedoch zu 49 %. Alle Zahlen finden sich auf den Seiten 431 & 433 im Kinder- und Jugendbericht. 

Mit Blick auf alle Freizeitangebote wurden junge Menschen im Zuge der Jugendbefragung gefragt, wie sie von den Angeboten, in denen sie aktuell aktiv sind oder früher aktiv waren, erfahren haben.  Auch wenn es sich hierbei nicht um eine Frage explizit zu den Angeboten der offenen Jugendarbeit handelt, würden die Ergebnisse hier wahrscheinlich ähnlich ausfallen. Die Ergebnisse bestätigen zudem für Sachsen-Anhalt, was auch andere Jugendstudien immer wieder erfassen. Der Zugang zur Jugendarbeit erfolgt in erster Linie über Freund*innen, Familie und bereits aktive Personen. Soziale Medien wie Youtube, Facebook (18 %) sind gleich auf mit Flyern und sonstiger Werbung (ebenfalls 18 %) relativ weit hinten. An letzter Stelle stehen „Informations- und Kontaktstelle“ und „Sonstiges“ mit 3 %. Alle Zahlen finden sich im Kinder- und Jugendbericht auf Seite 434.

Im Rahmen der Jugendbefragung des Kinder- und Jugendberichtes wurden die jungen Menschen, die im Rahmen der Jugendbefragung angegeben haben, dass sie ein Jugendzentrum, einen Freizeittreff oder Jugendclub in ihrer Umgebung kennen und dort nicht hingehen, gefragt, warum sie dieses Angebot nicht nutzen. Die Antworten finden sich auf Seite 124 im Bericht. So gaben z. B. 47 % an, dass sie in ihrer Freizeit lieber andere Dinge machen. 41 % geben an, dass es dort nichts gibt, was sie interessiert, und 31 %, dass sie keine Zeit dafür haben.  Nicht gefragt wurden allerdings die jungen Menschen, die die Einrichtungen nutzen, warum sie die Einrichtungen nutzen. Hierfür gibt es allerdings Zahlen aus regionalen Studien z. B. für den Saalekreis.** Die Antworten der jungen Menschen aus dieser Erhebung findet ihr zusammengefasst auf der Grafik. 

Für einige der im 7. Kinder- und Jugendbericht dargestellten Daten gibt es bereits neuere. So auch für die Zahl der Einrichtungen der Jugendarbeit. Hier hat das Statistische Landesamt*** Ende 2019 die Zahlen für 2018 veröffentlicht. Wir greifen dement-sprechend auf die Zahlen dort zurück. Jedoch nicht, ohne euch zu verraten, wo die entsprechenden Zahlen und die dazugehörigen Ausführungen im 7. Kinder- und Jugendbericht sind. Wen also nicht nur die Zahlen, sondern auch die Auswertung im Rahmen des Berichtes interessieren, findet alles Wichtige im Kapitel: „1.1.1 Rahmen der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit“ ab Seite 145.

Die Anzahl der in den Daten des Statistischen Landesamtes gemeldeten Einrichtungen schwankt. Dennoch lässt sich seit 2014 ein abnehmender Trend verzeichnen. So gab es in ganz Sachsen-Anhalt im Jahr 2014 laut Statistischem Landesamt**** 607 Einrichtungen, in 2018 sind es 539 und damit 68 Einrichtungen weniger. Als Ring haben wir mit anderen landesweiten Trägern mit unserer Petition „Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ (vgl. http://kjrlsa.de/petitionjugendarbeit) u. a. auf diesen Trend aufmerksam gemacht. 

Der Kinder- und Jugendbericht nimmt die Entwicklung seit 2010 in den Blick und verzeichnet hier bis 2014 einen Anstieg und ab 2014 mit Blick auf 2016 einen Abfall. Ferner verweist er auf die unterschiedliche Entwicklung in den unterschiedlichen Landkreisen/kreisfreien Städten. Wer dies nachlesen kann, findet die Informationen auf den Seiten 145f. im Bericht.

