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VonJonas

Offene/mobile Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt

Teil 5 unserer Reihe zum 7. Kinder- und Jugendbericht.

Vor unserem „Fachgespräch offene Kinder- und Jugendarbeit vor, im und nach dem Shutdown“*, der am Mittwoch um 14:00 Uhr stattfinden wird, haben wir für euch Zahlen, Daten und Fakten zur offenen Kinder- und Jugendarbeit zusammengestellt. Geschaut haben wir dabei natürlich wieder in den 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung – allerdings diesmal nicht nur hier.  

Die offene/mobile Kinder- und Jugendarbeit ist eine Leistung im Rahmen des § 11 SGB VIII und wird von freien und öffentlichen Trägern erbracht. Die Zuständigkeit für die Kinder- und Jugendarbeit liegt bei den Landkreisen und kreisfreien Städten. Mit den Mitteln, die das Land über den § 31 KJHG-LSA ausreicht, unterstützt das Land u. a. diese Arbeit. 

Schaut man sich die Zahlen der Bekanntheit und der Nutzung etwas genauer an, so ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. So sind die Bekanntheit von Einrichtungen der offenen Jugendarbeit bei den Befragten, die nicht auf ein Gymnasium gehen, um 5 % höher als bei den Gymnasiast*innen. Deutlich größer ist der Unterschied bei der Nutzung. Von den Schüler*innen der Gymnasien nutzen nur 22 % die Einrichtungen. Schüler*innen aller anderen Schulformen jedoch zu 49 %. Alle Zahlen finden sich auf den Seiten 431 & 433 im Kinder- und Jugendbericht. 

Mit Blick auf alle Freizeitangebote wurden junge Menschen im Zuge der Jugendbefragung gefragt, wie sie von den Angeboten, in denen sie aktuell aktiv sind oder früher aktiv waren, erfahren haben.  Auch wenn es sich hierbei nicht um eine Frage explizit zu den Angeboten der offenen Jugendarbeit handelt, würden die Ergebnisse hier wahrscheinlich ähnlich ausfallen. Die Ergebnisse bestätigen zudem für Sachsen-Anhalt, was auch andere Jugendstudien immer wieder erfassen. Der Zugang zur Jugendarbeit erfolgt in erster Linie über Freund*innen, Familie und bereits aktive Personen. Soziale Medien wie Youtube, Facebook (18 %) sind gleich auf mit Flyern und sonstiger Werbung (ebenfalls 18 %) relativ weit hinten. An letzter Stelle stehen „Informations- und Kontaktstelle“ und „Sonstiges“ mit 3 %. Alle Zahlen finden sich im Kinder- und Jugendbericht auf Seite 434.

Im Rahmen der Jugendbefragung des Kinder- und Jugendberichtes wurden die jungen Menschen, die im Rahmen der Jugendbefragung angegeben haben, dass sie ein Jugendzentrum, einen Freizeittreff oder Jugendclub in ihrer Umgebung kennen und dort nicht hingehen, gefragt, warum sie dieses Angebot nicht nutzen. Die Antworten finden sich auf Seite 124 im Bericht. So gaben z. B. 47 % an, dass sie in ihrer Freizeit lieber andere Dinge machen. 41 % geben an, dass es dort nichts gibt, was sie interessiert, und 31 %, dass sie keine Zeit dafür haben.  Nicht gefragt wurden allerdings die jungen Menschen, die die Einrichtungen nutzen, warum sie die Einrichtungen nutzen. Hierfür gibt es allerdings Zahlen aus regionalen Studien z. B. für den Saalekreis.** Die Antworten der jungen Menschen aus dieser Erhebung findet ihr zusammengefasst auf der Grafik. 

Für einige der im 7. Kinder- und Jugendbericht dargestellten Daten gibt es bereits neuere. So auch für die Zahl der Einrichtungen der Jugendarbeit. Hier hat das Statistische Landesamt*** Ende 2019 die Zahlen für 2018 veröffentlicht. Wir greifen dement-sprechend auf die Zahlen dort zurück. Jedoch nicht, ohne euch zu verraten, wo die entsprechenden Zahlen und die dazugehörigen Ausführungen im 7. Kinder- und Jugendbericht sind. Wen also nicht nur die Zahlen, sondern auch die Auswertung im Rahmen des Berichtes interessieren, findet alles Wichtige im Kapitel: „1.1.1 Rahmen der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit“ ab Seite 145.

Die Anzahl der in den Daten des Statistischen Landesamtes gemeldeten Einrichtungen schwankt. Dennoch lässt sich seit 2014 ein abnehmender Trend verzeichnen. So gab es in ganz Sachsen-Anhalt im Jahr 2014 laut Statistischem Landesamt**** 607 Einrichtungen, in 2018 sind es 539 und damit 68 Einrichtungen weniger. Als Ring haben wir mit anderen landesweiten Trägern mit unserer Petition „Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ (vgl. http://kjrlsa.de/petitionjugendarbeit) u. a. auf diesen Trend aufmerksam gemacht. 

Der Kinder- und Jugendbericht nimmt die Entwicklung seit 2010 in den Blick und verzeichnet hier bis 2014 einen Anstieg und ab 2014 mit Blick auf 2016 einen Abfall. Ferner verweist er auf die unterschiedliche Entwicklung in den unterschiedlichen Landkreisen/kreisfreien Städten. Wer dies nachlesen kann, findet die Informationen auf den Seiten 145f. im Bericht.

Auch für die Anzahl der in den Einrichtungen der Jugendarbeit tätigen Personen gibt es seit Dezember 2019 neue Zahlen vom Statistischen Landesamt. Diese findet ihr in der Grafik. Der Kinder- und Jugendbericht beschäftigte sich auf Seite 146 mit den Entwicklungen des Personals seit 2010. Auch hier stellt der Bericht zwischen 2010 und 2014 einen Anstieg fest und konstatiert ab dort einen Rückgang. Dieser Rückgang setzt sich auch in 2018 fort. Während in 2014 noch 866 Menschen in den Einrichtungen der Jugendarbeit arbeiteten, sind es 2018 noch 817 Personen. Mit Blick auf das in den Einrichtungen tätige Personal ist zudem wichtig, dass hier ein Generationenwechsel ansteht. 2016 waren zwei Drittel der in der Jugendarbeit tätigen Personen über 40 Jahre alt, 40 % sogar über 50 Jahre alt (Bericht Seite 146). Mit Blick auf das Personal steht also ein Generationenwechsel an. Dies stellt bei den aktuellen Rahmenbedingungen und dem bestehenden Fachkräfteengpass im Bereich der Sozialen Arbeit eine große Herausforderung für die Jugendarbeit da. 

