Kategorien-Archiv Jugendpolitik

VonInga

Fachgespräch offene Kinder- und Jugendarbeit vor, im und nach dem Shutdown

Mittwoch 13.05.2020 ab 14:00 im Live-Stream auf facebook https://www.facebook.com/kjrlsa/

Aktuell sind zwar die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt aufgrund der Corona-Situation geschlossen, die Begleitung junger Menschen durch die Einrichtungen und vor allem die Fachkräfte erfolgt jedoch weiter. Dabei geht die offene/mobile Arbeit neue Wege, improvisiert und schafft mit viel Engagement z.B. digitale Austauschräume. Dies alles erfolgt trotz der oft für die Fachkräfte und die Träger unklaren Rahmenbedingungen z.B. was die Förderfähigkeit von digitalen Angeboten angeht. Im Fachgespräch wollen wir mit unseren Gesprächspartner*innen darauf eingehen, wie die Situation vor Corona war, was die offene/mobile Jugendarbeit aktuell leistet und was dies mit Blick auf die Zeit nach Corona bedeutet.

Diskussionsrunde mit

  • Nadja Wittow (KJH Fuchsbau Magdeburg/Internationaler Bund)
  • Anne Müller-Steglich (KKJR MSH)
  • Christian Weis (DBJR)
  • Fabian Pfister (DGB-Jugend Sachsen-Anhalt/KJR LSA)
  • Philipp Schweizer (KJR LSA)

Moderation: Tanja Rußack (djo Sachsen-Anhalt/KJR LSA)

Ihr wollt mitreden oder euch mit euren Fragen einbringen?

Auf Eure Fragen kann während des Streams eingegangen werden. Gern könnt ihr uns auch schon im Vorfeld eure Fragen mitteilen. Geht hierfür bitte auf folgenden Link: oder gebt bei https://frag.jetzt/home folgenden Code ein: 2687 7527.

Das Tool steht kostenfrei und ohne Anmeldung zur Verfügung. Eure Fragen sind anonym und werden, sofern inhaltlich passend, im Stream aufgegriffen.

VonMartin

Landesministerien beantworten Fragen junger Menschen zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“

Die Fragen resultierten aus der Workshop-Reihe „MitWirken! Deine Nachhaltigkeitsstrategie für Sachsen-Anhalt!“

Im Rahmen der Workshop-Reihe „MitWirken! Deine Nachhaltigkeitsstrategie für Sachsen-Anhalt!“ wurden durch das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ gemeinsam mit fast 140 jungen Menschen und weiteren Akteur*innen aus Sachsen-Anhalt die Nachhaltigkeitsstrategie das Landes untersucht.

Eine Dokumentation dazu findet ihr hier: http://kjrlsa.de/Abschlussdoku-WS-Reihe-MULE  
Die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt könnt ihr hier nachlesen: https://bit.ly/2RA8Rdo

Während der einzelnen Workshops wurden verschiedene Fragen zur Strategie erarbeitet, die im Anschluss an die dafür zuständigen Ministerien weitergeleitet wurden. Hier findet ihr nun den gesamten dazugehörigen Antworten-Katalog. Wenn ihr wollt, könnt ihr zu den jeweiligen Antworten Feedback geben. Nutzt dazu einfach die Kommentarfunktion. Wir leiten eure Anmerkungen an die entsprechende Stelle weiter.

Allgemeines an alle Ministerien

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr

https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=tSMod06Px0ClhfnlUBOTOxAqE6MxIeFGl6v7PTBXQWZUNUVQNUlER0o1MkxMUTM0UjVMSTZXT1lDUC4u

Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration

Ministerium für Inneres und Sport

Ministerium für Justiz und Gleichstellung

Ministerium für Bildung

Ministerium der Finanzen

Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

VonMichael

Stellenausschreibung im Projekt „Jugend Macht Zukunft“

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. sucht für das Jugendbeteiligungsprojekt „Jugend Macht Zukunft“ eine*n Mitarbeiter*in im Rahmen eines geringfüngigen Beschäftigungsverhältnisses von 48 Stunden pro Monat.

Das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ möchte die Beteiligung von jungen Menschen auf Landesebene in Sachsen-Anhalt stärken und sie im Land strukturell verankern. Dazu werden Veranstaltungen mit jungen Menschen und erwachsenen Expert*innen organisiert, die Verwaltung des Landes beraten und junge Menschen bei ihrer Beteiligung unterstützt.

Aufgaben: Kern des Aufgabenprofils sind organisatorische Tätigkeiten in enger Abstimmung mit den zuständigen Referent*innen:

  • Recherchen, Informationsaufbereitung und –verbreitung
  • Öffentlichkeitsarbeit (insbesondere Social Media)
  • Kommunikation mit Mitgliedsverbänden, Kooperationspartner*innen etc.
  • Unterstützung bei der Vor- sowie Nachbereitung von Veranstaltungen
  • konzeptionelle Entwicklung und Ausarbeitung von Materialien
  • Unterstützung bei der Konzeptionierung und Auswertung von quantitativen und qualitativen Fragebögen

Anforderungen:

  • MS-Office-Kenntnisse
  • sicherer Umgang mit Kooperationspartner*innen
  • grundlegende Kompetenzen im Umgang mit sozialpädagogischen Methoden (wünschenswert)
  • Erfahrungen im Veranstaltungsmanagement (wünschenswert)
  • Erfahrung mit (digitalen) Beteiligungsverfahren (wünschenswert)
  • Erfahrungen mit Konferenztools, wie z.B. ZOOM
  • Grundkenntnisse in der quantitativen und qualitativen Sozialforschung
  • Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Kommunikationsfähigkeit
  • Konzeptionelles Denken und Kreativität
  • Flexibilität, Engagement, Kritikfähigkeit, Verlässlichkeit in Bezug auf Absprachen

Diese Stelle eignet sich insbesondere als Nebentätigkeit für Studierende in Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften/Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik. Die Vergütung und Arbeitszeit erfolgt entsprechend den Richtlinien einer geringfügigen Beschäftigung. Arbeitszeiten sind individuell abstimmbar. Die Stelle ist auf Grund einer befristeten Förderung – bis zum 31. Dezember 2020 befristet – bei der angestrebten Fortführung des Projektes besteht Aussicht auf eine Verlängerung bis 31. Dezember 2021.