Auch für die Anzahl der in den Einrichtungen der Jugendarbeit tätigen Personen gibt es seit Dezember 2019 neue Zahlen vom Statistischen Landesamt. Diese findet ihr in der Grafik. Der Kinder- und Jugendbericht beschäftigte sich auf Seite 146 mit den Entwicklungen des Personals seit 2010. Auch hier stellt der Bericht zwischen 2010 und 2014 einen Anstieg fest und konstatiert ab dort einen Rückgang. Dieser Rückgang setzt sich auch in 2018 fort. Während in 2014 noch 866 Menschen in den Einrichtungen der Jugendarbeit arbeiteten, sind es 2018 noch 817 Personen. Mit Blick auf das in den Einrichtungen tätige Personal ist zudem wichtig, dass hier ein Generationenwechsel ansteht. 2016 waren zwei Drittel der in der Jugendarbeit tätigen Personen über 40 Jahre alt, 40 % sogar über 50 Jahre alt (Bericht Seite 146). Mit Blick auf das Personal steht also ein Generationenwechsel an. Dies stellt bei den aktuellen Rahmenbedingungen und dem bestehenden Fachkräfteengpass im Bereich der Sozialen Arbeit eine große Herausforderung für die Jugendarbeit da. 

„Die Angebote sollten besser in den Schulalltag vernetzt werden. Die Angebote sind zu weit vom Wohnort im ländlichen Raum entfernt. Stadt und Land müssen gleich behandelt werden. Außerdem ist der ÖPNV zu gering ausgebaut. Die Taktung von Bus und Bahn ist zu groß.“

Diese und das Zitat auf der Folie sind zwei der Antworten, die im Kinder- und Jugendbericht als Antwort auf die offene Frage: „Hast du Ideen, wie diese Angebote und Einrichtungen verbessert werden könnten, damit du zufriedener bist? Dann teile sie uns bitte mit.“****** abgedruckt wurden.  Alle Zitate sind im Kinder- und Jugendbericht auf Seite 125 nachzulesen. Insgesamt werden dort vier Cluster vorgestellt: „Angebote besser bewerben“, „Angebote besser erreichbar machen“, „Rahmenbedingungen für Jugendarbeit sichern“ und „Jugendbeteiligung ausbauen“. 

Den ersten Teil findet ihr hier:
Den zweiten Teil findet ihr hier:
Den dritten Teil findet ihr hier:
Den vierten Teil findet ihr hier:

7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Anmerkungen/Quellen

* Infos zum „Fachgespräch offene Kinder- und Jugendarbeit vor, im und nach dem Shutdown“* und zur Liveübertragung findet ihr hier: http://kjrlsa.de/FachgespraechOKJA

** DJI: Karen Hemming, Frank Tillmann, Stefan Fehser „What’s up?“ Die Kinder- und Jugendstudie im Landkreis Saalekreis, abrufbar hier.

*** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

**** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2014“, Seite 12, abrufbar hier:

Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

***** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

****** Diese Fragen wurden im Rahmen der Jugendbefragung allen jungen Menschen gestellt, die die Frage „Alles in allem, wie zufrieden bist du mit den Angeboten und Einrichtungen in deiner Nähe, in denen Jugendliche und junge Erwachsene sich treffen und gemeinsam etwas machen können?“ mit „eher zufrieden“, „weniger zufrieden“, „unzufrieden“ oder „kann ich nicht beurteilen“ beantwortet haben. 

VonMelanie

Einigung auf juleica Ausnahmeregelungen für die Krisenzeit

Heute tagte der Arbeitskreis juleica digital mit 12 Freien und Öffentlichen Trägern. Es wurden die seit Anfang der Woche geltenden bundesweiten Regelungen für Sachsen-Anhalt konkretisieren, um Jugendleiter*innen Orientierung und Rahmenbedingungen für 2020 zu bieten.