„Die Angebote sollten besser in den Schulalltag vernetzt werden. Die Angebote sind zu weit vom Wohnort im ländlichen Raum entfernt. Stadt und Land müssen gleich behandelt werden. Außerdem ist der ÖPNV zu gering ausgebaut. Die Taktung von Bus und Bahn ist zu groß.“

Diese und das Zitat auf der Folie sind zwei der Antworten, die im Kinder- und Jugendbericht als Antwort auf die offene Frage: „Hast du Ideen, wie diese Angebote und Einrichtungen verbessert werden könnten, damit du zufriedener bist? Dann teile sie uns bitte mit.“****** abgedruckt wurden.  Alle Zitate sind im Kinder- und Jugendbericht auf Seite 125 nachzulesen. Insgesamt werden dort vier Cluster vorgestellt: „Angebote besser bewerben“, „Angebote besser erreichbar machen“, „Rahmenbedingungen für Jugendarbeit sichern“ und „Jugendbeteiligung ausbauen“. 

Den ersten Teil findet ihr hier:
Den zweiten Teil findet ihr hier:
Den dritten Teil findet ihr hier:
Den vierten Teil findet ihr hier:

7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Anmerkungen/Quellen

* Infos zum „Fachgespräch offene Kinder- und Jugendarbeit vor, im und nach dem Shutdown“* und zur Liveübertragung findet ihr hier: http://kjrlsa.de/FachgespraechOKJA

** DJI: Karen Hemming, Frank Tillmann, Stefan Fehser „What’s up?“ Die Kinder- und Jugendstudie im Landkreis Saalekreis, abrufbar hier.

*** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

**** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2014“, Seite 12, abrufbar hier:

Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

***** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

****** Diese Fragen wurden im Rahmen der Jugendbefragung allen jungen Menschen gestellt, die die Frage „Alles in allem, wie zufrieden bist du mit den Angeboten und Einrichtungen in deiner Nähe, in denen Jugendliche und junge Erwachsene sich treffen und gemeinsam etwas machen können?“ mit „eher zufrieden“, „weniger zufrieden“, „unzufrieden“ oder „kann ich nicht beurteilen“ beantwortet haben. 

VonMelanie

Einigung auf juleica Ausnahmeregelungen für die Krisenzeit

Heute tagte der Arbeitskreis juleica digital mit 12 Freien und Öffentlichen Trägern. Es wurden die seit Anfang der Woche geltenden bundesweiten Regelungen für Sachsen-Anhalt konkretisieren, um Jugendleiter*innen Orientierung und Rahmenbedingungen für 2020 zu bieten.

Unten finden sich Hinweise für Schulungsträger*innen in Sachsen-Anhalt. Für Nachfragen steht die Mailadresse juleica@kjr-lsa.de zur Verfügung. Bitte berücksichtigen Sie, dass es durch Corona bedingtes Homeoffice zu Verzögerungen in den Antworten kommen kann.

Grundausbildung (Qualifizierung)

Für 2020 gilt: Grundausbildungen können anteilig als digitale Ausbildung durchgeführt und anerkannt werden. Ein Präsenz- und Gruppenanteil ist dabei notwendig. Die Grundausbildung, Die Grundausbildung, Umfang 40 Zeitstunden, kann zu maximal 50 Prozent digital durchgeführt werden. Welche Module digital umgesetzt werden, entscheiden die Schulungsträger*innen selbstständig.

Die Form der Ausbildung sollte beim Onlineantrag inklusive Datum und allen weiteren notwendigen Angaben angegeben werden.

Fortbildungen (Verlängerung)

Für 2020 gilt: Verlängerungsausbildungen können auch komplett als digitale Ausbildung durchgeführt und anerkannt werden. Die Entscheidung welche Module digital geschult werden, verbleibt bei den Verbänden bzw. Freien Träger*innen.

Die Form der Ausbildung sollte beim Onlineantrag inklusive Datum und allen weiteren notwendigen Angaben angegeben werden.

1. Hilfe-Schulung

Gemäß den Grundsätzen für Sachsen-Anhalt darf die Schulung maximal 2 Jahre vor juleica Antragstellung liegen. Im aktuellen Sonderfall entscheiden die Verbände bzw. Freien Träger Einzelfallbezogen wie sie mit der geforderten 1. Hilfe-Schulung 2020 umgehen und unter welchen Umständen und mit welchen Fristen die Schulungen bei Bedarf nachgeholt werden müssen.

Gültigkeit der Juleica

Karten, die in der Zeit vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 ihre Gültigkeit verloren haben oder verlieren würden, werden bis zum 31.12.2020 automatisch verlängert. Unabhängig davon gilt weiterhin, dass die juleica beim Wegfall der Voraussetzungen zurückzugeben ist.

Die Anpassungen im Online-Antragsverfahren sowie der Versand einer Bestätigung/eines Zertifikats bzgl. der automatischen Verlängerung werden bis Mitte/Ende Mai umgesetzt.

Hinweise für Schulungsträger

  • Die förderrechtlichen Bedingungen der Länder sind zu beachten – ggf. gibt es länderspezifische Hinweise zu Fördermöglichkeiten von Webinaren/Onlineseminaren/digitalen Maßnahmen in der aktuellen Krisenzeit. Rückfragen von Trägern der Jugendhilfe beantwortet unser KJR-Geschäftsführer gern, Kontakt siehe https://www.kjr-lsa.de/ueber-uns/geschaeftsstelle/
  • Bitte informiert die Landeszentralstelle juleica vor Schulungsbeginn darüber welche Module digital umgesetzt werden. Gern formlos per Mail: juleica@kjr-lsa.de
  • Der DBJR entwickelt ein geeignetes Verfahren, um die Gültigkeitsverlängerung im Online-Antragsverfahren sichtbar zu machen und Jugendleiter*innen eine Bestätigung für die verlängerte Zeit zur Verfügung zu stellen.
  • Die Landeszentralstelle informiert vor der Liveschaltung der technischen Anpassungen zur Gültigkeitsverlängerung freie und öffentliche Träger vor dem Versand der Bestätigungen/Zertifikate. Auf der Startseite des Antragssystems www.juleica-antrag.de wird ein Hinweis eingepflegt.
  • Unter www.juleica-ausbildung.de können nun Eintragungen von Online-Seminaren/Ausbildungen erfolgen.
  • Der DBJR wird in den kommenden Wochen gute Praxisbeispiele für Onlineseminare, Seminar-Tools und Werkzeuge zur digitalen Kommunikation sammeln und Informationen als Meldung unter juleica.dbjr.de bereitstellen. Anregungen können gern an juleica@dbjr.de gesendet werden.
VonJonas

