Kategorien-Archiv Jugendverbandsarbeit

VonMartin Gneist

KJR beschließt Antrag: „Gemeinsam aktiv für junge Menschen – Eine gute Jugendpolitik für Sachsen-Anhalt 2021-2026“

Einleitendes
Als Zusammenschluss der Jugendverbände, -vereine und der kommunalen Kinder- und Jugendringe in Sachsen-Anhalt setzen wir uns gemeinsam für ein lebendiges und vielfältiges Sachsen-Anhalt ein, in dem junge Menschen gut und gerne Leben.

Zusammen mit unseren Partner*innen aus der Zivilgesellschaft sowie in Politik und Verwaltung arbeiten wir an einer Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen. Mit Blick auf beschränkte personelle und finanzielle Ressourcen müssen wir dabei Schwerpunkte setzen.

Die hier zusammengefassten Schwerpunkte einer guten Jugendpolitik für Sachsen-Anhalt richten wir als Kinder- und Jugendring an die demokratischen Parteien, die zur Landtagswahl kandidieren und an die kommende Landesregierung.

Jugendbeteiligung sichern und weiter stärken
Die Beteiligung junger Menschen an Entscheidungen, die sie betreffen, ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhebung ihrer Interessen und Bedürfnisse und entsprechend ein Baustein einer guten Ergebnisqualität. Die Landesregierung hat hierzu wichtige Weichen gestellt. In den kommenden Jahren muss aus den modellhaften Vorhaben und Versuchen eine Selbstverständlichkeit werden. D.h. auch, dass es eine Möglichkeit der Beteiligung an Wahlen geben muss.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • das Jugendpolitische Programm der Landesregierung fortzuschreiben und die Weichen dafür zu stellen, dass dieses nicht nur bisherige Vorhaben sammelt, sondern auch Impulse für die zukünftige Arbeit der Ministerien gibt.
  • die Voraussetzungen für die interministerielle Bearbeitung von Themen, Herausforderungen und Problemen zu verbessern.
  • die bisher modellhaften Projekte Jugend Macht Zukunft und das
    Landeszentrum Jugend + Kommune zu institutionalisieren.
  • die Altersgrenzen zur Beteiligung an kommunal- und Landtagswahlen auf 14 Jahre herabzusetzen.
  • die Verbindlichkeit der Beteiligung von jungen Menschen im Rahmen der Kommunalverfassung zu erhöhen.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen des Verwaltung.
  • die Formulierung von Qualitätskriterien durch Kinder- und
    Jugendbeteiligung in der Landesverwaltung.
  • die Unterstützung von Beteiligungsprozessen der Landesverwaltung.

Freiräume für junge Menschen stärken
Neben der Schule und Ausbildung, der Familie und der Peergroup sind Freiräume in Jugendszenen, der Jugendarbeit und der Jugendverbandsarbeit für junge Menschen, ihr Aufwachsen und die gelingende Bewältigung der Herausforderungen des Jugendalters von zentraler Bedeutung. Insbesondere mit Blick auf die zunehmende Ausdehnung nicht-freiwilliger-pädagogischer Settings und der Verzweckung von Freizeit im Jugendalter, kommt diesen Freiräumen eine wachsende Bedeutung zu. Gleichzeitig werden sie innerhalb der Jugendhilfe immer weiter marginalisiert. Hier bedarf es eines Richtungswechsels und einer Stärkung nicht-kommerzieller Freiräume. Die Coronakrise und die damit verbundenen Belastungen für die öffentlichen Haushalte drohen zu weiteren Kürzungen und Kahlschlag im Bereich der Jugend(verbands)arbeit zu führen. Die Verantwortlichen dürfen nicht dabei zuschauen, sondern müssen handeln.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • in der kommenden Legislatur ein Struktur- und Investitionsprogramm für die Jugend(verbands)arbeit aufzulegen, mit dem Ziel die Förderung der Jugendbildung und Jugendverbandsarbeit auszuweiten, zu modernisieren und bedarfsgerecht auszustatten. Folgende Bausteine sind dabei umzusetzen:
    • die verbindliche Einführung einer neuen Förderung von mindestens einer Vollzeitstelle inklusive ausreichender Personalnebenkosten und Aktivitäten der Jugendverbände.
    • die Unterstützung der Digitalisierung der Jugendverbandsarbeit,
      Jugendbildung und Jugendarbeit, durch investive und regelmäßige Förderung. Die Modernisierung der Systematik der Fördergrundsätze für Jugendbildungsveranstaltungen.
  • in der kommenden Legislatur einen Landesjugendförderplan auf den Weg zubringen um die Systematik der Förderung insgesamt zu modernisieren und zu strukturieren. Der Landesjugendplan soll dabei unter Beteiligung der Jugendverbände und Jugendbildungsträger regelmäßig fortgeschrieben werden.
  • die Ermöglichung von Förderung von landesweiten Ferienfreizeiten und Jugenderholungen.
  • die örtliche Jugendarbeit von Seiten des Landes besser zu unterstützen.
    Insbesondere
    • die Verteilung zwischen Landkreisen und kreisfreien Städten
      bedarfsgerecht zu gestalten.
    • die Förderung der Jugendverbandsarbeit §12 SGB VIII auszuweiten und mit landesweiten und örtlichen Jugendverbänden dazu ins Gespräch zu kommen.
    • die kommunale Jugendhilfeplanung mit Empfehlungen zu Qualifizieren
  • die Kürzungen in den §§11-14 in der kommunalen Haushaltskonsolidierung zuverhindern und die Kommunalaufsichten dafür zu sensibilisieren.
  • die Kürzungen der Förderung und deren Reduzierung durch Inflation
    durch die deutliche Erhöhung der Mittel nach §31 KJHG LSA
    auszugleichen.
  • die Dynamisierung der Mittel nach §31 KJHG LSA an die tatsächlichen
    Bedarfe anzupassen.
  • Regelungen zu finden, mit der die Eigenanteile von Trägern der
    Jugend(verbands)arbeit auf ein angemessenes Maß reduziert werden können, um deren Aktivitäten nachhaltig zu sichern.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Mitwirkung an der Evaluation der Richtlinie zur Förderung der Jugendarbeit und deren Modernisierung.
  • die Förderung des Austauschs der Jugendverbände, der Träger der
    Jugendbildung und der kommunalen Jugendarbeit zur Frage einer zeitgemäßen Jugend(verbands)arbeit in Sachsen-Anhalt.
  • Organisation von Fortbildungsformaten für Fachkräfte im Arbeitsbereich Jugendbildung.
  • Mitwirkung an der Formulierung fachlicher Empfehlungen für die
    Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt.

Ehrenamt und Engagement junger Menschen anerkennen und stärken
Viele junge Menschen engagieren sich und/oder übernehmen Verantwortung in Vereinen und Verbänden. Viel zu oft erfahren diese selbst, im besten Fall lediglich verbale, Wertschätzung bei Festakten und Jahrestagen. Das Engagement oder Ehrenamt junger Menschen muss auch im Alltag anerkannt und entsprechend unterstützt werden.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • durch entsprechende Förderung Möglichkeiten zur kostenfreien Fortbildung von jungen Ehrenamtlichen zu schaffen.
  • verbindliche Regelungen zur Freistellung von Schüler*innen zu schaffen.
  • die Voraussetzungen für eine Lohnfortzahlung bei Freistellung von jungen Ehrenamtlichen am Arbeitsplatz zu schaffen.
  • die freie Fahrt für Ehrenamtliche und Freiwilligendienstleistenende zu ermöglichen.
  • die Ausstattung von Ehrenamtlichen mit notwendigen „Arbeitsmitteln“ zu fördern.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen der Verwaltung.
  • Etablierung von kostenlosen Fortbildungsmöglichkeiten für junge
    Ehrenamtliche.