Der Minijob wird durch die Stiftung Demokratische Jugend gefördert.

Wir freuen uns über Bewerber*innen, die sich mit ihrem Fachwissen bei uns enWir freuen uns über Bewerber*innen, die sich mit ihrem Fachwissen bei uns engagieren möchten. Ihre aussagekräftige Bewerbung – ausschließlich per E-Mail mit einer PDF-Anlage (max. 3 MB) – richten Sie bitte bis zum 22.04.2020 an die Geschäftsstelle des:

Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V.
z. Hd. Michael Behr, Referent für Kinder- und Jugendbeteiligung
Schleinufer 14

39104 Magdeburg
E-Mail: michael.behr@kjr-lsa.de

Haben Sie noch Fragen? Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen gern per Mail unter der oben genannten Mailadresse zur Verfügung.

Hier finden Sie die Ausschreibung als PDF: http://kjrlsa.de/MinijobJMZ

VonInga

Aufwachsen in Sachsen-Anhalt

Teil 2 unserer Serie zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Unter welchen Rahmenbedingungen wachsen Kinder und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt auf? Der 7. Kinder- und Jugendbericht liefert hierzu viele Daten und Fakten. Einige dieser gucken wir uns heute näher an. Hierzu schauen wir neben der Jugendbefragung auch in die von den Verfasser*innen zusammengetragenen Daten im Teil A des Berichtes (Seiten 20ff.). Schwerpunkte setzen wir auf die Themen: Demografische Entwicklung, Familie und Armut.

Gibt es in Sachsen-Anhalt 2030 weniger junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren als 2015? So wie es jetzt ausschaut nein.







Die Bevölkerungsprognose (ursprünglich aus dem Statistischen Jahrbuch 2017) kommt zu dem Schluss, dass zwar die Gruppe der unter 10-Jährigen kontinuierlich bis 2030 abnimmt, dass die Anzahl der jungen Menschen zwischen 10 bis 25 Jahre bis 2025 jedoch sogar auf 274.106 Personen steigt und dann bis 2030 relativ konstant bleibt. Alle Zahlen gibt’s auf Seite 28. Positiv auf die Anzahl der in Sachsen-Anhalt lebenden jungen Menschen haben sich zwischen 2014 und 2016 die gestiegene Zuwanderung und die steigenden Geburtenraten ausgewirkt (Seite 24). Gleichzeitig machte die Gruppe der jungen Menschen (Diesmal betrachten wir diejenigen von 0 bis unter 28 Jahren.) im Jahr 2015 in Sachsen-Anhalt nur 21,7 % aus (Seite 24). Der 7. Kinder- und Jugendbericht fasst demnach auch treffend zusammen: „Aufgrund der kleinen und tendenziell weiter schrumpfenden Alterskohorten in Sachsen-Anhalt werden Kinder und Jugendliche im Vergleich zu anderen Altersgruppen zunehmend unterrepräsentiert sein.“ (Seite 28)

In etwas weniger als 2/3 der Familien wuchs 2017 ein Kind auf. Drei Kinder und mehr gibt es nur in 7,9 % der Familien in Sachsen-Anhalt (Seite 31). Der Anteil der Kinder, die bei nur einem Elternteil aufwachsen, steigt. 2017 wuchsen 27 % der Kinder bei Alleinerziehenden auf und damit mehr als jedes 4. Kind (Seite 30). Der Anteil der Alleinerziehenden schwankt dabei stark je nach Landkreisen.  So lag er bspw. im Burgenlandkreis mit 39 % im Jahr 2016 besonders hoch und in der Börde mit 20 % besonders niedrig (Seite 31). Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Lebensformen (verheiratete und nichtverheiratete Paare mit Kindern sowie Alleinlebende mit Kindern) kontinuierlich ab. So gab es 1991 noch in 46,1 % der Lebensformen Kinder. 2017 ist das nur noch in 23 % der Fall (Seite 29). Das bedeutet auch, dass immer weniger Menschen die Erfahrung machen, wie es ist, konkret mit jungen Menschen zusammenzuleben.

Die im Rahmen der Jugendbefragung befragten jungen Menschen geben mit einer sehr großen Mehrheit (90 %) an, dass die Familienmitglieder sich gegenseitig bei Problemen helfen. Immerhin 10 % geben jedoch an, dass dies nicht bzw. überhaupt nicht der Fall ist. Gefragt wurde auch, wie in der Familie mit dem Smartphone umgegangen wird. Hier stehen Regeln und das Smartphone als Anlass für Streit in dem Mittelpunkt. Wie dies aus Sicht der Jugendlichen aussieht, findet ihr auf Seite 82 des 7. Kinder- und Jugendberichtes unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Mitbestimmung ist für junge Menschen auch in der Familie ein wichtiges Thema. Wie viele junge Menschen in der Familien mitbestimmen können, wurde daher auch in zwei Fragen im Rahmen der Jugendbefragung zum Thema gemacht.