Stellenausschreibung Assistenz/Sekretär*in für Vorstand und Geschäftsführung

Beim Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. (nachfolgend KJR LSA), der vom Land geförderten Interessenvertretung junger Menschen und der
Jugend(verbands)arbeit in Sachsen-Anhalt, wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Magdeburg eine Assistenz/Sekretärin für Vorstand und Geschäftsführung/Verwaltungskraft (m|w|d) für eine unbefristete 50 %-Stelle (20 Stunden/Woche) gesucht.


Über uns
Der KJR LSA ist der Zusammenschluss der landesweiten Jugendverbände und -vereine in Sachsen-Anhalt und der AG der Kinder- und Jugendringe in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Wir setzen uns für ein vielfältiges und lebendiges Sachsen-Anhalt ein, in dem junge Menschen gut und gerne leben und an dessen Gestaltung sie aktiv mitwirken können.
Dazu vertreten wir die Interessen junger Menschen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und unterstützen die Jugendverbände und Jugendarbeit.

Nach ausführlicher Einarbeitung sind Ihre Aufgaben insbesondere die selbstständige:
• Planung, Vor- und Nachbereitung von Terminen und Sitzungen
• Überwachung von Terminen und Fristen
• Dokumentenverwaltung
• Protokollierung von Sitzungen der Gremien und Arbeitskreise (verkürzte Verlaufsprotokolle)
• Erledigung von Korrespondenz und Telefonaten
• Mitwirkung am Berichtswesen
• Recherche und Aufbereitung von Informationen
• Veranstaltungsorganisation und -begleitung

Ihr Profil
Sie haben
• eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation
• (erste) Berufserfahrungen in einem Bereich mit vergleichbaren Aufgaben
• sehr gute Kenntnisse im Umgang mit MS-Office-Produkten, MS Office365 wünschenswert
• ein sehr gutes Ausdrucksvermögen inkl. einer sehr guten Rechtschreibung und Zeichensetzung

Sie sind
• ein Organisationstalent
• kommunikationsstark
• eine zuverlässige, selbstständige und belastbare Unterstützung

Wir bieten
• eine Anlehnung an den Tarifvertrag der Länder (Entgeltgruppe 5) inkl. aller Vorteile wie etwa Erfahrungsstufenaufstiege, regelmäßige Tarifanpassungen und 30 Tage Urlaub zzgl. Heiligabend und Silvester frei
• Einstufung bei einschlägiger Berufserfahrung bis zur Erfahrungsstufe 3 (mind. 6 Jahre einschlägige Berufserfahrung)
• Weiterbildung
• flexible Einteilung der Arbeitszeit angepasst an die persönlichen Lebensumstände
• eine freundliche Arbeitsatmosphäre bei einem gemeinnützigen Verein

Wenn Sie den Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. durch Ihre Tätigkeit unterstützen möchten, schicken Sie Ihre Bewerbung inkl. der üblichen Anlagen bis zum 25. Mai 2020 an: Philipp.Schweizer@kjr-lsa.de.
Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich digital in der ersten und zweiten Juniwoche zu vereinbarten Terminen statt.
Bewerbungskosten werden nicht erstattet.

Datenschutzerklärung hier:

Link zum pdf hier:

VonMartin

Landesministerien beantworten Fragen junger Menschen zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“

Die Fragen resultierten aus der Workshop-Reihe „MitWirken! Deine Nachhaltigkeitsstrategie für Sachsen-Anhalt!“

Im Rahmen der Workshop-Reihe „MitWirken! Deine Nachhaltigkeitsstrategie für Sachsen-Anhalt!“ wurden durch das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ gemeinsam mit fast 140 jungen Menschen und weiteren Akteur*innen aus Sachsen-Anhalt die Nachhaltigkeitsstrategie das Landes untersucht.

Eine Dokumentation dazu findet ihr hier: http://kjrlsa.de/Abschlussdoku-WS-Reihe-MULE  
Die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt könnt ihr hier nachlesen: https://bit.ly/2RA8Rdo

Während der einzelnen Workshops wurden verschiedene Fragen zur Strategie erarbeitet, die im Anschluss an die dafür zuständigen Ministerien weitergeleitet wurden. Hier findet ihr nun den gesamten dazugehörigen Antworten-Katalog. Wenn ihr wollt, könnt ihr zu den jeweiligen Antworten Feedback geben. Nutzt dazu einfach die Kommentarfunktion. Wir leiten eure Anmerkungen an die entsprechende Stelle weiter.

Allgemeines an alle Ministerien

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr

https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=tSMod06Px0ClhfnlUBOTOxAqE6MxIeFGl6v7PTBXQWZUNUVQNUlER0o1MkxMUTM0UjVMSTZXT1lDUC4u

Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration

Ministerium für Inneres und Sport

Ministerium für Justiz und Gleichstellung

Ministerium für Bildung

Ministerium der Finanzen

Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

VonJonas

Institutionelle Beteiligung und Partizipation

Teil 4 der Serie des KJR LSA zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Ein Schwerpunkt der Jugendbefragung zum 7. Kinder- und Jugendbericht ist das Thema Partizipation.  Hierbei liegt der Blick insbesondere auch auf dem Aspekt der institutionellen Beteiligung, also den Möglichkeiten der Mitbestimmung in Schule, Ausbildung, Beruf oder Hochschule. 50 % der Antwortenden gaben im Rahmen der Jugendbefragung an, dass sie in ihrer Schule/beruflichen Ausbildung bzw. Umschulung/ihrem Studium/ihrer Arbeit institutionell engagiert sind oder waren (Seite 424). Guckt man auf die einzelnen Institutionen, ergibt sich ein unterschiedliches Bild. Mit 65 % ist die Anzahl der Personen, die sich in der Schule engagieren, am höchsten. Es folgen Studium und Arbeit mit jeweils 41 %. Die wenigsten jungen Menschen engagieren sich im Rahmen ihrer Ausbildung/Umschulung. Hier liegt der Wert bei 25 % (Seite 113).  Bei der Bewertung der Zahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass auch die Möglichkeiten, sich aktiv in die jeweiligen Institutionen einzubringen, sehr unterschiedlich sind. Diese sind mit Schüler*innenvertretungen, Arbeitsgemeinschaften, Schüler*innenzeitungen etc. in der Schule deutlich höher als z. B. in der Ausbildung.