Die Vielfalt junger Menschen anerkennen und alle
unterstützen

„Die“ Jugend existiert nicht, vielmehr sind junge Menschen – wie Erwachsene auch – verschieden. Ein Teil der jungen Menschen hat dabei schlechtere Teilhabechancen oder erfährt regelmäßig (Mehrfach-)Diskriminierungen, etwa queere junge Menschen, junge Geflüchtete,junge Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen (sowie junge Menschen aus finanziell schwachen Zusammenhängen). Zum Ausgleich von Benachteiligungen brauchen diese
Gruppen besondere Unterstützung.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • den Aufbau und die Etablierung von Jugendzentren für queere junge Menschen (mindestens) in Magdeburg und Halle (Saale) sowie landesweite Anlaufstellen, vor allem im ländlichen Raum, zu unterstützen.
  • die Inklusion von geflüchteten jungen Menschen und jungen Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen im Rahmen der landesweiten Jugendverbandsarbeit und Jugendbildung durch folgende Maßnahmen zu unterstützen:
    • Etablierung von Fördermöglichkeiten für damit zusammenhängende Mehrkosten (z.B. Sprachmittler*innen, Übersetzungen von Infomaterial, Gebärdensprachdolmetscher*innen höhere Betreuungsschlüssel, TN-Pauschale für Assistenz, …).
    • Investitionsprogramm für Bildungsstätten und Jugendeinrichtungen zum Abbau von Barrieren.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Fachgespräche mit Expert*innen und politischen Entscheidungsträger*innen.
  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen der Verwaltung.
  • Prüfung und Umsetzung von Maßnahmen, die im Bereich der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit zur Unterstützung benachteiligter junger Menschen zur Verfügung stehen.

Kinder- und Jugendarmut bekämpfen
Armut gefährdet nicht nur ein gutes Aufwachsen junger Menschen und deren gesellschaftliche Chancen, sie ist auch der Grund mangelnder Teilhabe in Kindheit und Jugend. Beengte Wohnverhältnisse, Mängel in der Ausstattung mit Mobiliar und Technik, mangelhafte Ernährung und gesundheitliche Versorgung, kein Urlaub, weniger kommerzielle Freizeitmöglichkeiten, abgetragene und/oder im milieuspezifischen Verständnis unmodische Kleidung, keine Auslandsaufenthalte, keine Nachhilfe und häufig auch eine emotional und psychisch belastende Situation sind einige Begleiterscheinungen von Armut in Kindheit und Jugend. Sie ist Quelle von Scham und Verunsicherung junger Menschen. Angesichts des Wohlstands unserer Gesellschaft ist es nicht hinnehmbar, dass etwa 20% aller Kinder und Jugendlichen und sogar etwa 25% der jungen Volljährigen armutsgefährdet sind. In Sachsen-Anhalt ist die Situation dabei noch schlechter als im Bundesdurchschnitt und nur im Bundesland Bremen gibt es noch mehr armutsgefährdete junge Menschen als bei uns.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • die Kinder- und Jugendarmut zum Schwerpunkt des nächsten Kinder- und Jugendberichts zu machen und dabei die Armut Jugendlicher und junger Volljähriger nicht zu vergessen.
  • in der kommenden Legislaturperiode gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinder- und Jugendarmut umzusetzen:
    • Dabei sind insbesondere eine Ausbildungsgarantie für junge Menschen, wie auch die Verankerung der bundesweiten
      Mindestausbildungsvergütung in den landesseitig verantworten
      Ausbildungsgesetzen im Bereich der Sozial, Gesundheits- und
      Erziehungsberufe im Koalitionsvertrag aufzunehmen.
    • Die Heranziehung von jungen Volljährigen im Rahmen der Beteiligung an Kosten für Hilfen landesweit über eine Regelung im KJHG LSA auszusetzen.
    • Des weiteren sollen Maßnahmen ergriffen werden, die
      Wohnungslosigkeit von jungen Menschen verhindern bzw. beenden.
    • Wir fordern die Landesregierung auf sich auf Bundesbene für die Kindergrundsicherung stark zu machen, z.B. mit einer
      Bundesratsinitiative.
    • Dabei sollen Unterstützungsmöglichkeiten im Schulsystem geschaffen und langfristig etabliert werden, durch die insbesondere Kinder und Jugendliche aus armutsgefährdeten und armen Familien in ihrer schulischen Laufbahn unterstützt werden.

Wir unterstützen diese Vorhaben durch

  • Fachgespräche mit Expert*innen und politischen Entscheidungsträger*innen.
  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen der Verwaltung.
  • Prüfung und Umsetzung von Maßnahmen, die im Bereich der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit zur Unterstützung armutsgefährdeter junger Menschen zur Verfügung stehen.

Die Rahmenbedingungen für die Mobilität junger Menschen verbessern
Mobilität ist in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt die Voraussetzung von Teilhabe. Hohe Ticketpreise, mangelnde Anbindung vieler Orte und schlechte Taktung schränken junge Menschen in ihrer Teilhabe stark ein. Davon sind alle Bereiche des Lebens junger Menschen betroffen. Vom Individualverkehr sind junge Menschen auf Grund ihres Alters und ihrer finanziellen Möglichkeiten häufig abgeschnitten. Der ÖPNV ist darüber hinaus ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Gestaltung unseres Zusammenlebens.

Wir fordern die demokratischen Parteien und die zukünftige Landesregierung auf

  • sich deutlich zum ÖPNV, inkl. einer entsprechenden Unterstützung, zu
    bekennen und
  • die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen zu berücksichtigen,
    insbesondere durch
    • eine erhöhte Taktung und Abstimmung zwischen Bus und Bahn.
    • einen Ausbau der Verbindungen am Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden.
    • die Übernahme der Verantwortung für die Schaffung eines ÖPNV-Tickets für junge Menschen für ganz Sachsen-Anhalt für max. 365 EUR im Jahr.
    • den Einsatz für die Schaffung von kostenlosen Transportmöglichkeiten von Fahrrädern innerhalb des ÖPNVs.

Wir unterstützen diese Vorhaben, durch

  • Beratung und ggf. Mitarbeit in Arbeitskreisen der Verwaltung.
  • die Unterstützung bei der Beteiligung von Kinder- und Jugendlichen bzgl. ihrer Interessen und Wünsche.

Hier findet ihr den Beschluss als PDF: http://kjrlsa.de/SIK-Beschluss-GuteJugendpolitik

VonJakob Becksmann

Stellungnahme zur Beratung über die Petition „Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration

Am 30.09 2020 wurde im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration des Landtags Sachsen-Anhalt über die Petition „Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ beraten. 