Basis für Partizipation ist es, dass alle in der Familie auch offen ihre Meinung sagen können. Dies ist in 84 % der Familien der Fall (vgl. Grafik). Die zweite Aussage zielt auf die konkrete Beteiligung ab und lautet „Bei uns zu Hause hat jeder die gleiche Stimme, wenn etwas entschieden wird, was für die ganze Familie wichtig ist.“ Dieser Aussage stimmen immerhin ‚eher‘ bzw. ‚voll und ganz‘ 2/3 der befragten Jugendlichen zu (Seite 82).

In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Als Referenzgröße können dafür unterschiedliche mittlere Einkommen herangezogen werden, z. B. das bundesweit mittlere Einkommen oder wie in der Grafik das für Sachsen-Anhalt. Legt man dieses Landesweite Mittlere Einkommen zugrunde, waren im Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt 14,3 % aller Menschen von Armut bedroht. Bei den jungen Menschen unter 18 Jahren sind es 20,5 %. Das heißt, jedes 5. Kind in Sachsen Anhalt ist von Armut bedroht. Guckt man sich die Entwicklung an, so fällt auf, dass dieser Wert zwischen 2012 und 2017 noch um 1,6 % gestiegen ist (Seite 52).

Aus Sicht des KJR LSA ist bedauerlich, dass der Bericht nicht auch die Gruppe der jungen Menschen der zwischen 18- bis unter 25-Jährigen mit in den Blick nimmt. Auf Bundesebene ist die Gruppe der 18- bis unter 25-Jährigen mit einer Armutsgefährdungsquote von 26 % (gemessen am Bundesmedian) die am stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe (vgl. Armutsgefährdungsquote gemessen am Bundesmedian nach Alter und Geschlecht im Zeitvergleich abrufbar unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Sozialberichterstattung/Tabellen/03agq-zvbm-alter-geschl.html, Stand: 31.03.2020). Allerdings erfolgt hier, anders als im 7. Kinder- und Jugendbericht auf Seite 53, keine Differenzierung der Gruppe der unter 18-Jährigen.

Die Jugendbefragung wollte von allen Teilnehmenden neben der Frage, wie sie ihre finanzielle Situation einschätzen, auch wissen, ob bestimmte Aspekte, die in der Regel von finanziellen Ressourcen abhängig sind, für sie möglich sind. Wie erinnern hier nochmal an die Grafik von eben. 20,5 % der jungen Menschen unter 18 Jahren sind von Armut bedroht, bei den über 18-Jährigen bis unter 28-Jährigen wahrscheinlich noch mehr. Dies wirkt sich auch auf die Möglichkeiten der jungen Menschen aus, z. B. in den Urlaub zu fahren oder ins Kino zu gehen. Und dies spiegelt sich wiederum in den Antworten der Jugendlichen (Seiten 401/403) wider.

Gleichzeitig macht dies aber auch deutlich, wie wichtig die Angebote der Jugend(verbands)arbeit insbesondere in den Ferien für junge Menschen sind. Ziel muss es dabei sein, die Zugangshürden (z. B. Teilnehmenden-beiträge) so gering wie möglich zu halten, um allen junge Menschen die Möglichkeit der Teilnahme zu eröffnen.

Spannend mit Blick auf die Möglichkeit, mit der Familie Urlaub zu machen, sind auch die Ergebnisse, die im Rahmen der Familienbefragung im Zuge der landesweiten Jugendhilfeplanung ermittelt wurden. 54 % der befragten Familien gaben hier an, regelmäßig einen längeren Urlaub (5 bis 14 Tage) zu machen. Mehr als 14 Tage konnten dagegen nur 13 % der Familien regelmäßig in den Urlaub fahren. 7,4 % gaben an, in den letzten 3 Jahren gar keinen Urlaub gemacht zu haben (Landesfamilienförderplanung, Seite 31, abrufbar unter: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/5_famgesjugvers/501/Jugendhilfeplanung/Gesamtbericht_Teilfachplan_Familie.pdf, Stand 31.03.2020).

Den 7. Kinder- und Jugendbericht findet ihr unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA.

VonInga

Fachtagung: offene/mobile Jugendarbeit

Datum: 10. November 2020 von 10:00 bis 16:30 Uhr
Ort: Jugend- und Sozialzentrum „Mutter Teresa“, Am Charlottentor 31, 39114 Magdeburg

Fachkräfte der offenen/mobilen Arbeit leisten viel und stehen dabei den Herausforderungen im Alltag oft allein gegenüber. Gleichzeitig kommt die für die Arbeit wichtige kollegiale Beratung, der fachliche Austausch und die regelmäßige Vernetzung der Fachkräfte untereinander zu kurz. Mit der Fachtagung zur offenen/mobilen Jugendarbeit wollen wir hier ansetzen und hierfür einen Raum bieten.

Dabei wird es neben Möglichkeit sich mit Expert*innen in Workshops zu vorher festgelegten Themen auszutauschen, die Möglichkeit geben eigene Themen zu setzen und hierzu mit anderen Fachkräften in die Diskussion zu kommen.

Im Zuge einer Abschlussdiskussion wollen wir mit Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen der Frage „Quo vadis: offene Arbeit?“ nachgehen und aufzeigen, was offene Jugendarbeit leistet und was sie wert ist.

Anmeldung

Die Anmeldung ist ab sofort unter: http://kjrlsa.de/FT-offene-Arbeit möglich.

