Autor-Archiv Jonas

VonJonas

Offene/mobile Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt

Teil 5 unserer Reihe zum 7. Kinder- und Jugendbericht.

Vor unserem „Fachgespräch offene Kinder- und Jugendarbeit vor, im und nach dem Shutdown“*, der am Mittwoch um 14:00 Uhr stattfinden wird, haben wir für euch Zahlen, Daten und Fakten zur offenen Kinder- und Jugendarbeit zusammengestellt. Geschaut haben wir dabei natürlich wieder in den 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung – allerdings diesmal nicht nur hier.  

Die offene/mobile Kinder- und Jugendarbeit ist eine Leistung im Rahmen des § 11 SGB VIII und wird von freien und öffentlichen Trägern erbracht. Die Zuständigkeit für die Kinder- und Jugendarbeit liegt bei den Landkreisen und kreisfreien Städten. Mit den Mitteln, die das Land über den § 31 KJHG-LSA ausreicht, unterstützt das Land u. a. diese Arbeit. 

Schaut man sich die Zahlen der Bekanntheit und der Nutzung etwas genauer an, so ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. So sind die Bekanntheit von Einrichtungen der offenen Jugendarbeit bei den Befragten, die nicht auf ein Gymnasium gehen, um 5 % höher als bei den Gymnasiast*innen. Deutlich größer ist der Unterschied bei der Nutzung. Von den Schüler*innen der Gymnasien nutzen nur 22 % die Einrichtungen. Schüler*innen aller anderen Schulformen jedoch zu 49 %. Alle Zahlen finden sich auf den Seiten 431 & 433 im Kinder- und Jugendbericht. 

Mit Blick auf alle Freizeitangebote wurden junge Menschen im Zuge der Jugendbefragung gefragt, wie sie von den Angeboten, in denen sie aktuell aktiv sind oder früher aktiv waren, erfahren haben.  Auch wenn es sich hierbei nicht um eine Frage explizit zu den Angeboten der offenen Jugendarbeit handelt, würden die Ergebnisse hier wahrscheinlich ähnlich ausfallen. Die Ergebnisse bestätigen zudem für Sachsen-Anhalt, was auch andere Jugendstudien immer wieder erfassen. Der Zugang zur Jugendarbeit erfolgt in erster Linie über Freund*innen, Familie und bereits aktive Personen. Soziale Medien wie Youtube, Facebook (18 %) sind gleich auf mit Flyern und sonstiger Werbung (ebenfalls 18 %) relativ weit hinten. An letzter Stelle stehen „Informations- und Kontaktstelle“ und „Sonstiges“ mit 3 %. Alle Zahlen finden sich im Kinder- und Jugendbericht auf Seite 434.

Im Rahmen der Jugendbefragung des Kinder- und Jugendberichtes wurden die jungen Menschen, die im Rahmen der Jugendbefragung angegeben haben, dass sie ein Jugendzentrum, einen Freizeittreff oder Jugendclub in ihrer Umgebung kennen und dort nicht hingehen, gefragt, warum sie dieses Angebot nicht nutzen. Die Antworten finden sich auf Seite 124 im Bericht. So gaben z. B. 47 % an, dass sie in ihrer Freizeit lieber andere Dinge machen. 41 % geben an, dass es dort nichts gibt, was sie interessiert, und 31 %, dass sie keine Zeit dafür haben.  Nicht gefragt wurden allerdings die jungen Menschen, die die Einrichtungen nutzen, warum sie die Einrichtungen nutzen. Hierfür gibt es allerdings Zahlen aus regionalen Studien z. B. für den Saalekreis.** Die Antworten der jungen Menschen aus dieser Erhebung findet ihr zusammengefasst auf der Grafik. 

Für einige der im 7. Kinder- und Jugendbericht dargestellten Daten gibt es bereits neuere. So auch für die Zahl der Einrichtungen der Jugendarbeit. Hier hat das Statistische Landesamt*** Ende 2019 die Zahlen für 2018 veröffentlicht. Wir greifen dement-sprechend auf die Zahlen dort zurück. Jedoch nicht, ohne euch zu verraten, wo die entsprechenden Zahlen und die dazugehörigen Ausführungen im 7. Kinder- und Jugendbericht sind. Wen also nicht nur die Zahlen, sondern auch die Auswertung im Rahmen des Berichtes interessieren, findet alles Wichtige im Kapitel: „1.1.1 Rahmen der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit“ ab Seite 145.