Im Hinblick auf die Situation der Kinder- und Jugendarbeit in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen-Anhalt, die sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert hat, fordert die Petition: 

  • drei Millionen Euro zusätzlich für die kommunale Jugendarbeit im Landeshaushalt bereitzustellen, insb. zur Absicherung bisheriger Angebote, für Investitionen in Einrichtungen und zur Unterstützung des ländlichen Raums;  
  • dynamischer Anstieg der Jugendförderung um 2,5 % jährlich zur Wertschätzung der Fachkräfte;  
  • die Einführung eines Flächenfaktors, um den besonderen Bedingungen von ländlichen Räumen endlich Rechnung zu tragen. 

Wesentliche Forderungen dieser Petition wurden bisher nicht erfüllt. In der heutigen Beratung im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Integration hat dieser Umstand jedoch keine angemessene Würdigung erhalten. Stattdessen wurde die Petition als weitgehend erledigt abgetan. Die schriftliche Stellungnahme des Ausschusses an den Petitionsausschuss liegt noch nicht vor, aber wir haben die öffentliche Beratung im Landtag verfolgt und nehmen dazu wie folgt Stellung. 

Dynamischer Anstieg der Jugendförderung §31 KJHG-LSA 

Mit Blick auf die Forderungen zum dynamischen Anstieg der Jugendförderung, um langfristig eine tarifgerechte Bezahlung von Fachkräften zu ermöglichen, verwies das Ministerium auf die bereits bestehende jährliche Erhöhung der angesetzten Mittel. Der Ausschuss folgte dieser Einschätzung. 

  • Zwar erfolgte, wie das Ministerium feststellte, 2018 eine Dynamisierung der im §31 KJHG-LSA festgeschriebenen Höhe der Jugendförderung um jährlich 2%, diese ist jedoch nicht ausreichend, um eine tarifliche Bezahlung der Fachkräfte in der Jugend- und Jugendverbandsarbeit langfristig zu ermöglichen. Dies Problematik wird bereits in der Petition deutlich angesprochen. 
  • Um den gestiegenen Entgelten der Tarife (SuE oder VKA) Rechnung zu tragen, müsste eine Dynamisierung der Jugendförderung mindestens 2,45% betragen. Im Hinblick auf die vergleichsweise schlechten Rahmenbedingungen im Bereich der sozialen Arbeit und dem sich abzeichnenden Fachkräfteengpass ist jedoch davon auszugehen, dass die tariflichen Abschlüsse hier mittel- bis langfristig höher ausfallen.  
  • Genau deshalb fordert die Petition eine Erhöhung der 2018 erfolgten Dynamisierung der Jugendförderung nach §31 KJHG-LSA um weitere 0,5 %. Von Seiten des Ministeriums hieß es heute aber, dass die Forderung der Petition durch die 2018 erfolgte Dynamisierung bereits weitgehend umgesetzt worden wäre. Eben dem ist nicht so. Es ist nicht hinzunehmen, dass der Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration diese zentrale Forderung der Petition mit einem Verweis auf den Status quo als erledigt betrachtet. Der KJR LSA wird sich daher weiterhin für eine gesteigerte Dynamisierung einsetzen. 
  • Weiterhin ist bisher völlig unklar, wie das Landesjugendamt als Zuwendungsbehörde überprüfen will, ob und in welcher Form die Steigerungen in der Förderung für Tarifanpassungen durch die Landkreise verwendet werden. Im Zweifel kann ein Landkreis, trotz Steigerungen im Gesamttopf, aufgrund des ausschließlich demografisch basierten Verteilungsschlüssels, zukünftig sogar weniger Mittel durch das Land erhalten als bisher.

Wir stellen daher fest, dass diese Regelungen weitreichend undurchdacht sind und einer zügigen Überarbeitung unterzogen werden müssen. Es ist auch zeitnah zu überprüfen, wie in den Landkreisen und kreisfreien Städten mit der Bindung der Steigerungen an die Fachkräftefinanzierung im Jahr 2019 und 2020 umgegangen wurde

Einführung eines Flächenfaktors 

Im Hinblick auf die Einführung eines Flächenfaktors für die Verteilung der Jugendförderung, der notwendig ist, um den besonderen Bedingungen von ländlichen Räumen endlich Rechnung zu tragen, wurde weitgehend Verständnis im Ausschuss signalisiert und auch deutlich gemacht, dass man weitere Verteilungskriterien diskutieren müsse. Der Ausschuss folgte dem Ministerium und verwies auf zukünftige Diskussionen im Rahmen des geplanten jugendpolitischen Programms für das Land Sachsen-Anhalt, innerhalb dessen diese Forderung erneut aufgegriffen werden könne. 

  • Wir können diese Verzögerungen allerdings nicht nachvollziehen. Schon seitdem die Förderung und die Verteilungsmechanismen im §31 KJHG-LSA verankert wurden, setzen wir uns für eine angemessene Verteilung der Mittel ein. In der Petition machten wir diesen Punkt daher erneut stark.  
  • Die Forderung nach einem Flächenfaktor für die Verteilung der Jugendförderung bezieht sich zunächst auf die Erhaltung von Strukturen der Jugendarbeit vor Ort in Landkreisen und Kommunen. Durch den bisherigen Verteilungsschlüssel, der sich ausschließlich an dem (Kinder- und Jugendlichen-)Bevölkerungsanteil bemisst, wird es gerade im ländlichen und peripher-ländlichen Raum mit einer sich stark verringernden Anzahl an Kindern und Jugendlichen (u. a. Landkreis Harz) als auch in sehr weiträumigen Landkreisen (u. a. Landkreis Stendal) schwierig, Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit aufrecht zu erhalten.  

Wir fordern daher weiterhin eine schnelle und fachlich fundierte Reformierung der Verteilungsregelungen. Wir sind dabei auch offen für weitere Faktoren, die die Verteilung angemessener auf die Situation vor Ort ausrichten. 

Azubi-Ticket und Jugendarbeit 

Von Seiten des Ministeriums wurde angeführt, dass die geplante Einführung eines Azubi-Tickets im Januar 2021 bereits zu einer Verbesserung der Situation der Jugendarbeit im ländlichen Raum beitragen würde. Der Ausschuss folgte dieser Einschätzung. Wir können dies absolut nicht nachvollziehen und äußern hiermit unser Unverständnis über diese Argumentationslinie. 