Der Ablauf

Die Organisator*innen und Förderer

Bei der Fachtagung handelt es sich um eine Fachtagung des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. in Kooperation mit dem Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt, der Internationaler Bund IB Mitte gGmbH, dem Deutschen Roten Kreuz Landesverband Sachsen-Anhalt e.V., der Evangelischen Jugend der EKM, Miteinander e.V., dem Paritätischen Jugendwerk Sachsen-Anhalt, dem Jugend und Sozialzentrum Mutter Teresa und der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Die Fachtagung wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt, die Stadt Magdeburg und durch das Engagement der beteiligten Träger und die Zurverfügungstellung ihrer Ressourcen ermöglicht.

Anfahrt zum Jugend- und Sozialzentrum „Mutter Teresa“

Durch die beginnenden Brückenbauarbeiten hat sich die Verkehrsführung zum Jugend- und Sozialzentrum „Mutter Teresa“ geändert.

VonPhilipp

Das Coronavirus und die Situation der Jugendarbeit

Im Rahmen des Coronavirus wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, um Mitglieder, Teilnehmer*innen und Mitarbeiter*innen nicht zu gefährden. Nach dem Verbot aller Zusammenkünfte von Vereinen, von Maßnahmen der außerschulischen Bildung und der Schließung von Jugendfreizeiteinrichtungen, ist ein großer Teil der üblichen Arbeit in Verbänden, Vereinen und Einrichtungen zum Erliegen gekommen.

Schon die Situation stellt große Anforderungen an Verbände, Vereine und Mitarbeiter*innen. Sie müssen die Arbeit digital am laufen halten, neue digitalte Formate testen um Kinder- und Jugendliche Freizeitangebote zu machen, Veranstaltungen absagen, Unterkünfte, Räume und Referent*innen stornieren und umplanen.

Gleichzeitig gibt es noch keine offizielles Zeichen, wie es weitergeht. Wie mit fehlenden Teilnehmer*innentagen, Öffnungszeiten, Personal-, Betriebs- und Ausfallkosten umgegangen wird.

Der Vorstand hat deswegen einen Beschluss zur aktuellen Situation gefasst und wir mit anderen Landesjugendringen zusammen einen Appell an die Jugend- und Familienminister*innenkonferenz gerichtet. Den Beschluss dokumentieren wir hier.

Der Beschluss des Vorstandes anlässlich der COVID-19 Epidemie

Die Folgen der Coronavirus-Epidemie (COVID-19) werden spürbare Auswirkungen auf die außerschulische Kinder- und Jugendbildungsarbeit im Land Sachsen-Anhalt haben. Wir betrachten die Entwicklungen mit Sorge und befürchten – teils aufgrund notwendiger Absagen von Seminaren usw. – einen massiven Rückgang der Teilnehmendenzahlen sowie ungeplante finanzielle Einbußen in der Bildungsarbeit.

Um die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt – als wichtige Orte  der Freizeit und  des außerschulischen Engagements junger Menschen – zu sichern, braucht es schnell eine Sicherheit für die regionalen und landesweiten Träger sowie ein geeignetes Maßnahmenpaket der Verantwortlichen.

Wir sehen folgende Handlungsbedarfe, sortiert nach zeitlicher Dringlichkeit:

  1. Eine Information der Träger, dass das Land und die Kommunen sie bei allen durch die Corona-Krise entstehenden verbandlichen Schwierigkeiten unterstützten werden.
  2. Die Sicherung der Liquidität der Träger durch schnelle und unbürokratische Wirtschaftshilfen, insbesondere der Jugendbildungsstätten, um deren Insolvenz zu verhindern. Wir unterstützen ausdrücklich den offenen Brief der Freizeit- und Bildungsstätten im Land Sachsen-Anhalt vom 19.03.2020 an die Landesregierung.
  3. Eine Zusicherung zur Förderung der Personal- und Betriebskosten bei allen per Verfügung geschlossenen Einrichtungen der Jugendarbeit.
  4. Eine Zusicherung, dass Kosten für digitale Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in einem angemessen Rahmen und im Rahmen der Zuwendung für die Träger als zuwendungsfähig anerkannt werden.
  5. Eine Regelung zur Zuwendungsfähigkeit von Ausfallgebühren im Rahmen der Zuwendung.
  6. Die Aussetzung der zu erbringenden Teilnehmendentage für die Jugendbildungsreferent*innen in 2020.
VonInga

Landeshaushalt 2020/2021 jugendgerecht gestalten!

Vom 11.03. bis zum 13.03.2020 finden die „Bereinigungssitzungen“ des Finanzausschusses des Landtages statt. Zum voraussichtlich letzten Mal wird also der Entwurf des Doppelhaushalt 2020/2021 im Ausschuss beraten. Als Ring haben wir frühzeitig Aspekte benannt, die Teil eines jugendgerechten Haushaltes wären. Im Fokus stehen dabei nicht große Sprünge, sondern vor allem die Absicherung des bestehenden Angebotes. Dafür fordern wir: 3 Millionen Euro mehr für die kommunale Jugendförderung, 500.000 Euro mehr für die landesweite Jugendarbeit sowie den Einstieg in einen für junge Menschen attraktiven ÖPNV. Keiner dieser Aspekte fand sich im Entwurf der Landesregierung – aber Mittwoch und Donnerstag besteht noch die Möglichkeit dies zu ändern!