Im Kinder- und Jugendbericht findet ihr die ausführlichen Infos auf Seite 110 im Bericht sowie weitere Tabellen zum Thema im Anhang ab Seite 424. 

Jungen Menschen ist es wichtig, dass das, was sie tun, auch Spaß macht – auch beim Engagement. Deutlich wird zudem, dass den befragten jungen Menschen wichtig ist, dass ihre Meinung ernstgenommen wird (45 %) bzw. dass sie mit ihrem Engagement wirklich etwas verändern können (39 %). Nicht so wichtig ist für die befragten jungen Menschen dagegen, dass sie lernen zu verstehen, wie Entscheidungen getroffen werden (18 %) bzw. dass sie sich nicht zu lange verpflichten (13 %). Die Zahlen finden sich auf Seite 115. Hieraus ergeben sich Hinweise darauf, wie Möglichkeiten der Partizipation ausgestaltet sein müssen, damit junge Menschen sich in ihnen engagieren und einbringen. Dabei scheinen der individuelle Nutzen sowie die Möglichkeit, etwas zu bewirken oder zumindest gehört und ernstgenommen zu werden, eine besondere Rolle zu spielen. Als KJR LSA haben wir uns hier bereits positioniert. Wie aus unserer Sicht die Partizipation u. a. in Schule, Hochschule, Ausbildung und Beruf verbessert werden kann, findet ihr in unserer Broschüre: „Gelebte Demokratie – Jugendpartizipation in Sachsen-Anhalt“ unter: https://www.kjr-lsa.de/service/publikationen/.

Viele der im Rahmen der Jugendbefragung im Bereich Partizipation gestellten Fragen befassen sich mit der Zufriedenheit der jungen Menschen mit den bestehenden Partizipations-möglichkeiten. Zwei Fragen wurden dabei institutionsübergrei-fend gestellt. Die Frage nach der Zufriedenheit mit den Möglichkeiten, in wichtigen Fragen mitzuentscheiden, haben wir für euch in der Grafik aufbereitet. In der zweiten Frage geht es darum, die eigene Meinung gegenüber anderen zu äußern. Insgesamt sind die jungen Menschen mit den bestehenden Möglichkeiten der Meinungsäußerung zufriedener als mit der Möglichkeit, tatsächlich bei wichtigen Fragen mitentscheiden zu können (Seiten 110, 111, 112).

Für die Frage: „Wie zufrieden bist du mit den Möglichkeiten, deine Meinung gegenüber Mitschüler*innen und Lehrer*innen frei zu äußern?“ gibt es in der Anlage des Berichtes auch eine Aufschlüsselung nach Schulformen (Seite 426). Auffällig ist hier, dass die Zufriedenheit (sehr zufrieden/eher zufrieden) an den Förderschulen und an den Berufsschulen am höchsten ist. Sie liegen damit beide über dem Gesamtwert. Die sonstigen Schulformen (Gesamt- und Gemeinschaftsschulen) sowie Gymnasien scheiden dagegen deutlich schlechter ab.  Leider wird der Frage nach dem ‚Warum‘ im Bericht nicht weiter nachgegangen. Die Zahlen für die Sekundarschulen und Förderschulen stehen übrigens entsprechend so im Bericht. Wir gehen davon aus, dass es aufgrund von Rundungen dazu kommt, dass es jeweils nicht exakt 100 %, sondern 99 % bzw. 101 % sind.

Spannend ist auch zu gucken, wo und wie sich die jungen Menschen in den Institutionen engagieren. Wir beginnen mit den jungen Menschen in Ausbildung. Wichtige Instrumente der Beteiligung für junge Menschen sind die Jugend- und Auszubildendenver-tretungen sowie die Betriebs- und Personalräte. Insgesamt 14 % der antwortenden Jugendlichen bringen sich hier ein.  Bei der Würdigung dieser Ergebnisse muss bedacht werden, dass aktuell nur 14 % der Betriebe – in denen es rechtlich möglich ist – auch  einen Betriebsrat haben (vgl. Landtag von Sachsen-Anhalt https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/2018/arbeit-der-betriebsraete-soll-unterstuetzt-werden/ Stand: 13.04.2020). Da eine Jugend- und Auszubildendenvertretung aber zwingend einen Betriebs- oder Personalrat voraussetzt, ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Betriebe mit einer Jugend- und Auszubildendenvertretung im Land noch geringer ist als die der Betriebe. Hierdurch wird jungen Menschen aus Sicht des KJR LSA eine wichtige Möglichkeit der betrieblichen Mitbestimmung genommen.

Deutlich wird an den Ergebnissen aber auch, dass die Ersteller*innen des Fragebogens und die befragten jungen Menschen unter der Frage nach dem Engagement ggf. unterschiedliche Aspekte verstanden haben. So gaben 75 % der Befragten an, in keinem der auszuwählenden Bereiche aktiv zu sein. 2 % wählten Sonstiges und benannten hier z. B. die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder ein anderes Ehrenamt (Seite 427).

Die Gruppe der Schüler*innen ist die Gruppe, die sich am meisten in der eigenen Institution engagiert. Dies wird durch eine Vielzahl an Mitbestimmungs- und Beteiligungs-formaten möglich und unterstützt. Dabei teilt sich die formale Vertretung der Schüler*innen-vertretung nach Schulgesetz in die Antworten (Klassensprecher*in/ Schulsprecher*in 35 %; Klassenrat 13 % sowie Schüler*innenvertretung
13 %). Das größte Engagementfeld stellen die Arbeitsgemeinschaften und Projekte außerhalb des Unterrichts dar.