  • Die Einführung eines Azubi-Tickets, welches vielen Tausend Auszubildenden ermöglichen wird ab Januar kostengünstiger Bus, Bahn und Straßenbahn zu fahren, ist auch aus Sicht des KJR mehr als zu begrüßen. Das Ticket verbessert grundsätzlich die Lebenssituation von jungen Menschen in einer dualen oder vollschulischen Ausbildung, da dadurch die Mobilität deutlich verbessert wird, eine spürbare Kostenentlastung für junge Menschen entsteht und die Attraktivität der Ausbildung gesteigert wird.  
  • Eine höhere Mobilität von Jugendlichen, durch das Azubi-Ticket, kann dabei zwar theoretisch zu einer besseren Erreichbarkeit von Angeboten der Jugendarbeit beitragen, hilft aber kaum, wenn Angebote im ländlichen Raum gar nicht mehr zur Verfügung stehen.
  • Das Azubi-Ticket ist nur die Antwort der Landesregierung auf das Problem, dass Auszubildende weite Strecken, hohe Kosten und lange Fahrtzeiten in Kauf nehmen müssen, um Betrieb und Berufsschule zu erreichen. Auszubildende haben dabei, wie auch viele andere junge Menschen, mit einer starken zeitlichen Verdichtung ihrer Lebenswelt zu kämpfen. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass die profitierenden jungen Menschen nun Zeit haben Angebote der Jugend(verbands)arbeit aufzusuchen, die weiter entfernt liegen und nicht wohnortnah zur Verfügung gestellt werden. 
  • Zudem ist anzumerken, dass junge Auszubildende nur einen Teil der ehrenamtlich Aktiven und Teilnehmer*innen von Angeboten der Jugendarbeit ausmachen. Mit Blick auf den Demografiebericht für Sachsen-Anhalt ist festzustellen, dass ländliche Räume für Jugendliche zwischen 18 bis 24, die eine Ausbildung oder Studium beginnen, tendenziell als Abwanderungsregionen gelten, während die kreisfreien Städte in dieser Altersgruppe Wanderungsgewinne verbuchen können. Dieser Umstand trägt noch einmal zu der Einschätzung bei, dass gerade im ländlichen Raum kaum eine Verbesserung der Rahmenbedingungen der Jugendarbeit, durch die Einführung des Azubi-Tickets zu erwarten ist. 

Zusammenfassend stellen wir fest das diese Einschätzung des Ausschusses fachlich keine Grundlage hat und eher dem Versuch gleicht, dem Petenten weiß zu machen, die Landesregierung hätte zentrale Probleme, die die Petition benennt, gelöst. Die prekäre Situation der Jugendarbeit im ländlichen Raum erfährt dadurch längst keine hinreichende Verbesserung. 

Mehr Geld im §31 KJHG-LSA 

Als letztes müssen wir feststellen, dass über die Forderung der Petition, drei Millionen Euro zusätzlich für die kommunale Jugendarbeit im Landeshaushalt bereitzustellen, in der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration nur am Rand geredet wurde. Mit Verweis auf die Haushaltsbeschlüsse wurde angemerkt, dass es nun unrealistisch sei, eine Steigerung der Förderung durchzusetzen. 

  • Die Forderung nach drei Millionen Euro zusätzlich für die Jugendarbeit halten wir aber nach wie vor für aktuell, da der gesamte Bereich der Leistungen der §§ 11 – 14 SGB VIII, insbesondere im ländlichen Bereich über Jahre hinweg Kürzungen erfahren hat. Der Evaluationsbericht zur Umsetzung des §31 KJHG LSA, wie auch unsere Analysen und Gespräche mit Fachkräften der örtlichen Ebene zeigen ein klares Bild: Die Arbeit in den Leistungsbereichen ist vielerorts prekär und eine Planungssicherheit ist nicht gegeben. Zudem ist ein flächendeckender Fachkräftemangel zu verzeichnen, da viele Kolleg*innen das Arbeitsfeld verlassen oder vor dem Ruhestand stehen. Kostensteigerungen müssen oft durch die Träger selbst gestemmt werden und die tarifliche Bezahlung der Fachkräfte ist nicht flächendeckend sichergestellt. In den letzten Jahren mussten wir auch regelmäßig Meldungen über Einrichtungsschließungen oder Kürzungen in den Landkreisen zur Kenntnis nehmen. 
  • In Bezug auf unsere Forderung einer deutlichen Erhöhung der Förderung verweist die Landesregierung regelmäßig auf die Zuständigkeit der örtlichen Ebene im Rahmen der Planungs- und Finanzierungsverantwortung sowie darauf, dass Geld die Probleme nicht allein lösen kann und dass es gut sei, dass das Land sich gesetzlich geregelt in hohem Umfang an der Finanzierung beteiligt. Der KJR ist sich der rechtlichen Lage dabei durchaus bewusst, verweist aber auf die gewachsene Finanzierungssystematik, die in Sachsen-Anhalt in gemeinsamer Verantwortung von Trägern, Kommunen, Landkreisen und dem Land realisiert wird. In Anbetracht der prekären Lage würde mehr Geld im System die Lage durchaus stabilisieren und uns Zeit verschaffen auch weitere fachliche Probleme in Angriff zu nehmen. Es gibt, wie derzeit im Landkreis Mansfeld Südharz zu beobachten, einige wunde Punkte in der Fördersystematik, aber auch in der Argumentation der Landesregierung. 
  • Zu nennen wären dabei die Haushaltslage der Landkreise und der Kommunen sowie regelmäßige Spar-/Konsolidierungshaushalte, die den Rotstift bei der Jugendförderung ansetzen. Dies geschieht auf unterschiedlichen Ebenen, auch in Verantwortung der zuständigen Kommunalaufsichten. Weiterhin bereitet der Jugendförderung die Finanzierungssystematik in den Landkreisen große Probleme, da Kommunen erfolgreich die Kreisumlageregelungen angreifen und somit dem Landkreis Einnahmen fehlen, um landkreisweit Angebote zu finanzieren. Darüber hinaus zeigt auch der Evaluationsbericht des §31 KJHG-LSA deutlich auf, dass die Jugendhilfeplanung in den Landkreisen überwiegend in den Kinderschuhen steckt. Und das, wie wir anmerken wollen, nach 30 Jahren SGB VIII. Regelmäßig stellen wir fest, dass auch keine bedarfsermittelnde Verzahnung mit den Haushaltsaufstellungen in den Landkreisen stattfindet.  

Zusammenfassend machen wir als KJR deutlich, dass diese Probleme angegangen werden müssen und das schnell. Mehr Geld im System sorgt für Stabilisierung und erhöht die Planungs- und Handlungssicherheit der Angebote §§11-14 SGB VIII, die am Ende die Lebenslagen junger Menschen im ganzen Land positiv beeinflussen. Die weiteren Probleme müssen zeitgleich angegangen werden. 

Abschlussbemerkung 

Am Ende der Beratung über die Petition stand die Empfehlung, dem Petitionsausschuss des Landtags mitzuteilen, dass sich umfangreich mit der Thematik auseinandergesetzt wurde und Anpassungen der Jugendförderung an die Tarifbestimmungen bereits umgesetzt wurden. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Aus den hier aufgeführten Gründen können wir diese Einschätzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration nicht teilen. Aus fachlicher Perspektive erlebten wir die Beratung über die Petition als Enttäuschung. 

Aus politischer Sicht stellen wir fest, dass die Regierungskoalition die Möglichkeit hatte im Haushalt 2020/21 entsprechende Weichen zu stellen. Wir haben die Expertisen dazu geliefert und viele Gespräche geführt. Am Ende müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die regierungstragenden Fraktionen schlichtweg nicht den politischen Willen hatten, die Situation und Handlungsfähigkeit der Jugendarbeit zu verbessern. 

Der KJR wird sich natürlich auch in Zukunft dafür einsetzen die Lage der Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt zu verbessern. Sowohl unter fachlichen Gesichtspunkten, wie auch im Rahmen der Finanzierungssystematik. 