Im September 2019 haben wir, der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. (KJR LSA), den Abgeordneten aus dem Sozialausschuss, dem Finanzausschuss, dem Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr sowie den Fraktionsvorsitzenden unsere Forderungen für einen jugendgerechten Landeshaushalt zugesandt. Nach langer Diskussion liegt jetzt der Haushaltsentwurf der Landesregierung vor. Als KJR LSA haben wir diesen Entwurf nun mit Blick auf die aufgestellten Forderungen überprüft. Das Ergebnis ist leider ernüchternd.

Als KJR LSA fordern wir die Mitglieder des Landtages auf, die aufgeworfenen Aspekte im Rahmen der Haushaltsverhandlungen aktiv aufzugreifen und umzusetzen.  

  1. Unsere Forderung: Kommunale Jugendarbeit ist Voraussetzung einer guten landesweiten Jugendpolitik.
  2. Unsere Forderung: gute Arbeitsbedingungen und ein umfassendes Angebot für junge Menschen auf Landesebene absichern
  3. Unsere Forderung: Ein jugendgerechter ÖPNV ermöglicht Mobilität für alle jungen Menschen.
  4. Unsere Forderung: eine ausreichende und angemessene Förderung der institutionellen Träger aus der Zivilgesellschaft

Unsere Forderung: Kommunale Jugendarbeit ist Voraussetzung einer guten landesweiten Jugendpolitik.

Kommunale Jugendarbeitsstrukturen, wie die Ortsgruppe der Jugendfeuerwehr oder der Jugendclub um die Ecke, bilden die Basis einer guten Jugendpolitik. Sie bieten als Orte, die junge Menschen freiwillig besuchen und aktiv mitgestalten, einen wichtigen Ansatzpunkt für Selbstpositionierung und Verselbstständigung junger Menschen. Sie ermöglichen eine aktive Beteiligung junger Menschen vor Ort – aber auch an landesweiten Projekten. Die Situation der Kinder- und Jugendarbeit in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen-Anhalt hat sich über Jahre verschlechtert. Trotz einiger Verbesserungen in dieser Legislaturperiode reicht das im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes bereitgestellte Geld zur Förderung nicht aus, um eine zukunftssichere und bedarfsgerechte Jugendarbeit zu ermöglichen.

Als KJR LSA fordern wir:

  • drei Millionen Euro zusätzlich für die kommunale Jugendarbeit im Landeshaushalt bereitzustellen, insb. zur Absicherung bisheriger Angebote, für Investitionen in Einrichtungen und zur Unterstützung des ländlichen Raums;
  • einen dynamischen Anstieg der Jugendförderung um 2,5 % statt 2,0 % jährlich zur Wertschätzung der Fachkräfte und zum Ausgleich von Kosten- und Tarifsteigerungen;
  • die Einführung eines Flächenfaktors, um den besonderen Bedingungen von ländlichen Räumen endlich Rechnung zu tragen.

Der Entwurf des Doppelhaushaltes 2020/2021

Derzeit sieht der Entwurf des Doppelhaushaltes 2020/2021 keine Veränderungen im Bereich des § 31 KJHG-LSA vor. Inzwischen liegt die vom Land Sachsen-Anhalt in Auftrag gegebene Evaluation des § 31 KJHG LSA vor. Diese stellt fest:

„Der Verteilungsschlüssel der Landesförderung sollte nicht ausschließlich an den beim Träger der örtlichen Jugendhilfe maßgeblichen (Kinder- und Jugendlichen-)Bevölkerungsanteil gebunden werden, sondern es sollten verschiedene Faktoren, die die spezifische regionale Situation abbilden, ergänzend berücksichtigt werden. Solche Faktoren wären neben einem Mobilitätsfaktor oder Flächenfaktor für ländliche Räume und einem Oberzentrenfaktor für die drei kreisfreien Städte auch ein Faktor zur Berücksichtigung von sog. Brennpunkten. Das bedeutet in der Konsequenz entweder eine Umverteilung der Landesmittel oder eine Erhöhung der Landesmittel. Angesichts der präventiven Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit sollte von einer Umverteilung abgesehen werden.“

Darüber hinaus macht die am 27.09.2019 dem Landtag übergebene „Petition: Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ mit über 8.000 gesammelten Unterschriften, davon über 7.000 aus Sachsen-Anhalt, den Handlungsbedarf deutlich. Auch der Landesjugendhilfeausschuss weist in seinem Beschluss zum Doppelhaushalt 2020/2021 (LJHA-Beschluss 2019-(7)-9) auf die Berücksichtigung der Evaluationsergebnisse hin.

Unsere Forderung: gute Arbeitsbedingungen und ein umfassendes Angebot für junge Menschen auf Landesebene absichern

Die landesweiten Aktivitäten der Jugendverbände sowie anderer landesweiter Träger der Jugendarbeit werden in Sachsen-Anhalt im Rahmen der „Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Jugendarbeit, der Jugendverbände, der Jugendsozialarbeit sowie des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes“ gefördert. Diese wurden mit Wirkung zum 01.01.2019 umfassend novelliert. Mit der Novellierung einher gingen insb. wichtige Verbesserungen für die Träger der Jugendbildung bspw. im Bereich der Personalkostenförderung. Sollen die derzeit über die Richtlinien finanzierten Angebote über 2019 hinaus so weiter bestehen bleiben, bedarf es einer Erhöhung der Mittel der entsprechenden Titelgruppe. Kommt es nicht zu einer Erhöhung, droht eine Situation, in der die bisherigen Angebote in 2021 nicht mehr finanzierbar sind.

