Kategorien-Archiv Jugendverbandsarbeit

VonPhilipp

Das Coronavirus und die Situation der Jugendarbeit

Im Rahmen des Coronavirus wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, um Mitglieder, Teilnehmer*innen und Mitarbeiter*innen nicht zu gefährden. Nach dem Verbot aller Zusammenkünfte von Vereinen, von Maßnahmen der außerschulischen Bildung und der Schließung von Jugendfreizeiteinrichtungen, ist ein großer Teil der üblichen Arbeit in Verbänden, Vereinen und Einrichtungen zum Erliegen gekommen.

Schon die Situation stellt große Anforderungen an Verbände, Vereine und Mitarbeiter*innen. Sie müssen die Arbeit digital am laufen halten, neue digitalte Formate testen um Kinder- und Jugendliche Freizeitangebote zu machen, Veranstaltungen absagen, Unterkünfte, Räume und Referent*innen stornieren und umplanen.

Gleichzeitig gibt es noch keine offizielles Zeichen, wie es weitergeht. Wie mit fehlenden Teilnehmer*innentagen, Öffnungszeiten, Personal-, Betriebs- und Ausfallkosten umgegangen wird.

Der Vorstand hat deswegen einen Beschluss zur aktuellen Situation gefasst und wir mit anderen Landesjugendringen zusammen einen Appell an die Jugend- und Familienminister*innenkonferenz gerichtet. Den Beschluss dokumentieren wir hier.

Der Beschluss des Vorstandes anlässlich der COVID-19 Epidemie

Die Folgen der Coronavirus-Epidemie (COVID-19) werden spürbare Auswirkungen auf die außerschulische Kinder- und Jugendbildungsarbeit im Land Sachsen-Anhalt haben. Wir betrachten die Entwicklungen mit Sorge und befürchten – teils aufgrund notwendiger Absagen von Seminaren usw. – einen massiven Rückgang der Teilnehmendenzahlen sowie ungeplante finanzielle Einbußen in der Bildungsarbeit.

Um die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt – als wichtige Orte  der Freizeit und  des außerschulischen Engagements junger Menschen – zu sichern, braucht es schnell eine Sicherheit für die regionalen und landesweiten Träger sowie ein geeignetes Maßnahmenpaket der Verantwortlichen.

Wir sehen folgende Handlungsbedarfe, sortiert nach zeitlicher Dringlichkeit:

  1. Eine Information der Träger, dass das Land und die Kommunen sie bei allen durch die Corona-Krise entstehenden verbandlichen Schwierigkeiten unterstützten werden.
  2. Die Sicherung der Liquidität der Träger durch schnelle und unbürokratische Wirtschaftshilfen, insbesondere der Jugendbildungsstätten, um deren Insolvenz zu verhindern. Wir unterstützen ausdrücklich den offenen Brief der Freizeit- und Bildungsstätten im Land Sachsen-Anhalt vom 19.03.2020 an die Landesregierung.
  3. Eine Zusicherung zur Förderung der Personal- und Betriebskosten bei allen per Verfügung geschlossenen Einrichtungen der Jugendarbeit.
  4. Eine Zusicherung, dass Kosten für digitale Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in einem angemessen Rahmen und im Rahmen der Zuwendung für die Träger als zuwendungsfähig anerkannt werden.
  5. Eine Regelung zur Zuwendungsfähigkeit von Ausfallgebühren im Rahmen der Zuwendung.
  6. Die Aussetzung der zu erbringenden Teilnehmendentage für die Jugendbildungsreferent*innen in 2020.
VonNadja