Die Petition Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ wurde vom Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Kreiskinder- und Jugendringe und Stadtjugendringe, dem Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt e.V., der DGB-Jugend Sachsen-Anhalt, dem Deutschen Roten Kreuz Landesverband Sachsen-Anhalt e.V., der Evangelischen Jugend der EKM, dem bund evangelische jugend mitteldeutschland und Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt (Professor für Soziale Arbeit an der FH-Magdeburg-Stendal) gestartet. 
Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/zukunft-sichern-jugendarbeit-vor-ort-retten 

VonPhilipp

Stellungnahme zur Richtlinie zur Förderung der Jugendarbeit

Stellungnahme zu:
Erlass über die Ausnahme gem. Nr. 7 FörderRiLi Jugend für den Förderbereich Nr. 2.1 „Umsetzung eines Jahresprogramms von Maßnahmen der außerschulischen Jugendbildung, der Aus- und Fortbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Jugendarbeit und der Ausbildung von Jugendlichen (juleica)“ für das Haushaltsjahr 2020 vom 01.09.2020 und Erläuterungen aus dem Unterausschuss Finanzen des Landesjugendhilfeausschusses vom 09.09.2020.

Grundsätzliches
Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. (KJR) möchte die Gelegenheit nutzen, um zum obigen Erlass Stellung zu nehmen. Grundsätzlich begrüßt der KJR wesentliche Ausnahmeregelungen, die darin getroffen wurden. Wir erkennen dabei Regelungen, die auf Anmerkungen und Problemfeststellungen beruhen, die wir als KJR im Rahmen der Bewältigung der Herausforderungen der Corona-Pandemie bereits
frühzeitig in die Diskussion mit der obersten Landesjugendbehörde und dem Landesjugendamt eingebracht und eingefordert haben. Insgesamt begrüßen wir, dass der Ausnahmeerlass nun diese Regelungen rückwirkend zum 15.03.2020 als zulässig erklärt. Wir stellen dennoch klar, dass eine frühzeitige Einbeziehung des KJR in die Erarbeitung der Regelungen wünschenswert, notwendig und zielführender gewesen wäre und der Zeitpunkt der Veröffentlichung die Träger der Jugendbildung vor große Herausforderungen und Unsicherheiten stellt.

Im Einzelnen
Wir begrüßen die Ausnahmeregelungen zu Nr. 2.1 Abs. 1 Sätze 1 und 3, Nr. 5.4.1 Abs. 1 Sätze 2 und 3 und Abs. 3 und halten diese für zielführend.

  1. Die Träger werden in die Lage versetzt, in gewissem Rahmen, mehr mit jungen Menschen aus einer Region und kleineren Teilnehmendengruppen zu arbeiten. Dies ermöglicht die Reduktion des Infektionsrisikos während der Maßnahmen und kann einen Beitrag dazu leisten, mögliche komplexe Infektionsketten, durch überregional zusammenkommende Teilnehmendenkreise, zu vermeiden.
  2. Die Verlängerung der beschriebenen Möglichkeit, digitale, aufgegliederte Angebote umzusetzen, bietet Chancen, Erfahrungen in diesem Bereich auszuweiten und mögliche Infektionen zu verhindern.
  3. Die Regelungen ermöglichen es den Trägern, unter erhöhtem Verwaltungsaufwand, rückwirkend die Bildungsmittel maßnahmenbezogen umzuverteilen und in gewissem Rahmen noch auf die aktuellen Herausforderungen und Bedarfe zu reagieren. Höheren Kosten und Aufwänden bei der Maßnahmengestaltung unter „Corona-Bedingungen“ wird Rechnung getragen und auch eine mögliche Einsparung von Eigenmitteln wird dadurch abgedeckt. Trägern, die aufgrund der Pandemie Einbußen auf Einnahmeseite hatten, ist somit eine indirekte Hilfestellung gegeben.
  4. Die Ausweitung des Rahmens zuwendungsfähiger Ausgaben auf die genannten Kostenpositionen ist zielführend und angemessen. Die Feststellung im Unterausschuss Finanzen des LJHA, dass bestimmte Kosten (z. B. Hard- und Software) keinen direkten Maßnahmenbezug haben müssen, aber notwendig zur Realisierung von Teilen des geförderten Jahresprogramms sein müssen, begrüßen wir.

Kritische Würdigung:

  1. mangelnde Einbindung des KJR
  2. Zeitpunkt und Verfahren der Ausnahmeregelungen erzeugen unnötigen Mehraufwand
  3. Laufzeit des Erlasses zu kurz bemessen – Unsicherheiten für die Antragstellung bleiben

Unsere Vorschläge:

  1. eine künftige, frühzeitige Einbeziehung des KJR in Anpassungsprozesse, die die Förderrichtlinie und angrenzende Verfahren betreffen
  2. ein vereinfachtes, formloses Verfahren zur Beantragung und Bescheidung der Anwendung der Ausnahmeregelungen
  3. Verlängerung der Laufzeit der Ausnahmeregelungen bis zum 31.12.2021 und somit Anwendung auf das Antrags- und Bewilligungsverfahren 2021

Zu 1.) mangelnde Einbindung des KJR
Der KJR hat bereits frühzeitig auf Problemstellungen in der Umsetzung der geförderten Jahresbildungsprogramme hingewiesen und in Diskussionen mit den Trägern die Herausforderungen dargestellt. Dies hat sich aber nur unzureichend oder mit zeitlich großer Verzögerung in der Gestaltung der Eindämmungsverordnungen oder der bisher schon getroffenen Ausnahmeregelungen zur FörderRiLi Jugend niedergeschlagen. Die Träger der Jugendbildung und Jugendverbandsarbeit haben engagiert und motiviert versucht, auch unter Pandemie-Bedingungen und den notwendigen Einschränkungen der Eindämmungsverordnungen ihre Zielgruppenarbeit fortzusetzen. Eine frühzeitigere Einbindung des KJR und unserer Vorschläge hätte Aufwand und Zeit gespart. Der hier nun vorliegende Ausnahmeerlass spiegelt zwar wesentliche Anforderungen wider, eine Einbindung des KJR wurde aber nicht realisiert. Der KJR hat sich bisher stets auf vielen Ebenen jugendpolitischer Fragestellungen kompetent, nachhaltig und zielführend eingebracht. Gerade auch während der Pandemie haben wir den fachlichen Austausch zwischen den zahlreich betroffenen Mitgliedsorganisationen und Trägern der Jugendbildung organisiert.


Eine zukünftige, frühzeitige Einbindung auch in konkrete Regelungsfragen zur Förderung halten wir daher für zielführend, um Zeit zu sparen, Vermittlungsaufwände zu reduzieren und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zu leben.

zu 2.) Zeitpunkt und Verfahren
Die Ermöglichung und Veröffentlichung der Ausnahmeregelungen kommen leider mit Anfang September 2020 sehr spät. Die Träger müssen bereits jetzt unter unklaren und unsicheren Vorzeichen Anträge für ihre Jahresprogramme für das Jahr 2021 entwickeln und das laufende Jahr in all seinen Herausforderungen abschließend gestalten und aufarbeiten. Dass nun die detaillierten, geänderten Maßnahmenübersichten und Kosten- und Finanzierungspläne zur möglichen Anwendung der Ausnahmeregelungen eingereicht werden müssen, mit der Perspektive die Anträge 2021 unter „Normalbedingungen“ einzureichen, stellt die Träger vor erhöhte Verwaltungsaufwände sowie Unsicherheiten.
Die Anwendung der Ausnahmeregelungen sollte vereinfacht werden. Beispielsweise durch formlose Mitteilung oder formlosen Antrag des Trägers, die Ausnahmeregelungen 2020 in Anwendung bringen zu wollen und auf deren Basis dann ein Änderungsbescheid ausgestellt wird, der die Anwendung auf das jeweilige Jahresprogramm bestätigt. Es ist dabei klar, dass die bewilligte Zuwendung nicht überschritten werden darf. Wir halten es daher für ausreichend, im Verwendungsnachweis für das Jahr 2020 alle detaillierten Anpassungen darzustellen und damit selbstverständlich auch prüffähig zu machen.