Als KJR LSA fordern wir:

  • Erhöhung der Titelgruppe 61 im Landeshaushalt um 500.000 Euro

Der Entwurf des Doppelhaushaltes 2020/2021

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt hatte eine entsprechende Erhöhung der Titelgruppe 61 im EP 05 in seinem ursprünglichen Entwurf mit angemeldet und folgte damit u. a. auch der fachlichen Empfehlung des Landesjugendhilfeausschusses (LJHA-Beschluss 2019-(7)-5 / 2019-(7)-9). Im Rahmen des Haushaltsaufstellungprozesses wurde diese Erhöhung jedoch zurückgenommen. Die im Vergleich zu 2019 leichte Erhöhung resultiert aus einer neuen Schätzung der Einnahmen aus Lotto Toto. Eine Garantie für diese auf Schätzungen beruhenden Mehreinnahmen gibt es nicht.

Darüber hinaus können diese zusätzlichen Mittel die entstandene Lücke zwischen erforderlichen Mitteln und den Mitteln aus Lotto Toto einerseits und Restmitteln andererseits nicht vollständig schließen. Dies hat zur Folge, dass die derzeit noch bestehenden Restmittel abgeschmolzen werden müssen, wenn überhaupt der gerade verbesserte Status Quo erhalten bleiben soll.

Da für die TG 61 am Jahresanfang immer nur eine Teilzuweisung der Mittel in Höhe von 75 % (Konzessionsabgabe) erfolgt, braucht es aber diese Restmittel, um am Jahresanfang überhaupt die Mittel für das Haushaltsjahr durch Bescheide binden zu können. Die Restmittel des jeweiligen Vorjahres sind also die Bedingung für die rechtzeitige Bescheidung der Mittel für alle im Rahmen der Richtlinie geförderten Stellen, Projekte und Maßnahmen.

Kommt es im Jahr 2020 zu einer entsprechenden Abschmelzung der Gelder,

1) wird eine rechtzeitige vollumfängliche Bescheidung aller Voraussicht nach im Jahr 2021 nicht mehr möglich sein. Es müsste für die letzten Bescheide auf die letzten am Ende des Jahres gewartet werden.

2) ist auch dann nicht klar, ob der Status Quo mit den Mitteln im Jahr 2021 überhaupt zu halten ist. Aus Sicht des KJR LSA ist dies gegenwärtig unwahrscheinlich.

3) wäre das bisherige Verfahren in 2022 auf keinen Fall mehr möglich. Es würden doppelt Mittel fehlen: Einerseits die Mittel zur Finanzierung der Mehrkosten, denn bereits hier ist ein Griff in die Rücklage notwendig. Andererseits die Restmittel zur Bindung der Mittel über das Jahr. Es müsste also nicht nur deutlich gespart werden, sondern es könnte teils trotzdem erst im Dezember beschieden werden. Liegt zu dem Zeitpunkt kein Haushalt vor, könnte es sogar zu einer Situation kommen, in der erst einmal gar nichts mehr möglich ist.

Um dies zu verhindern, braucht es spätestens für 2021 weitere Mittel in der Titelgruppe 61.

Unsere Forderung: Ein jugendgerechter ÖPNV ermöglicht Mobilität für alle jungen Menschen.

Das Lebensumfeld spielt für junge Menschen eine entscheidende Rolle, dabei erweitert sich ihr Aktivitätsbereich mit zunehmendem Alter. Die Größe dieser Räume ist dabei stark abhängig von der Mobilität der jungen Menschen. Diese sollte dabei nicht von der finanziellen oder praktischen Unterstützung der Eltern oder anderer Bezugspersonen abhängig sein.

Als KJR LSA fordern wir:

  • einen kostenlosen und barrierearmen ÖPNV für junge Menschen in Sachsen-Anhalt
  • eine Verbesserung der Taktung von Bus und Bahn
  • den Ausbau des ÖPNV an den Wochenenden und in den Abendstunden
  • freies WLAN in allen Bussen und Bahnen

Der Entwurf des Doppelhaushaltes 2020/2021

Mit Blick auf den vorliegenden Entwurf des Doppelhaushaltes 2020/2021 stellen wir fest, dass die zwischenzeitlich diskutierten Teilschritte in Bezug auf die Einführung eines kostenlosen und barrierearmen ÖPNV für junge Menschen nicht (mehr) im Entwurf enthalten sind. Der Koalitionsvertrag (S. 63) trifft zumindest für das in der Diskussion befindliche Azubi-Ticket eine klare Prüfaussage. Arbeitgeber*innen- und Arbeitnehmer*innenvertreter*innen fordern die Einführung. Bestrebungen, auch für Teilnehmende im FSJ die kostenfreie Nutzung von Bus und Bahn zu ermöglichen, finden sich ebenfalls nicht im Haushaltsentwurf.

Unsere Forderung: eine ausreichende und angemessene Förderung der institutionellen Träger aus der Zivilgesellschaft

Die Träger der Zivilgesellschaft leisten einen wichtigen Beitrag zu einer demokratischen Gesellschaft und einem guten Aufwachsen und Leben in Sachsen-Anhalt. In 2018 und 2019 angeschobene Verbesserungen geraten mit dem Haushaltsentwurf jedoch teils ins Stocken.

Als KJR LSA fordern wir:

  • genug Mittel für Personalkosten, um bereits in der Prüfung befindliche Höhergruppierungen auch durchführen zu können.
  • genug Mittel für Sachkosten, um die Arbeit zu erhalten und weiter zu verbessern.