Engagement wirkt weit

Ehrung Jugendlicher am Internationalen Tag des Ehrenamts 

Am 05.12.2019 hat der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. (KJR LSA) gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt 17 junge Menschen aus Vereinen und Jugendverbänden aus ganz Sachsen-Anhalt für ihr besonderes Engagement im Forum Gestaltung Magdeburg ausgezeichnet. Der Internationale Tag des Ehrenamtes 2019 sollte den Jugendleiter*innen in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Die Ehrung startete um 16:00 Uhr mit drei interaktiven Workshops. Die Jugendlichen probierten sich am Schreiben von Liedtexten für ihre nächste Jugendfreizeit im Song Slam Workshop vom HALternativ e. V. Begleitet durch die Gitarre dichteten sie auf bekannte Kindermelodien individuelle Lieder. Sieben Personen erklärte Florian Schreiter vom Improvisationstheater Tapetenwechsel derweilen deren Grundtechniken und wie diese Methoden ganz praktische Umsetzung auf Jugendfreizeiten erfahren können. Kurzweilige Übungen wie „Das Gefäß“ lassen sich schnell als kreative, auflockernde Einheit in die nächste Gruppenstunde einbauen.  Wem das alles zu künstlerisch war, konnte mit Carsten Ast zu den Bällen greifen. Einmal erlernt, kann Jonglage sowohl als Teameinheit als auch als Konzentrationsübung oder Showeffekt genutzt werden. 

Im Anschluss ging es in den Saal des Forum Gestaltung. Auf der Bühne betonte Frau Isolde Hofmann, Leiterin der Abteilung Familie und Jugend aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, die Bedeutung insbesondere jungen Engagements für das Land Sachsen-Anhalt und dankte den Jugendlichen für ihren Einsatz: „Weil das, was sie in Ihrem Ehrenamt tun, wirklich wichtig ist, weil viele Angebote für Kinder und Jugendliche durch ihr Engagement erst möglich werden“. Dem schloss sich der Vorstand des KJR LSA an. Tanja Russack und Fabian Pfister hoben die Rolle der Jugendleiter*innencard als Qualitätszertifikat in den Vordergrund, mit 657 gedruckten Karten und ungleich mehr Geschulten 2019 steht die juleica bundesweit für Standards in der Jugendverbandsarbeit. Die Vorstandsmitglieder des KJR LSA übergaben zusammen mit Frau Hofmann Urkunden und kleine Präsente auf der Bühne an die Engagierten. Unter großem Applaus und abgerundet mit dem eigens gedichteten „juleica-Song“ des HALternativ e. V. standen nun die jungen Menschen selbst im Mittelpunkt: Aus Halle (Saale), der Altmark, dem Saale- und Salzlandkreis, der Börde, Magdeburg und Dessau reisten die Jugendleiter*innen samt Freund*innen und Verbandskolleg*innen zur Ehrung an. Ganz unterschiedlich sind ihre Engagement-Bereiche: Von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk über Sportvereine und Pfadfinder*innen bis zum politischen Verband verbringen die jungen Menschen einen Großteil ihrer Freizeit, gestalten Veranstaltungen und geben neue Impulse in ihre Vereine. Ein unersetzlicher Einsatz für ein lebendiges, vielfältiges Sachsen-Anhalt in der Stadt und auf dem Land. Die Ehrung endete mit Häppchen und Brause und gab die Möglichkeit, sich verbandsübergreifend über ehrenamtliche Jugendleiter*innen-arbeit auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.  

Der 5. Dezember ist seit 34 Jahren der Internationale Tag des Ehrenamts und wurde von den Vereinten Nationen (UN) ins Leben gerufen. Das Ziel des Internationalen Tags des Ehrenamts ist es, die Anerkennung und Förderung des freiwilligen Engagements hervorzuheben. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. zeichnet alle zwei Jahre deshalb besonders engagierte Jugendleiter*innen aus, die direkt von ihren Vereinen/Jugendverbänden nominiert werden können.  

VonInga

2. Austauschtreffen: Prävention sexueller/sexualisierter Gewalt

Im Ramen unseres 2. Austauschtreffen: Prävention sexueller/sexualisierter Gewalt haben wir uns intensiv mit den verschiedenen Bausteinen von Präventionskonzepten beschäfftigt.

In insgesamt sechs Kleingruppendiskussionen diskutierten die Teilnehmenden aus unseren Mitgliedsverbänden und den Kreis- Kinder- und Jugendringen der Landkreise und kreisfreien Städte zu den Themen: Notfallplänen, Partizipation, Präventionsangeboten, Fortbildung, Festschreibung der Bedeutung und Verhaltenskodex.