Spannend aus dem Blickwinkel der Jugendverbände sind insbesondere die Angaben zum Thema Schulsanitätsdienst und Schüler*innenzeitungen, -radios und -webseiten. Zusammen immerhin 12 % der Schüler*innen geben an, hier aktiv zu sein. Dabei werden diese Angebote z. B. durch das @Jugendrotkreuz Sachsen-Anhalt oder @fjp>media unterstützt.

Zum Thema Mitbestimmung an Schule hat der KJR LSA bereits mehrfach Position bezogen. Z. B. in unserer Stellungnahme zur 14. Änderung des Schulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 (Diese findet ihr hier: https://www.kjr-lsa.de/jugendpolitik/stellungnahmen/ Stand: 14.04.2020).

Ihr wollt mehr wissen? Kein Problem. Den ganzen Bericht findet ihr unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Den ersten Teil findet ihr hier:
Den zweiten Teil findet ihr hier:
Den dritten Teil findet ihr hier:

VonJonas

Junge Menschen und Politik

Teil 3 der Serie des KJR LSA zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Junge Menschen sind in den letzten Jahren wieder verstärkt auch öffentlich mit ihren Themen sichtbar. Beispiele hierfür ist z. B. die Bewegung „Fridays for Future“ und die Debatte um Art. 13 EU-Verfassung (Urheberrecht und Upload Filter). Auch im Kontext der „Seebrücke“ engagieren sich viele junge Menschen. Auch im Rahmen unseres Projektes „Jugend Macht Zukunft“ haben sich junge Menschen aktiv in die Debatte um die Themen ÖPNV und Nachhaltigkeit sowie WLAN eingemischt. Spiegelt sich dieses politische Engagement auch im Kinder- und Jugendbericht wider?

Auf die Frage: „Wie stark interessierst du dich für Politik?“ antworteten 1.951 junge Menschen. 35 % von ihnen interessieren sich ’sehr stark‘ bzw. ’stark‘ für Politik. Immerhin 32 % geben an, ihr Interesse für Politik sei ‚mittel‘. Der 7. KJB verweist als Vergleich auch auf die Shell-Jugendstudie. Diese hat 2015 festgestellt, dass das politische Interesse junger Menschen seit 2002 wieder zunimmt. Damals bezeichneten sich bundesweit nur 30 % der Befragten als politisch interessiert, bei der Befragung für die 17. Shell-Jugendstudie waren es 41 %. Vergleichbare Zahlen aus Sachsen-Anhalt liegen leider nicht vor (Seite 98).

Unterschiedliche Altersgruppen wählen unterschiedlich. Dass dies so ist, erfährt man regelmäßig in den Nachwahl-betrachtungen ab 18:00 Uhr am Wahltag. Aber wie genau wählen eigentlich junge Menschen in Sachsen-Anhalt? Die Ergebnisse der 18- bis unter 27-Jährigen listet der 7. Kinder- und Jugendbericht des Landes auf Seite 74. Wir haben in der Grafik für euch diese Ergebnisse den Wahlergebnissen aller Wähler*innen gegenüber-gestellt. Auffällig ist: Junge Menschen wählen stärker B90/DIE GRÜNEN, die FDP und sonstige Parteien, dafür seltener CDU und AfD. Diese Tendenz spiegelt sich auch in der Beantwortung der Fragen nach der eigenen politischen Positionierung wider. In der Jugendbefragung zum 7. Kinder- und Jugendbericht gaben 41 % an, sich links zu verorten, 42 % der Befragten ordneten sich der politischen Mitte zu und 17 % bezeichnen sich als rechts (Seite 89).

Als Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. setzen wir uns seit langem für die Senkung des Wahlalters ein. Ziel ist es, jungen Menschen im Wortsinne eine Stimme zu geben und sie endlich an den wichtigsten Entscheidungen in unserer Demokratie teilhaben zu lassen. Wie junge Menschen wählen würden, wenn sie denn könnten, spiegeln zwei bundesweite Projekte der politischen Bildung wider, die regelmäßig zu den Wahlen stattfinden. Die Juniorwahl ist ein Projekt, welches sich an Schulen wendet. Die U18-Wahl ist insbesondere im außerschulischen Bereich angesiedelt. Die Ergebnisse zur Bundestagswahl haben wir für euch in der Grafik zusammengestellt. Die Ergebnisse der Juniorwahl findet ihr auch im 7. Kinder- und Jugendbericht auf Seite 75. Die Ergebnisse der U18-Wahl haben wir für euch ergänzt. 2017 haben bei den U18-Wahlen in Sachsen-Anhalt 4.739 Kinder und Jugendliche in 54 Wahllokalen ihre Stimme abgegeben (Quelle: https://www.facebook.com/wahlort/ Beitrag vom 22.09 2017).

„Wenn du an politische Ziele denkst, wie wichtig sind dir die folgenden Themen?“ So lautete die Frage in der Jugendbefragung, auf die 20 Antwort-vorschläge folgten.  Diese konnten dann von den teilneh-menden jungen Menschen als „sehr wichtig“, „eher wichtig“, „weder noch“, „weniger wichtig“, „nicht wichtig“ beurteilt werden. Außerdem gab es noch die Möglichkeit „kann ich nicht beurteilen“. Neben den vier Zielen, die wir euch in der Grafik vorstellen, gab es z. B. noch die Ziele „Unterschiede zwischen armen und reichen Menschen bekämpfen“ oder „ Zuwanderung stärker begrenzen“ (Seite 347). Für unsere Grafik haben wir die Ziele ausgewählt, die von den meisten Teilnehmenden als „sehr wichtig“ bzw. „eher wichtig“ beurteilt wurden.

Außerdem wurde im Rahmen der Jugendbefragung auch gefragt: „Wenn du in deinem Umfeld drei Dinge verändern könntest, welche wären das?“ Die Antworten stellt der 7. KJB leider nicht gebündelt da, sondern lässt diese immer wieder thematisch in den Bericht einfließen, z. B. zum Thema Medienkompetenz auf Seite 264 oder zu politischer Mitwirkung und Demokratie unter Seite 264. Tipp: Wenn euch die Antworten interessieren, einfach mal das Dokument nach „Wenn du in deinem Umfeld drei Dinge verändern könntest, welche wären das?“ durchsuchen, dann findet ihr die entsprechenden Stellen.