Der Entwurf des Doppelhaushaltes 2020/2021

Während bei einem Teil der Träger die Höhergruppierungen für eine angemessene Bezahlung des Personals bereits für den Haushalt 2019 berücksichtigt waren, wurden diese von anderen erst später eingereicht und im Haushalt für 2020 nicht berücksichtigt.

Außerdem wurden die Kosten auf Höhe der Schätzungen für 2019 und nicht der Anträge der Träger für 2020/2021 veranschlagt. Weitere wichtige Ausgaben sind deswegen teils nicht erfasst. Hier wird das Trägerbündnis noch einmal das Gespräch mit Abgeordneten des Finanzausschusses suchen. Wir bitten hier um Ihre Unterstützung.

Bildquelle: Micheile Henderson on Unsplash

VonMartin

JugendMachtZukunft auf dem Vorbereitungstreffen der Bundesjugendkonferenz in Berlin

Ein Erfahrungsbericht von Marie (Junge Zukunftsgestalterin)

Mein Tag beginnt heute etwas später als üblich. Anstatt wie sonst gegen dreiviertel acht die Arbeit bei meiner FSJ-Einsatzstelle zu beginnen, stehe ich diesen Freitag etwa eine Stunde später frierend am Bahnhof in Magdeburg und warte auf meinen Bus nach Berlin. Ich bin zu einem Workshop eingeladen, auf dem es um die Bundesjugendkonferenz 2020 gehen soll. Dafür waren Jugendliche mit Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Politik und Jugend gesucht worden und „Jugend Macht Zukunft“ hatte Jennifer, Michelle und mich als Junge Zukunftsgestalterinnen angefragt, ob wir uns beteiligen wollen. Der Grund für das Treffen ist aus meiner Sicht ziemlich erfreulich: eine Veranstaltung, bei der es um junge Menschen geht, soll nicht wie normalerweise üblich ausschließlich von Erwachsenen, sondern von anderen jungen Menschen mit geplant werden.

Auf der Fahrt lese ich mir die Bundesjugendstrategie durch, ein 168-seitiges Dokument, das in den letzten Jahren ebenfalls unter Beteiligung von Jugendlichen erarbeitet und im Dezember 2019 vom Kabinett beschlossen worden war. Angesichts des Umfangs der Strategie will ich sie eigentlich nur grob überfliegen, lese mich dann aber doch irgendwie fest. Sie ist aufgeteilt in 9 Themenfelder, zu denen insgesamt 163 mehr oder weniger konkrete Maßnahmen aufgelistet sind, die sich die Bundesregierung vornimmt. Besonders faszinieren mich die Beispielprojekte, die nach den Maßnahmen aufgeführt sind: von den meisten habe ich noch nie etwas gehört, aber es ist schön zu sehen, wie viele gute Ideen es doch schon gibt.

In Berlin angekommen bahne ich mir den Weg durch den Betondschungel und stehe schließlich pünktlich vor dem Gebäude an der Spree, das als „Haus der Jugendarbeit“ verschiedenste Jugendinteressensverbände beherbergt. Eine davon ist die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe, kurz AGJ, deren im Januar 2019 ins Leben gerufene Projekt „jugendgerecht.de“ das Ziel verfolgt, Eigenständige Jugendpolitik in Deutschland zu stärken.

Zwei Vertreter*innen von jugendgerecht.de sowie je ein*e Vertreter*in der Servicestelle Jugendstrategie sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sind beim heutigen Treffen anwesend. Das BMFSFJ ist federführend verantwortlich für die weitere Umsetzung der Jugendstrategie und stimmt sich mit allen anderen Ministerien im Rahmen einer eigens eingerichteten interministeriellen Arbeitsgruppe darüber ab. Gemeinsam mit jugendgerecht.de und der Servicestelle Jugendstrategie plant es am 11.-13. September 2020 eine Konferenz, die eine weitere Beteiligung von Jugendlichen ermöglichen soll. Und bei der Planung dieser Konferenz können wir acht Jugendlichen heute mitwirken.

Bei der obligatorischen Vorstellungsrunde wird deutlich, dass junge Menschen aus allen Ecken Deutschlands anwesend sind, alle mit unterschiedlichen Erfahrungen. Ein Teil der Gruppe hat schon bei anderen Konferenzen im Vorfeld mitgewirkt, andere – wie ich – hatten sich erst kurz vorher zum ersten Mal damit beschäftigt. Im weiteren Verlauf des Tages wird sich aber zeigen, dass diese Mischung sehr gut funktioniert.

Zunächst werden wir vom verantwortlichen Referenten im BMFSFJ auf den neuesten Stand gebracht und blicken zurück auf die Jugendpolitiktage 2017 und 2019 sowie die Veranstaltung im Rahmen des Kabinettbeschlusses. Dann geht es an die inhaltliche Arbeit: wir finden uns in kleinen Gruppen zusammen und formulieren unsere Erwartungen an die Veranstaltung: was wollen wir, was wollen wir nicht. Das ist teilweise gar nicht so einfach. Die Konferenz soll ein Arbeitstreffen werden, deshalb darf die Anzahl der Teilnehmenden nicht zu hoch sein. Gleichzeitig wollen wir aber möglichst vielen jungen Leuten die Chance geben, mitzuwirken. Wir suchen einen möglichst breiten Querschnitt an Jugendlichen, stehen aber dadurch vor dem Problem, dass alle unterschiedliches Vorwissen mitbringen und man deshalb viel Zeit braucht, um alle auf den gleichen Stand zu bringen. Würde man nur Leute aussuchen, die schon ein gutes Vorwissen zur bisherigen Geschichte der Jugendstrategie und der Arbeitsweise der Bundesregierung haben, könnte man sich diese Zeit sparen, würde dafür jedoch überhaupt nicht mehr die ganze Vielfalt von Jugendlichen wiederspiegeln. Solche Sachen diskutieren wir.