Im Fokus stand dabei der Austausch untereinander und oft auch die Frage: „Wie macht ihr das bei euch“ oder „Wie geht ihr mit folgender Situation um“.

Die Austauschtreffen finden jährlich seit 2018 statt und gehen zurück auf einen Beschluss unserer Mitgliederversammlung.

VonInga

Austauschtreffen Prävention sexualisierte Gewalt

Das zweite Austauschtreffen zur Weiterentwicklung von Präventionskonzepten der Jugendverbände steht an.

Gemeinsam wollen wir mit Euch an das letzte Treffen (November 2018) anknüpfen und weiter zum Thema Prävention von sexueller und sexualisierter Gewalt diskutieren und uns darüber hinaus gemeinsam über Eckpunkte und Inhalte von Präventions- und Interventionskonzepten austauschen und diese erarbeiten.

Das Treffen findet am 15. Oktober 2019 von 10:30 Uhr bis 15:00 Uhr im Saal des „einewelthaus“ in Magdeburg (Schellingstraße 3-4, 39104 Magdeburg) statt und richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Mitgliedsverbände des KJR LSA. In diesem Jahr haben wir als Ring das Treffen in Kooperation mit der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz und der Evangelischen Jugend Mitteldeutschland für euch geplant und organisiert. 

Bitte meldet Euch bis zum 08.10.2019 online an: http://kjrlsa.de/PSG

Geplanter Ablauf

10:30 Uhr – Begrüßung und inhaltlicher Einstieg
11:00 Uhr – Diskussionstische zu einzelnen Bausteinen von Präventionskonzepten
12:30 Uhr – gemeinsame Mittagspause
13:00 Uhr – Diskussionstische zu einzelnen Bausteinen von Präventionskonzepten
14:15 Uhr – Klärung offener Fragen & gemeinsame Auswertung
15:00 Uhr – Ende

Die Veranstaltung wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt.

VonInga

Jugendförderung vor Ort zukunftsicher gestalten

Die Regierungsfraktionen in Sachsen-Anhalt wollen, dass die Jugendförderung, die das Land an die Landkreise und kreisfreien Sätdte gibt, damit diese die Jugendarbeit vor Ort besser fördern können, so verändert werden, dass sie zukünftig automatisch steigt. Dies ist aus Sicht des KJR LSA richtig und wichtig, da sich die Höhe der Förderung an die Entwicklung der Gehälter und der Preise anpassen muss. In unserer Stellungnahmen zum geplanten Gesetzesvorhaben „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Blinden- und Gehörlosengeldes sowie weiterer tariflicher Anpassungen “ gehen wir aber auch darauf ein, dass die geplanten Anpassungen nicht ausreichen, um dem Ziel der einbringenden Fraktionen, die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit zu verbessern. Aus unserer Sicht bedarf es weiterer Änderungen.

Als Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. empfehlen wir daher auf Basis der beiden vorliegenden Gesetzesentwürfe für den Bereich des KJHG-LSA konkret die Umsetzung eines 4-Punkte-Plans:

  1. Erhöhung des Dynamisierungsbetrages von 2 % auf 2,5 % und damit die Anpassung der Dynamisierung an die durchschnittliche tarifliche Entwicklung
  2. Einführung eines Flächenfaktors
  3. Erhöhung der Fördersumme um 1,95 Mio. Euro (1 Mio. Euro Sofortprogramm/ 950.000 Euro Flächenfaktor)
  4. Verpflichtung zur Novellierung des § 31ff. KJHG-LSA im Jahr 2020 auf Grundlage der Ergebnisse der derzeit laufenden Evaluation sowie der Ergebnisse des 7. Kinder- und Jugendberichtes

Wer mehr lesen möchte findet weitere Informationen in unserer Stellungnahme des KJR LSA zum „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Blinden- und Gehörlosengeldes sowie weiterer tariflicher Anpassungen“