Den gesamten Bericht findet ihr unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA.

Den ersten Teil findet ihr hier.
Den zweiten Teil findet ihr hier.

VonMichael

Stellenausschreibung im Projekt „Jugend Macht Zukunft“

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. sucht für das Jugendbeteiligungsprojekt „Jugend Macht Zukunft“ eine*n Mitarbeiter*in im Rahmen eines geringfüngigen Beschäftigungsverhältnisses von 48 Stunden pro Monat.

Das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ möchte die Beteiligung von jungen Menschen auf Landesebene in Sachsen-Anhalt stärken und sie im Land strukturell verankern. Dazu werden Veranstaltungen mit jungen Menschen und erwachsenen Expert*innen organisiert, die Verwaltung des Landes beraten und junge Menschen bei ihrer Beteiligung unterstützt.

Aufgaben: Kern des Aufgabenprofils sind organisatorische Tätigkeiten in enger Abstimmung mit den zuständigen Referent*innen:

  • Recherchen, Informationsaufbereitung und –verbreitung
  • Öffentlichkeitsarbeit (insbesondere Social Media)
  • Kommunikation mit Mitgliedsverbänden, Kooperationspartner*innen etc.
  • Unterstützung bei der Vor- sowie Nachbereitung von Veranstaltungen
  • konzeptionelle Entwicklung und Ausarbeitung von Materialien
  • Unterstützung bei der Konzeptionierung und Auswertung von quantitativen und qualitativen Fragebögen

Anforderungen:

  • MS-Office-Kenntnisse
  • sicherer Umgang mit Kooperationspartner*innen
  • grundlegende Kompetenzen im Umgang mit sozialpädagogischen Methoden (wünschenswert)
  • Erfahrungen im Veranstaltungsmanagement (wünschenswert)
  • Erfahrung mit (digitalen) Beteiligungsverfahren (wünschenswert)
  • Erfahrungen mit Konferenztools, wie z.B. ZOOM
  • Grundkenntnisse in der quantitativen und qualitativen Sozialforschung
  • Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Kommunikationsfähigkeit
  • Konzeptionelles Denken und Kreativität
  • Flexibilität, Engagement, Kritikfähigkeit, Verlässlichkeit in Bezug auf Absprachen

Diese Stelle eignet sich insbesondere als Nebentätigkeit für Studierende in Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften/Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik. Die Vergütung und Arbeitszeit erfolgt entsprechend den Richtlinien einer geringfügigen Beschäftigung. Arbeitszeiten sind individuell abstimmbar. Die Stelle ist auf Grund einer befristeten Förderung – bis zum 31. Dezember 2020 befristet – bei der angestrebten Fortführung des Projektes besteht Aussicht auf eine Verlängerung bis 31. Dezember 2021.

Der Minijob wird durch die Stiftung Demokratische Jugend gefördert.

Wir freuen uns über Bewerber*innen, die sich mit ihrem Fachwissen bei uns enWir freuen uns über Bewerber*innen, die sich mit ihrem Fachwissen bei uns engagieren möchten. Ihre aussagekräftige Bewerbung – ausschließlich per E-Mail mit einer PDF-Anlage (max. 3 MB) – richten Sie bitte bis zum 22.04.2020 an die Geschäftsstelle des:

Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V.
z. Hd. Michael Behr, Referent für Kinder- und Jugendbeteiligung
Schleinufer 14

39104 Magdeburg
E-Mail: michael.behr@kjr-lsa.de

Haben Sie noch Fragen? Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen gern per Mail unter der oben genannten Mailadresse zur Verfügung.

Hier finden Sie die Ausschreibung als PDF: http://kjrlsa.de/MinijobJMZ

VonInga

Aufwachsen in Sachsen-Anhalt

Teil 2 unserer Serie zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Unter welchen Rahmenbedingungen wachsen Kinder und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt auf? Der 7. Kinder- und Jugendbericht liefert hierzu viele Daten und Fakten. Einige dieser gucken wir uns heute näher an. Hierzu schauen wir neben der Jugendbefragung auch in die von den Verfasser*innen zusammengetragenen Daten im Teil A des Berichtes (Seiten 20ff.). Schwerpunkte setzen wir auf die Themen: Demografische Entwicklung, Familie und Armut.

Gibt es in Sachsen-Anhalt 2030 weniger junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren als 2015? So wie es jetzt ausschaut nein.







Die Bevölkerungsprognose (ursprünglich aus dem Statistischen Jahrbuch 2017) kommt zu dem Schluss, dass zwar die Gruppe der unter 10-Jährigen kontinuierlich bis 2030 abnimmt, dass die Anzahl der jungen Menschen zwischen 10 bis 25 Jahre bis 2025 jedoch sogar auf 274.106 Personen steigt und dann bis 2030 relativ konstant bleibt. Alle Zahlen gibt’s auf Seite 28. Positiv auf die Anzahl der in Sachsen-Anhalt lebenden jungen Menschen haben sich zwischen 2014 und 2016 die gestiegene Zuwanderung und die steigenden Geburtenraten ausgewirkt (Seite 24). Gleichzeitig machte die Gruppe der jungen Menschen (Diesmal betrachten wir diejenigen von 0 bis unter 28 Jahren.) im Jahr 2015 in Sachsen-Anhalt nur 21,7 % aus (Seite 24). Der 7. Kinder- und Jugendbericht fasst demnach auch treffend zusammen: „Aufgrund der kleinen und tendenziell weiter schrumpfenden Alterskohorten in Sachsen-Anhalt werden Kinder und Jugendliche im Vergleich zu anderen Altersgruppen zunehmend unterrepräsentiert sein.“ (Seite 28)

In etwas weniger als 2/3 der Familien wuchs 2017 ein Kind auf. Drei Kinder und mehr gibt es nur in 7,9 % der Familien in Sachsen-Anhalt (Seite 31). Der Anteil der Kinder, die bei nur einem Elternteil aufwachsen, steigt. 2017 wuchsen 27 % der Kinder bei Alleinerziehenden auf und damit mehr als jedes 4. Kind (Seite 30). Der Anteil der Alleinerziehenden schwankt dabei stark je nach Landkreisen.  So lag er bspw. im Burgenlandkreis mit 39 % im Jahr 2016 besonders hoch und in der Börde mit 20 % besonders niedrig (Seite 31). Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Lebensformen (verheiratete und nichtverheiratete Paare mit Kindern sowie Alleinlebende mit Kindern) kontinuierlich ab. So gab es 1991 noch in 46,1 % der Lebensformen Kinder. 2017 ist das nur noch in 23 % der Fall (Seite 29). Das bedeutet auch, dass immer weniger Menschen die Erfahrung machen, wie es ist, konkret mit jungen Menschen zusammenzuleben.