Die Anzahl der in den Daten des Statistischen Landesamtes gemeldeten Einrichtungen schwankt. Dennoch lässt sich seit 2014 ein abnehmender Trend verzeichnen. So gab es in ganz Sachsen-Anhalt im Jahr 2014 laut Statistischem Landesamt**** 607 Einrichtungen, in 2018 sind es 539 und damit 68 Einrichtungen weniger. Als Ring haben wir mit anderen landesweiten Trägern mit unserer Petition „Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!“ (vgl. http://kjrlsa.de/petitionjugendarbeit) u. a. auf diesen Trend aufmerksam gemacht. 

Der Kinder- und Jugendbericht nimmt die Entwicklung seit 2010 in den Blick und verzeichnet hier bis 2014 einen Anstieg und ab 2014 mit Blick auf 2016 einen Abfall. Ferner verweist er auf die unterschiedliche Entwicklung in den unterschiedlichen Landkreisen/kreisfreien Städten. Wer dies nachlesen kann, findet die Informationen auf den Seiten 145f. im Bericht.

Auch für die Anzahl der in den Einrichtungen der Jugendarbeit tätigen Personen gibt es seit Dezember 2019 neue Zahlen vom Statistischen Landesamt. Diese findet ihr in der Grafik. Der Kinder- und Jugendbericht beschäftigte sich auf Seite 146 mit den Entwicklungen des Personals seit 2010. Auch hier stellt der Bericht zwischen 2010 und 2014 einen Anstieg fest und konstatiert ab dort einen Rückgang. Dieser Rückgang setzt sich auch in 2018 fort. Während in 2014 noch 866 Menschen in den Einrichtungen der Jugendarbeit arbeiteten, sind es 2018 noch 817 Personen. Mit Blick auf das in den Einrichtungen tätige Personal ist zudem wichtig, dass hier ein Generationenwechsel ansteht. 2016 waren zwei Drittel der in der Jugendarbeit tätigen Personen über 40 Jahre alt, 40 % sogar über 50 Jahre alt (Bericht Seite 146). Mit Blick auf das Personal steht also ein Generationenwechsel an. Dies stellt bei den aktuellen Rahmenbedingungen und dem bestehenden Fachkräfteengpass im Bereich der Sozialen Arbeit eine große Herausforderung für die Jugendarbeit da. 

„Die Angebote sollten besser in den Schulalltag vernetzt werden. Die Angebote sind zu weit vom Wohnort im ländlichen Raum entfernt. Stadt und Land müssen gleich behandelt werden. Außerdem ist der ÖPNV zu gering ausgebaut. Die Taktung von Bus und Bahn ist zu groß.“

Diese und das Zitat auf der Folie sind zwei der Antworten, die im Kinder- und Jugendbericht als Antwort auf die offene Frage: „Hast du Ideen, wie diese Angebote und Einrichtungen verbessert werden könnten, damit du zufriedener bist? Dann teile sie uns bitte mit.“****** abgedruckt wurden.  Alle Zitate sind im Kinder- und Jugendbericht auf Seite 125 nachzulesen. Insgesamt werden dort vier Cluster vorgestellt: „Angebote besser bewerben“, „Angebote besser erreichbar machen“, „Rahmenbedingungen für Jugendarbeit sichern“ und „Jugendbeteiligung ausbauen“. 

Den ersten Teil findet ihr hier:
Den zweiten Teil findet ihr hier:
Den dritten Teil findet ihr hier:
Den vierten Teil findet ihr hier:

7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Anmerkungen/Quellen

* Infos zum „Fachgespräch offene Kinder- und Jugendarbeit vor, im und nach dem Shutdown“* und zur Liveübertragung findet ihr hier: http://kjrlsa.de/FachgespraechOKJA

** DJI: Karen Hemming, Frank Tillmann, Stefan Fehser „What’s up?“ Die Kinder- und Jugendstudie im Landkreis Saalekreis, abrufbar hier.

*** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

**** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2014“, Seite 12, abrufbar hier:

Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

***** Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt „Einrichtungen und tätige Personen der Jugendhilfe 2018“, Seite 12, abrufbar hier:

****** Diese Fragen wurden im Rahmen der Jugendbefragung allen jungen Menschen gestellt, die die Frage „Alles in allem, wie zufrieden bist du mit den Angeboten und Einrichtungen in deiner Nähe, in denen Jugendliche und junge Erwachsene sich treffen und gemeinsam etwas machen können?“ mit „eher zufrieden“, „weniger zufrieden“, „unzufrieden“ oder „kann ich nicht beurteilen“ beantwortet haben. 