Der verständliche Wunsch des Landesjugendamtes, bereits frühzeitig das sich abzeichnende Volumen an Restmitteln (nicht ausgeschöpften Zuwendungen) zu kalkulieren, um das Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren 2021 zu planen, ist bereits überwiegend durch die Verfahren zum Abruf der Mittel erfüllt. Die Träger müssen, wenn sie Zuwendungen abrufen, bisher eingesetzte Mittel und die Höhe der Mittel, die sie in nachfolgenden Monaten einzusetzen beabsichtigen, mitteilen.
Der Umstand, dass die Zuweisung und die Höhe der Mittel in der Titelgruppe 61 perspektivisch, insbesondere zu Jahresbeginn, zu Engpässen führen könnten, ist allen Beteiligten, auch unabhängig der Auswirkungen der Pandemie, bekannt. Der KJR hat sich kontinuierlich und konsequent um eine Erhöhung der Mittel in der Titelgruppe bemüht. Dieses Anliegen fand im Haushaltsbeschluss des Landtages und in der Haushaltsaufstellung der Landesregierung keine Berücksichtigung. Wir sind der Meinung, dass dies jedoch nicht die Handlungsfähigkeit der Träger in 2020 beeinträchtigen sollte.

Wir sprechen uns daher insgesamt für ein vereinfachtes und formloses Verfahren zur Beantragung und Bewilligung der Anwendung der Ausnahmeregelungen in 2020 aus.

Zu. 3.) Laufzeit des Erlasses zu kurz bemessen
Da die Pandemie nicht vorbei ist, bei zwar momentanen moderaten bis niedrigen Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt, kann niemand die Infektionslage im kommenden Herbst oder Winter voraussagen. Weiterhin werden die Träger auch mindestens im Frühjahr 2021 mit Einschränkungen und erhöhten Kosten, wie Aufwendungen für Maßnahmen, arbeiten müssen. Die aufgrund der Lockerungen mögliche und umfassendere Ansprache und Erreichung der Zielgruppen laufen seit einigen Wochen erst wieder an. Aufgrund des vorangegangenen Lockdowns, ebenso wie auch die Ausrichtungen von „Präsenzmaßnahmen“, sind sie jedoch weiterhin mit erhöhten Zeitaufwänden und Herausforderungen für die Träger verbunden. Daher sollten, neben der Anwendung erhöhter Tagespauschalen, auch die Möglichkeiten der Arbeit mit kleineren Gruppen und die ausgeweitete Durchführung regionaler Maßnahmen sowie die gegliederte Möglichkeit digitaler Maßnahmen verlängert werden. Wie oben benannt, sind die Träger mit Perspektive auf 2021 mit vielen Unsicherheiten konfrontiert.

Eine Anwendung auf das Jahr 2021 böte den Trägern die Möglichkeit, einen vorausschauenden Mix an Maßnahmentypen mit digitaler, regionaler als auch gewohnt landesweiter Ausrichtung in ihren Jahresprogrammen zu verankern.

Die Laufzeit des Ausnahmeerlasses sollte daher verbindlich bis zum 31.12.2021 verlängert werden und Anwendung auf die Antragstellung finden.
Wir möchten Sie freundlich, aber eindringlich dazu auffordern, schnell mit dem KJR die benannten Vorschläge und Argumente zu diskutieren, um deren Realisierung auf den Weg zu bringen. Eine Einigung auf ein geändertes Verfahren bis spätestens 16.09.2020 wäre hilfreich, um die Träger zu informieren und Verwaltungsaufwände zu reduzieren.

PDF der Stellungnahme

Photo by Joanna Kosinska on Unsplash

VonPhilipp

3. Austauschtreffen Prävention sexualisierter Gewalt 29.09.2020

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. organisiert zum nun ditten Mal das jährliche Austauschtreffen zur Weiterentwicklung von Präventionskonzepten der Jugendverbände. Gemeinsam wollen wir mit Euch/ Ihnen und Fachreferent*innen zum Thema Prävention von sexueller und sexualisierter Gewalt diskutieren und Anknüpfungspunkte für die eigene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Jugendverbänden schaffen.

Agenda für das Treffen am 29.09.2020

„Impuls: Schutzkonzepte sind kreative und partizipative Entwicklungsprozesse“

Stefanie Reibling, Referentin für Qualitätsentwicklung KJR Sachsen

Schutzkonzepte sind kreative und partizipative Entwicklungsprozesse. Sie sind einrichtungsspezifische Maßnahmen und Prozesse, die der Analyse von Gefährdungssituationen dienen und die Prävention, Intervention und Aufarbeitung von möglichen Unsicherheiten oder Vorfällen verstärken sollen.

Austausch in parallel laufenden breakout session

breakout session Slot 1 mit Stefanie Reibling, Referentin für Qualitätsentwicklung KJR Sachsen

Zu Beginn dieses Entwicklungsprozesses erfolgt eine Analyse zur Strategie, Struktur und Kultur der jeweiligen Organisation sowie eine anschließende Risiko- und Potenzialanalyse der Ergebnisse. So offenbaren sich die „verletzlichen Stellen“ der Organisation und die daraus resultierenden Entwicklungsaufgaben. Im Austausch wollen wir verschiedene Methoden vorstellen und besprechen.

breakout session Slot 2 mit SJD – Die Falken LV Sachen-Anhalt e.V. und dem Medientreff zone!

In den letzten Monaten haben viele Jugendverbände und Jugendeinrichtungen wegen Corona vermehrt und vielfältig digitale Angebote auf die Beine gestellt. Methoden und Konzepte analoger Präventionsarbeit lassen sich jedoch nicht einfach 1:1 auf digitale Angebote übertragen. Ziel ist es daher über die Besonderheiten des digitalen Raums und eure Erfahrungen, Methoden und Überlegungen ins Gespräch zu kommen.

breakout session Slot 3 mit ???

Wenn euch mit Blick auf das Thema PSG noch ein anderes Thema unter den „Nägeln brennt“ tragt es gern unter Sonstiges ein. Wir nehmen dann mit euch Kontakt auf und stellen euch gern einen eigene Breakout – Raum zur Verfügung in dem ihr eure Thema mit anderen Interessierten besprechen könnt.

Wo, wann und wie?

Anmeldung ab sofort unter: http://kjrlsa.de/PSGAnmeldung

Das Treffen findet digital am 29. September 2019 von 10:00 Uhr bis 12:45 Uhr statt und richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Mitgliedsverbände des KJR. Als Software für die Videokonferenz nutzen wir zoom. Die Zugangsdaten sowie technische und organisatorischen Hinweise werden mit der Anmeldebestätigung versandt.