Die im Rahmen der Jugendbefragung befragten jungen Menschen geben mit einer sehr großen Mehrheit (90 %) an, dass die Familienmitglieder sich gegenseitig bei Problemen helfen. Immerhin 10 % geben jedoch an, dass dies nicht bzw. überhaupt nicht der Fall ist. Gefragt wurde auch, wie in der Familie mit dem Smartphone umgegangen wird. Hier stehen Regeln und das Smartphone als Anlass für Streit in dem Mittelpunkt. Wie dies aus Sicht der Jugendlichen aussieht, findet ihr auf Seite 82 des 7. Kinder- und Jugendberichtes unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Mitbestimmung ist für junge Menschen auch in der Familie ein wichtiges Thema. Wie viele junge Menschen in der Familien mitbestimmen können, wurde daher auch in zwei Fragen im Rahmen der Jugendbefragung zum Thema gemacht.

Basis für Partizipation ist es, dass alle in der Familie auch offen ihre Meinung sagen können. Dies ist in 84 % der Familien der Fall (vgl. Grafik). Die zweite Aussage zielt auf die konkrete Beteiligung ab und lautet „Bei uns zu Hause hat jeder die gleiche Stimme, wenn etwas entschieden wird, was für die ganze Familie wichtig ist.“ Dieser Aussage stimmen immerhin ‚eher‘ bzw. ‚voll und ganz‘ 2/3 der befragten Jugendlichen zu (Seite 82).

In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Als Referenzgröße können dafür unterschiedliche mittlere Einkommen herangezogen werden, z. B. das bundesweit mittlere Einkommen oder wie in der Grafik das für Sachsen-Anhalt. Legt man dieses Landesweite Mittlere Einkommen zugrunde, waren im Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt 14,3 % aller Menschen von Armut bedroht. Bei den jungen Menschen unter 18 Jahren sind es 20,5 %. Das heißt, jedes 5. Kind in Sachsen Anhalt ist von Armut bedroht. Guckt man sich die Entwicklung an, so fällt auf, dass dieser Wert zwischen 2012 und 2017 noch um 1,6 % gestiegen ist (Seite 52).

Aus Sicht des KJR LSA ist bedauerlich, dass der Bericht nicht auch die Gruppe der jungen Menschen der zwischen 18- bis unter 25-Jährigen mit in den Blick nimmt. Auf Bundesebene ist die Gruppe der 18- bis unter 25-Jährigen mit einer Armutsgefährdungsquote von 26 % (gemessen am Bundesmedian) die am stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe (vgl. Armutsgefährdungsquote gemessen am Bundesmedian nach Alter und Geschlecht im Zeitvergleich abrufbar unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Sozialberichterstattung/Tabellen/03agq-zvbm-alter-geschl.html, Stand: 31.03.2020). Allerdings erfolgt hier, anders als im 7. Kinder- und Jugendbericht auf Seite 53, keine Differenzierung der Gruppe der unter 18-Jährigen.

Die Jugendbefragung wollte von allen Teilnehmenden neben der Frage, wie sie ihre finanzielle Situation einschätzen, auch wissen, ob bestimmte Aspekte, die in der Regel von finanziellen Ressourcen abhängig sind, für sie möglich sind. Wie erinnern hier nochmal an die Grafik von eben. 20,5 % der jungen Menschen unter 18 Jahren sind von Armut bedroht, bei den über 18-Jährigen bis unter 28-Jährigen wahrscheinlich noch mehr. Dies wirkt sich auch auf die Möglichkeiten der jungen Menschen aus, z. B. in den Urlaub zu fahren oder ins Kino zu gehen. Und dies spiegelt sich wiederum in den Antworten der Jugendlichen (Seiten 401/403) wider.

Gleichzeitig macht dies aber auch deutlich, wie wichtig die Angebote der Jugend(verbands)arbeit insbesondere in den Ferien für junge Menschen sind. Ziel muss es dabei sein, die Zugangshürden (z. B. Teilnehmenden-beiträge) so gering wie möglich zu halten, um allen junge Menschen die Möglichkeit der Teilnahme zu eröffnen.

Spannend mit Blick auf die Möglichkeit, mit der Familie Urlaub zu machen, sind auch die Ergebnisse, die im Rahmen der Familienbefragung im Zuge der landesweiten Jugendhilfeplanung ermittelt wurden. 54 % der befragten Familien gaben hier an, regelmäßig einen längeren Urlaub (5 bis 14 Tage) zu machen. Mehr als 14 Tage konnten dagegen nur 13 % der Familien regelmäßig in den Urlaub fahren. 7,4 % gaben an, in den letzten 3 Jahren gar keinen Urlaub gemacht zu haben (Landesfamilienförderplanung, Seite 31, abrufbar unter: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/5_famgesjugvers/501/Jugendhilfeplanung/Gesamtbericht_Teilfachplan_Familie.pdf, Stand 31.03.2020).

Den 7. Kinder- und Jugendbericht findet ihr unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA.

VonInga

Wer sind die jungen Menschen, die bei der Jugendbefragung zum 7. Kinder- und Jugendbericht mitgemacht haben?

Teil 1 unserer Serie zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Die Landesregierung erstellt einmal pro Legislatur einen Kinder- und Jugendbericht (§ 16 Kinder- und Jugendhilfegesetz Sachsen-Anhalt). Der 7. Kinder- und Jugendbericht liegt nun vor und er ist etwas Besonderes. Zum einen setzt er den Schwerpunkt „Jugend“, zum anderen wurden erstmals extra für den Bericht junge Menschen aus ganz Sachsen-Anhalt gefragt. In den nächsten Wochen möchten wir euch Teile aus dem Bericht vorstellen. Da die Jugendbefragung ein zentraler Aspekt ist, fangen wir damit an. Bevor es an die Ergebnisse geht… gehen wir der Fragen nach: Wer hat sich da eigentlich genau beteiligt?