VonJonas

Stellenausschreibung Assistenz/Sekretär*in für Vorstand und Geschäftsführung

Beim Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. (nachfolgend KJR LSA), der vom Land geförderten Interessenvertretung junger Menschen und der
Jugend(verbands)arbeit in Sachsen-Anhalt, wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Magdeburg eine Assistenz/Sekretärin für Vorstand und Geschäftsführung/Verwaltungskraft (m|w|d) für eine unbefristete 50 %-Stelle (20 Stunden/Woche) gesucht.


Über uns
Der KJR LSA ist der Zusammenschluss der landesweiten Jugendverbände und -vereine in Sachsen-Anhalt und der AG der Kinder- und Jugendringe in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Wir setzen uns für ein vielfältiges und lebendiges Sachsen-Anhalt ein, in dem junge Menschen gut und gerne leben und an dessen Gestaltung sie aktiv mitwirken können.
Dazu vertreten wir die Interessen junger Menschen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und unterstützen die Jugendverbände und Jugendarbeit.

Nach ausführlicher Einarbeitung sind Ihre Aufgaben insbesondere die selbstständige:
• Planung, Vor- und Nachbereitung von Terminen und Sitzungen
• Überwachung von Terminen und Fristen
• Dokumentenverwaltung
• Protokollierung von Sitzungen der Gremien und Arbeitskreise (verkürzte Verlaufsprotokolle)
• Erledigung von Korrespondenz und Telefonaten
• Mitwirkung am Berichtswesen
• Recherche und Aufbereitung von Informationen
• Veranstaltungsorganisation und -begleitung

Ihr Profil
Sie haben
• eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation
• (erste) Berufserfahrungen in einem Bereich mit vergleichbaren Aufgaben
• sehr gute Kenntnisse im Umgang mit MS-Office-Produkten, MS Office365 wünschenswert
• ein sehr gutes Ausdrucksvermögen inkl. einer sehr guten Rechtschreibung und Zeichensetzung

Sie sind
• ein Organisationstalent
• kommunikationsstark
• eine zuverlässige, selbstständige und belastbare Unterstützung

Wir bieten
• eine Anlehnung an den Tarifvertrag der Länder (Entgeltgruppe 5) inkl. aller Vorteile wie etwa Erfahrungsstufenaufstiege, regelmäßige Tarifanpassungen und 30 Tage Urlaub zzgl. Heiligabend und Silvester frei
• Einstufung bei einschlägiger Berufserfahrung bis zur Erfahrungsstufe 3 (mind. 6 Jahre einschlägige Berufserfahrung)
• Weiterbildung
• flexible Einteilung der Arbeitszeit angepasst an die persönlichen Lebensumstände
• eine freundliche Arbeitsatmosphäre bei einem gemeinnützigen Verein

Wenn Sie den Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. durch Ihre Tätigkeit unterstützen möchten, schicken Sie Ihre Bewerbung inkl. der üblichen Anlagen bis zum 25. Mai 2020 an: Philipp.Schweizer@kjr-lsa.de.
Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich digital in der ersten und zweiten Juniwoche zu vereinbarten Terminen statt.
Bewerbungskosten werden nicht erstattet.

Datenschutzerklärung hier:

Link zum pdf hier:

VonJonas

Institutionelle Beteiligung und Partizipation

Teil 4 der Serie des KJR LSA zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Ein Schwerpunkt der Jugendbefragung zum 7. Kinder- und Jugendbericht ist das Thema Partizipation.  Hierbei liegt der Blick insbesondere auch auf dem Aspekt der institutionellen Beteiligung, also den Möglichkeiten der Mitbestimmung in Schule, Ausbildung, Beruf oder Hochschule. 50 % der Antwortenden gaben im Rahmen der Jugendbefragung an, dass sie in ihrer Schule/beruflichen Ausbildung bzw. Umschulung/ihrem Studium/ihrer Arbeit institutionell engagiert sind oder waren (Seite 424). Guckt man auf die einzelnen Institutionen, ergibt sich ein unterschiedliches Bild. Mit 65 % ist die Anzahl der Personen, die sich in der Schule engagieren, am höchsten. Es folgen Studium und Arbeit mit jeweils 41 %. Die wenigsten jungen Menschen engagieren sich im Rahmen ihrer Ausbildung/Umschulung. Hier liegt der Wert bei 25 % (Seite 113).  Bei der Bewertung der Zahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass auch die Möglichkeiten, sich aktiv in die jeweiligen Institutionen einzubringen, sehr unterschiedlich sind. Diese sind mit Schüler*innenvertretungen, Arbeitsgemeinschaften, Schüler*innenzeitungen etc. in der Schule deutlich höher als z. B. in der Ausbildung.