Nach dem allgemeineren Teil sehen wir uns das bisher geplante Programm an. Wir werden darüber informiert, was geplant ist und überlegen dann als Gruppe, ob man daran noch etwas verbessern kann. Wie schon zuvor geben die Verantwortlichen die Richtung der Diskussion vor, halten sich dann aber weitgehend zurück und lassen uns reden. Dabei schreiben sie stetig mit und fragen stellenweise nochmal genauer nach. Das Programm ist wirklich noch eine Arbeitsgrundlage, sodass unsere Ideen leicht aufgenommen und aus unserer Sicht unnötige Dinge gestrichen werden können. Sogar einige Themen für die Workshops stehen noch nicht fest, sodass wir hier eigene Schwerpunkte setzen können.

Nach einem langen und anstrengenden, trotzdem aber sehr produktiven und lohnenden Tag sind wir gegen 19.30 Uhr fertig. In den wenigen Stunden haben wir super viel geschafft und konnten uns als junge Menschen aktiv in die Bundespolitik einbringen. Ich freue mich schon auf die weitere Zusammenarbeit mit den Beteiligten und natürlich auf die Bundesjugendkonferenz im September.

Jetzt noch ein bisschen durchatmen und das abendliche Berlin genießen, dann fährt 22 Uhr mein Bus zurück nach Magdeburg.

Falls sich jemand die Jugendstrategie mal ansehen oder sich über das Thema Eigenständige Jugendpolitik informieren will, hier die Links:

Jugendstrategie der Bundesregierung: https://www.bmfsfj.de/blob/141940/a9789d196ec8313b0b6bda4d5fd18eae/in-gemeinsamer-verantwortung-politik-fuer-mit-und-von-jugend-data.pdf

Eigenständige Jugendpolitik: www.jugendgerecht.de

VonInga

Neue Publikationen online

Auf unserer Seite mit Publikationen ist in den letzten Wochen und Monaten Einiges in Bewegung geraten. Unter anderem findet ihr dort jetzt das „FAQ zum Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Kinder- und Jugendhilfe & Schule“ und die Broschüre: „Gelebte Demokratie – Jugendpartizipation in Sachsen-Anhalt“ sowie die neuen juleica Materialien zum Thema Erste-Hilfe und Umgang mit Alkohol auf Jugendfreizeiten. Schaut doch mal vorbei unter:

https://www.kjr-lsa.de/service/publikationen/

VonInga

LJHA beschließt Stellungnahme zur vorgelegten Evaluation der Jugendförderung des Landes gemäß § 31 KJHG-LSA

In seiner Sitzung am 17.02.2020 hat der Landesjugendhilfeausschuss ebenfalls eine Stellungnahme zum vorgelegten Evaluationsbericht beschlossen.

„(…) Der LJHA dankt dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt dafür, dass es die von ihm im Rahmen des Beschlusses (BNR. 17-(7)-16) gemachten Anregungen größtenteils aufgenommen und auch den LJHA sowie den UA JHPl. in den laufenden Prozess mit eingebunden bzw. über diesen informiert hat.

Nachteilig ist aus Sicht des LJHA der Zeitpunkt der Vorlage der Evaluation. Durch die Verzögerungen im Ausschreibungsverfahren, der Durchführung und der Fertigstellung erfolgte die Vorlage erst am 29.10.2019. Dies ist insofern problematisch, da damit die Ergebnisse der Evaluation nicht mehr in den Prozess der Haushaltsaufstellung 2020/2021 einfließen konnten. Gelingt eine Einbeziehung der Evaluationsergebnisse in die laufende Haushaltsverhandlung nicht mehr, ist dies erst in der nächsten Legislatur im Rahmen der Aufstellung des Haushaltes 2022/2023 möglich. 

Ferner bedauert der LJHA, dass das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt der Empfehlung des LJHA in Bezug auf den Zeitraum der Empfehlung nicht gefolgt ist. Die nun vorliegende Evaluation bezieht sich auf die Jahre 2014 bis 2017, damit bleiben zwei aus Sicht des LJHA relevante Veränderungen unberücksichtigt. Hierbei handelt es sich zum einem um die Kürzung, der für die Jugendförderung zur Verfügung stehenden Mittel um 2 Millionen Euro im Übergang der Jahre 2013 zu 2014 sowie um die leichte Erhöhung der Gelder im Jahr 2019 und die Dynamisierung der Gelder ab 2020.

Inhaltlich gesehen bestätigen die Ergebnisse der Evaluation weitestgehend die bestehende Regelung des § 31 KJHG-LSA. Dies deckt sich auch mit der Einschätzung des LJHA, der die Verankerung der Jugendförderung im KJHG-LSA im Jahre 2014 sowie auch die 2018 beschlossene Dynamisierung als wichtige und richtige Schritte sieht, welche eine entscheidende Grundlage für die Jugendarbeit im Land darstellen. (…)“ *

Die gesamte Stellungnahme inklusive der Hinweise zu den einzelnen Empfehlungen der Evaluator*innen findet sich voraussichtlich zeitnah auf der Webseite des Landesjugendhilfeausschusses unter: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landesjugendamt/landesjugendhilfeausschuss/

* Quelle: Stellungnahme des Landesjugendhilfeausschusses (LJHA) zu den Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen der Evaluation der Änderungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (KJHG-LSA) vom 13.08.2019