Wie alt sind die jungen Menschen, die sich beteiligt haben?

Hierbei handelt es sich um Durchschnittswerte. Guckt man sich das Ganze auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte an, gibt es hier erhebliche Unterschiede. So gehören in der Börde z. B. 48 % der Teilnehmen-den der Altersgruppe der 12- bis unter 15-Jährigen an. In Dessau-Roßlau sind dagegen 50 % der Teilnehmenden 23- bis unter 28-Jährige. Ein ähnlich hoher Anteil dieser Altersgruppe findet sich auch unter den Beteiligten in den anderen beiden kreisfreien Städten. Ihr wollt wissen, wie es in eurem Landkreis aussieht? Dann einfach im 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung auf Seite 78 nachschlagen. Ihr findet ihn hier: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Mädchen*, Jungen*, trans*/inter*/queer*?

Junge Menschen sind unterschiedlich, nicht nur in Bezug auf ihr Geschlecht. Die Gruppe der Befragten kann man
z. B. auch danach unterscheiden, ob sie bei ihren Eltern wohnen
(56 %) oder nicht (44 %). Die Mehrzahl der jungen Menschen, die nicht mit ihren Eltern zusammenwohnen, wohnen übrigens in einer eigenen Wohnung (40 %). 7 % der Befragten geben zudem an, bereits ein Kind oder mehrere Kinder zu haben. Diese Zahlen findet ihr auf den Seiten 393 ff. im Bericht und diesen unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA.

Wer von den Teilnehmenden hat schon immer in Sachsen-Anhalt gelebt?

22 % der jungen Menschen, die schon außerhalb von Sachsen-Anhalt gelebt haben, haben in einem anderen Bundesland gelebt. 3 % im Ausland. Dabei handelt es sich um ganz unterschiedliche Länder, wie z. B. Großbritannien/ Vereinigtes Königreich, Österreich, China, Ägypten, Russland, Kanada, Neuseeland oder Syrien. Wenn ihr das spannend findet, findet ihr die genauen Angaben unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA auf Seite 397.

Wie ist ihre berufliche Situation?

Über die Gruppe der Schüler*innen wissen wir sogar noch etwas mehr. Von den 45 % der Schüler*innen geht die Hälfte auf das Gymnasium, 18 % von ihnen besuchen eine Sekundarschule. Auch Berufsschüler*innen (14 %) und Förderschüler*innen (13 %) haben sich beteiligt. Auf eine Gesamt- oder Gemeinschaftsschule gehen
5 % der Teilnehmenden. Wenn ihr mehr dazu erfahren wollt, guckt doch im 7. KJB auf den Seiten 78f. nach. Dort kann auch nachgelesen werden, wie sich die Gruppe der Teilnehmenden von der Gesamtgruppe der jungen Menschen zwischen 12 und unter 28 Jahren unterscheidet. Den Bericht findet ihr hier: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

VonPhilipp

Das Coronavirus und die Situation der Jugendarbeit

Im Rahmen des Coronavirus wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, um Mitglieder, Teilnehmer*innen und Mitarbeiter*innen nicht zu gefährden. Nach dem Verbot aller Zusammenkünfte von Vereinen, von Maßnahmen der außerschulischen Bildung und der Schließung von Jugendfreizeiteinrichtungen, ist ein großer Teil der üblichen Arbeit in Verbänden, Vereinen und Einrichtungen zum Erliegen gekommen.

Schon die Situation stellt große Anforderungen an Verbände, Vereine und Mitarbeiter*innen. Sie müssen die Arbeit digital am laufen halten, neue digitalte Formate testen um Kinder- und Jugendliche Freizeitangebote zu machen, Veranstaltungen absagen, Unterkünfte, Räume und Referent*innen stornieren und umplanen.

Gleichzeitig gibt es noch keine offizielles Zeichen, wie es weitergeht. Wie mit fehlenden Teilnehmer*innentagen, Öffnungszeiten, Personal-, Betriebs- und Ausfallkosten umgegangen wird.

Der Vorstand hat deswegen einen Beschluss zur aktuellen Situation gefasst und wir mit anderen Landesjugendringen zusammen einen Appell an die Jugend- und Familienminister*innenkonferenz gerichtet. Den Beschluss dokumentieren wir hier.

Der Beschluss des Vorstandes anlässlich der COVID-19 Epidemie

Die Folgen der Coronavirus-Epidemie (COVID-19) werden spürbare Auswirkungen auf die außerschulische Kinder- und Jugendbildungsarbeit im Land Sachsen-Anhalt haben. Wir betrachten die Entwicklungen mit Sorge und befürchten – teils aufgrund notwendiger Absagen von Seminaren usw. – einen massiven Rückgang der Teilnehmendenzahlen sowie ungeplante finanzielle Einbußen in der Bildungsarbeit.

Um die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt – als wichtige Orte  der Freizeit und  des außerschulischen Engagements junger Menschen – zu sichern, braucht es schnell eine Sicherheit für die regionalen und landesweiten Träger sowie ein geeignetes Maßnahmenpaket der Verantwortlichen.

Wir sehen folgende Handlungsbedarfe, sortiert nach zeitlicher Dringlichkeit:

  1. Eine Information der Träger, dass das Land und die Kommunen sie bei allen durch die Corona-Krise entstehenden verbandlichen Schwierigkeiten unterstützten werden.
  2. Die Sicherung der Liquidität der Träger durch schnelle und unbürokratische Wirtschaftshilfen, insbesondere der Jugendbildungsstätten, um deren Insolvenz zu verhindern. Wir unterstützen ausdrücklich den offenen Brief der Freizeit- und Bildungsstätten im Land Sachsen-Anhalt vom 19.03.2020 an die Landesregierung.
  3. Eine Zusicherung zur Förderung der Personal- und Betriebskosten bei allen per Verfügung geschlossenen Einrichtungen der Jugendarbeit.
  4. Eine Zusicherung, dass Kosten für digitale Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in einem angemessen Rahmen und im Rahmen der Zuwendung für die Träger als zuwendungsfähig anerkannt werden.
  5. Eine Regelung zur Zuwendungsfähigkeit von Ausfallgebühren im Rahmen der Zuwendung.
  6. Die Aussetzung der zu erbringenden Teilnehmendentage für die Jugendbildungsreferent*innen in 2020.