Die Veranstaltung wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt

VonMartin Gneist

JMZ-Umfrage zum Thema „Nachhaltige Entwicklung in Sachsen-Anhalt aus der Perspektive junger Menschen“

Das Projekt „Jugend Macht Zukunft“ startet eine landesweite Umfrage zum Thema „Nachhaltige Entwicklung in Sachsen-Anhalt aus der Perspektive junger Menschen“

Hier geht’s zum Fragebogen: JMZ-Umfrage-Nachhaltigkeit

Ziel des Fragebogens
Die Ergebnisse der Umfrage sollen politischen und gesellschaftlichen Akteur*innen zugänglich gemacht werden, um eine erste Basis zu schaffen, die die gemeinsame Gestaltung landespolitischer Entscheidungsprozesse im Feld der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik Sachsen-Anhalts ermöglichen.

Hintergrund
Letztes Jahr starteten wir einen Prozess, in dem wir gemeinsam mit jungen Menschen aus Sachsen-Anhalt die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes kritisch unter die Lupe nahmen und unsere Perspektive auf dem Nachhaltigkeitskongress stark machten.
Mehr Infos dazu findet ihr auch unter: http://kjrlsa.de/Abschlussdoku-WS-Reihe-MULE

Das war jedoch nur der Anfang. Jetzt wollen wir unsere Ziele und Maßnahmen konkret in die Landespolitik tragen.​
In fünf digitalen Konferenzen wollen wir dazu regionsspezfische Aspekte sammeln und im Rahmen der Leuchtturmthemen „Konsequenter Klimaschutz“ und „Nachhaltiger Konsum“ weiterdenken.
Hier geht es zur Anmeldung: http://kjrlsa.de/Anmeldung-JMZ-Regionalkonferenzen

Im Herbst wollen wir auf einer Tagung im Harz die Ergebnisse der Konferenzen zu einem Positionspapier bündeln und mit Expert*innen aus Wissenschaft und Politik diskutieren. Hier sollen auch die Ergebnisse der Umfrage einfließen.

Erklärung Nachhaltigkeit
Wenn wir in unserem Fragebogen von Nachhaltigkeit reden, meinen wir soziale Nachhaltigkeit (die Achtung und Förderung von Menschenrecht und Menschenwürde), ökologische Nachhaltigkeit (Umwelt und Ressourcen schonen) und ökonomische Nachhaltigkeit (Entwicklungen und Organisationen so planen, dass sie auf lange Sicht nachhaltig produzieren und agieren können).

VonPhilipp

Das Coronavirus und die Situation der Jugendarbeit

Im Rahmen des Coronavirus wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, um Mitglieder, Teilnehmer*innen und Mitarbeiter*innen nicht zu gefährden. Nach dem Verbot aller Zusammenkünfte von Vereinen, von Maßnahmen der außerschulischen Bildung und der Schließung von Jugendfreizeiteinrichtungen, ist ein großer Teil der üblichen Arbeit in Verbänden, Vereinen und Einrichtungen zum Erliegen gekommen.

Schon die Situation stellt große Anforderungen an Verbände, Vereine und Mitarbeiter*innen. Sie müssen die Arbeit digital am laufen halten, neue digitalte Formate testen um Kinder- und Jugendliche Freizeitangebote zu machen, Veranstaltungen absagen, Unterkünfte, Räume und Referent*innen stornieren und umplanen.

Gleichzeitig gibt es noch keine offizielles Zeichen, wie es weitergeht. Wie mit fehlenden Teilnehmer*innentagen, Öffnungszeiten, Personal-, Betriebs- und Ausfallkosten umgegangen wird.

Der Vorstand hat deswegen einen Beschluss zur aktuellen Situation gefasst und wir mit anderen Landesjugendringen zusammen einen Appell an die Jugend- und Familienminister*innenkonferenz gerichtet. Den Beschluss dokumentieren wir hier.

Der Beschluss des Vorstandes anlässlich der COVID-19 Epidemie

Die Folgen der Coronavirus-Epidemie (COVID-19) werden spürbare Auswirkungen auf die außerschulische Kinder- und Jugendbildungsarbeit im Land Sachsen-Anhalt haben. Wir betrachten die Entwicklungen mit Sorge und befürchten – teils aufgrund notwendiger Absagen von Seminaren usw. – einen massiven Rückgang der Teilnehmendenzahlen sowie ungeplante finanzielle Einbußen in der Bildungsarbeit.

Um die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt – als wichtige Orte  der Freizeit und  des außerschulischen Engagements junger Menschen – zu sichern, braucht es schnell eine Sicherheit für die regionalen und landesweiten Träger sowie ein geeignetes Maßnahmenpaket der Verantwortlichen.

Wir sehen folgende Handlungsbedarfe, sortiert nach zeitlicher Dringlichkeit:

  1. Eine Information der Träger, dass das Land und die Kommunen sie bei allen durch die Corona-Krise entstehenden verbandlichen Schwierigkeiten unterstützten werden.
  2. Die Sicherung der Liquidität der Träger durch schnelle und unbürokratische Wirtschaftshilfen, insbesondere der Jugendbildungsstätten, um deren Insolvenz zu verhindern. Wir unterstützen ausdrücklich den offenen Brief der Freizeit- und Bildungsstätten im Land Sachsen-Anhalt vom 19.03.2020 an die Landesregierung.
  3. Eine Zusicherung zur Förderung der Personal- und Betriebskosten bei allen per Verfügung geschlossenen Einrichtungen der Jugendarbeit.
  4. Eine Zusicherung, dass Kosten für digitale Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in einem angemessen Rahmen und im Rahmen der Zuwendung für die Träger als zuwendungsfähig anerkannt werden.
  5. Eine Regelung zur Zuwendungsfähigkeit von Ausfallgebühren im Rahmen der Zuwendung.
  6. Die Aussetzung der zu erbringenden Teilnehmendentage für die Jugendbildungsreferent*innen in 2020.
VonNadja

Engagement wirkt weit

Ehrung Jugendlicher am Internationalen Tag des Ehrenamts 

Am 05.12.2019 hat der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. (KJR LSA) gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt 17 junge Menschen aus Vereinen und Jugendverbänden aus ganz Sachsen-Anhalt für ihr besonderes Engagement im Forum Gestaltung Magdeburg ausgezeichnet. Der Internationale Tag des Ehrenamtes 2019 sollte den Jugendleiter*innen in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Die Ehrung startete um 16:00 Uhr mit drei interaktiven Workshops. Die Jugendlichen probierten sich am Schreiben von Liedtexten für ihre nächste Jugendfreizeit im Song Slam Workshop vom HALternativ e. V. Begleitet durch die Gitarre dichteten sie auf bekannte Kindermelodien individuelle Lieder. Sieben Personen erklärte Florian Schreiter vom Improvisationstheater Tapetenwechsel derweilen deren Grundtechniken und wie diese Methoden ganz praktische Umsetzung auf Jugendfreizeiten erfahren können. Kurzweilige Übungen wie „Das Gefäß“ lassen sich schnell als kreative, auflockernde Einheit in die nächste Gruppenstunde einbauen.  Wem das alles zu künstlerisch war, konnte mit Carsten Ast zu den Bällen greifen. Einmal erlernt, kann Jonglage sowohl als Teameinheit als auch als Konzentrationsübung oder Showeffekt genutzt werden. 