Unten finden sich Hinweise für Schulungsträger*innen in Sachsen-Anhalt. Für Nachfragen steht die Mailadresse juleica@kjr-lsa.de zur Verfügung. Bitte berücksichtigen Sie, dass es durch Corona bedingtes Homeoffice zu Verzögerungen in den Antworten kommen kann.

Grundausbildung (Qualifizierung)

Für 2020 gilt: Grundausbildungen können anteilig als digitale Ausbildung durchgeführt und anerkannt werden. Ein Präsenz- und Gruppenanteil ist dabei notwendig. Die Grundausbildung, Die Grundausbildung, Umfang 40 Zeitstunden, kann zu maximal 50 Prozent digital durchgeführt werden. Welche Module digital umgesetzt werden, entscheiden die Schulungsträger*innen selbstständig.

Die Form der Ausbildung sollte beim Onlineantrag inklusive Datum und allen weiteren notwendigen Angaben angegeben werden.

Fortbildungen (Verlängerung)

Für 2020 gilt: Verlängerungsausbildungen können auch komplett als digitale Ausbildung durchgeführt und anerkannt werden. Die Entscheidung welche Module digital geschult werden, verbleibt bei den Verbänden bzw. Freien Träger*innen.

Die Form der Ausbildung sollte beim Onlineantrag inklusive Datum und allen weiteren notwendigen Angaben angegeben werden.

1. Hilfe-Schulung

Gemäß den Grundsätzen für Sachsen-Anhalt darf die Schulung maximal 2 Jahre vor juleica Antragstellung liegen. Im aktuellen Sonderfall entscheiden die Verbände bzw. Freien Träger Einzelfallbezogen wie sie mit der geforderten 1. Hilfe-Schulung 2020 umgehen und unter welchen Umständen und mit welchen Fristen die Schulungen bei Bedarf nachgeholt werden müssen.

Gültigkeit der Juleica

Karten, die in der Zeit vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 ihre Gültigkeit verloren haben oder verlieren würden, werden bis zum 31.12.2020 automatisch verlängert. Unabhängig davon gilt weiterhin, dass die juleica beim Wegfall der Voraussetzungen zurückzugeben ist.

Die Anpassungen im Online-Antragsverfahren sowie der Versand einer Bestätigung/eines Zertifikats bzgl. der automatischen Verlängerung werden bis Mitte/Ende Mai umgesetzt.

Hinweise für Schulungsträger

  • Die förderrechtlichen Bedingungen der Länder sind zu beachten – ggf. gibt es länderspezifische Hinweise zu Fördermöglichkeiten von Webinaren/Onlineseminaren/digitalen Maßnahmen in der aktuellen Krisenzeit. Rückfragen von Trägern der Jugendhilfe beantwortet unser KJR-Geschäftsführer gern, Kontakt siehe https://www.kjr-lsa.de/ueber-uns/geschaeftsstelle/
  • Bitte informiert die Landeszentralstelle juleica vor Schulungsbeginn darüber welche Module digital umgesetzt werden. Gern formlos per Mail: juleica@kjr-lsa.de
  • Der DBJR entwickelt ein geeignetes Verfahren, um die Gültigkeitsverlängerung im Online-Antragsverfahren sichtbar zu machen und Jugendleiter*innen eine Bestätigung für die verlängerte Zeit zur Verfügung zu stellen.
  • Die Landeszentralstelle informiert vor der Liveschaltung der technischen Anpassungen zur Gültigkeitsverlängerung freie und öffentliche Träger vor dem Versand der Bestätigungen/Zertifikate. Auf der Startseite des Antragssystems www.juleica-antrag.de wird ein Hinweis eingepflegt.
  • Unter www.juleica-ausbildung.de können nun Eintragungen von Online-Seminaren/Ausbildungen erfolgen.
  • Der DBJR wird in den kommenden Wochen gute Praxisbeispiele für Onlineseminare, Seminar-Tools und Werkzeuge zur digitalen Kommunikation sammeln und Informationen als Meldung unter juleica.dbjr.de bereitstellen. Anregungen können gern an juleica@dbjr.de gesendet werden.