Im Anschluss ging es in den Saal des Forum Gestaltung. Auf der Bühne betonte Frau Isolde Hofmann, Leiterin der Abteilung Familie und Jugend aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, die Bedeutung insbesondere jungen Engagements für das Land Sachsen-Anhalt und dankte den Jugendlichen für ihren Einsatz: „Weil das, was sie in Ihrem Ehrenamt tun, wirklich wichtig ist, weil viele Angebote für Kinder und Jugendliche durch ihr Engagement erst möglich werden“. Dem schloss sich der Vorstand des KJR LSA an. Tanja Russack und Fabian Pfister hoben die Rolle der Jugendleiter*innencard als Qualitätszertifikat in den Vordergrund, mit 657 gedruckten Karten und ungleich mehr Geschulten 2019 steht die juleica bundesweit für Standards in der Jugendverbandsarbeit. Die Vorstandsmitglieder des KJR LSA übergaben zusammen mit Frau Hofmann Urkunden und kleine Präsente auf der Bühne an die Engagierten. Unter großem Applaus und abgerundet mit dem eigens gedichteten „juleica-Song“ des HALternativ e. V. standen nun die jungen Menschen selbst im Mittelpunkt: Aus Halle (Saale), der Altmark, dem Saale- und Salzlandkreis, der Börde, Magdeburg und Dessau reisten die Jugendleiter*innen samt Freund*innen und Verbandskolleg*innen zur Ehrung an. Ganz unterschiedlich sind ihre Engagement-Bereiche: Von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk über Sportvereine und Pfadfinder*innen bis zum politischen Verband verbringen die jungen Menschen einen Großteil ihrer Freizeit, gestalten Veranstaltungen und geben neue Impulse in ihre Vereine. Ein unersetzlicher Einsatz für ein lebendiges, vielfältiges Sachsen-Anhalt in der Stadt und auf dem Land. Die Ehrung endete mit Häppchen und Brause und gab die Möglichkeit, sich verbandsübergreifend über ehrenamtliche Jugendleiter*innen-arbeit auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.  

Der 5. Dezember ist seit 34 Jahren der Internationale Tag des Ehrenamts und wurde von den Vereinten Nationen (UN) ins Leben gerufen. Das Ziel des Internationalen Tags des Ehrenamts ist es, die Anerkennung und Förderung des freiwilligen Engagements hervorzuheben. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. zeichnet alle zwei Jahre deshalb besonders engagierte Jugendleiter*innen aus, die direkt von ihren Vereinen/Jugendverbänden nominiert werden können.  

VonInga

2. Austauschtreffen: Prävention sexueller/sexualisierter Gewalt

Im Ramen unseres 2. Austauschtreffen: Prävention sexueller/sexualisierter Gewalt haben wir uns intensiv mit den verschiedenen Bausteinen von Präventionskonzepten beschäfftigt.

In insgesamt sechs Kleingruppendiskussionen diskutierten die Teilnehmenden aus unseren Mitgliedsverbänden und den Kreis- Kinder- und Jugendringen der Landkreise und kreisfreien Städte zu den Themen: Notfallplänen, Partizipation, Präventionsangeboten, Fortbildung, Festschreibung der Bedeutung und Verhaltenskodex.

Im Fokus stand dabei der Austausch untereinander und oft auch die Frage: „Wie macht ihr das bei euch“ oder „Wie geht ihr mit folgender Situation um“.

Die Austauschtreffen finden jährlich seit 2018 statt und gehen zurück auf einen Beschluss unserer Mitgliederversammlung.

VonInga

Austauschtreffen Prävention sexualisierte Gewalt

Das zweite Austauschtreffen zur Weiterentwicklung von Präventionskonzepten der Jugendverbände steht an.

Gemeinsam wollen wir mit Euch an das letzte Treffen (November 2018) anknüpfen und weiter zum Thema Prävention von sexueller und sexualisierter Gewalt diskutieren und uns darüber hinaus gemeinsam über Eckpunkte und Inhalte von Präventions- und Interventionskonzepten austauschen und diese erarbeiten.

Das Treffen findet am 15. Oktober 2019 von 10:30 Uhr bis 15:00 Uhr im Saal des „einewelthaus“ in Magdeburg (Schellingstraße 3-4, 39104 Magdeburg) statt und richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Mitgliedsverbände des KJR LSA. In diesem Jahr haben wir als Ring das Treffen in Kooperation mit der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz und der Evangelischen Jugend Mitteldeutschland für euch geplant und organisiert. 

Bitte meldet Euch bis zum 08.10.2019 online an: http://kjrlsa.de/PSG

Geplanter Ablauf

10:30 Uhr – Begrüßung und inhaltlicher Einstieg
11:00 Uhr – Diskussionstische zu einzelnen Bausteinen von Präventionskonzepten
12:30 Uhr – gemeinsame Mittagspause
13:00 Uhr – Diskussionstische zu einzelnen Bausteinen von Präventionskonzepten
14:15 Uhr – Klärung offener Fragen & gemeinsame Auswertung
15:00 Uhr – Ende

Die Veranstaltung wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt.

VonInga

Jugendförderung vor Ort zukunftsicher gestalten

Die Regierungsfraktionen in Sachsen-Anhalt wollen, dass die Jugendförderung, die das Land an die Landkreise und kreisfreien Sätdte gibt, damit diese die Jugendarbeit vor Ort besser fördern können, so verändert werden, dass sie zukünftig automatisch steigt. Dies ist aus Sicht des KJR LSA richtig und wichtig, da sich die Höhe der Förderung an die Entwicklung der Gehälter und der Preise anpassen muss. In unserer Stellungnahmen zum geplanten Gesetzesvorhaben „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Blinden- und Gehörlosengeldes sowie weiterer tariflicher Anpassungen “ gehen wir aber auch darauf ein, dass die geplanten Anpassungen nicht ausreichen, um dem Ziel der einbringenden Fraktionen, die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit zu verbessern. Aus unserer Sicht bedarf es weiterer Änderungen.

Als Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. empfehlen wir daher auf Basis der beiden vorliegenden Gesetzesentwürfe für den Bereich des KJHG-LSA konkret die Umsetzung eines 4-Punkte-Plans:

  1. Erhöhung des Dynamisierungsbetrages von 2 % auf 2,5 % und damit die Anpassung der Dynamisierung an die durchschnittliche tarifliche Entwicklung
  2. Einführung eines Flächenfaktors
  3. Erhöhung der Fördersumme um 1,95 Mio. Euro (1 Mio. Euro Sofortprogramm/ 950.000 Euro Flächenfaktor)
  4. Verpflichtung zur Novellierung des § 31ff. KJHG-LSA im Jahr 2020 auf Grundlage der Ergebnisse der derzeit laufenden Evaluation sowie der Ergebnisse des 7. Kinder- und Jugendberichtes

Wer mehr lesen möchte findet weitere Informationen in unserer Stellungnahme des KJR LSA zum „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Blinden- und Gehörlosengeldes sowie weiterer tariflicher Anpassungen“