Im Kinder- und Jugendbericht findet ihr die ausführlichen Infos auf Seite 110 im Bericht sowie weitere Tabellen zum Thema im Anhang ab Seite 424. 

Jungen Menschen ist es wichtig, dass das, was sie tun, auch Spaß macht – auch beim Engagement. Deutlich wird zudem, dass den befragten jungen Menschen wichtig ist, dass ihre Meinung ernstgenommen wird (45 %) bzw. dass sie mit ihrem Engagement wirklich etwas verändern können (39 %). Nicht so wichtig ist für die befragten jungen Menschen dagegen, dass sie lernen zu verstehen, wie Entscheidungen getroffen werden (18 %) bzw. dass sie sich nicht zu lange verpflichten (13 %). Die Zahlen finden sich auf Seite 115. Hieraus ergeben sich Hinweise darauf, wie Möglichkeiten der Partizipation ausgestaltet sein müssen, damit junge Menschen sich in ihnen engagieren und einbringen. Dabei scheinen der individuelle Nutzen sowie die Möglichkeit, etwas zu bewirken oder zumindest gehört und ernstgenommen zu werden, eine besondere Rolle zu spielen. Als KJR LSA haben wir uns hier bereits positioniert. Wie aus unserer Sicht die Partizipation u. a. in Schule, Hochschule, Ausbildung und Beruf verbessert werden kann, findet ihr in unserer Broschüre: „Gelebte Demokratie – Jugendpartizipation in Sachsen-Anhalt“ unter: https://www.kjr-lsa.de/service/publikationen/.

Viele der im Rahmen der Jugendbefragung im Bereich Partizipation gestellten Fragen befassen sich mit der Zufriedenheit der jungen Menschen mit den bestehenden Partizipations-möglichkeiten. Zwei Fragen wurden dabei institutionsübergrei-fend gestellt. Die Frage nach der Zufriedenheit mit den Möglichkeiten, in wichtigen Fragen mitzuentscheiden, haben wir für euch in der Grafik aufbereitet. In der zweiten Frage geht es darum, die eigene Meinung gegenüber anderen zu äußern. Insgesamt sind die jungen Menschen mit den bestehenden Möglichkeiten der Meinungsäußerung zufriedener als mit der Möglichkeit, tatsächlich bei wichtigen Fragen mitentscheiden zu können (Seiten 110, 111, 112).

Für die Frage: „Wie zufrieden bist du mit den Möglichkeiten, deine Meinung gegenüber Mitschüler*innen und Lehrer*innen frei zu äußern?“ gibt es in der Anlage des Berichtes auch eine Aufschlüsselung nach Schulformen (Seite 426). Auffällig ist hier, dass die Zufriedenheit (sehr zufrieden/eher zufrieden) an den Förderschulen und an den Berufsschulen am höchsten ist. Sie liegen damit beide über dem Gesamtwert. Die sonstigen Schulformen (Gesamt- und Gemeinschaftsschulen) sowie Gymnasien scheiden dagegen deutlich schlechter ab.  Leider wird der Frage nach dem ‚Warum‘ im Bericht nicht weiter nachgegangen. Die Zahlen für die Sekundarschulen und Förderschulen stehen übrigens entsprechend so im Bericht. Wir gehen davon aus, dass es aufgrund von Rundungen dazu kommt, dass es jeweils nicht exakt 100 %, sondern 99 % bzw. 101 % sind.

Spannend ist auch zu gucken, wo und wie sich die jungen Menschen in den Institutionen engagieren. Wir beginnen mit den jungen Menschen in Ausbildung. Wichtige Instrumente der Beteiligung für junge Menschen sind die Jugend- und Auszubildendenver-tretungen sowie die Betriebs- und Personalräte. Insgesamt 14 % der antwortenden Jugendlichen bringen sich hier ein.  Bei der Würdigung dieser Ergebnisse muss bedacht werden, dass aktuell nur 14 % der Betriebe – in denen es rechtlich möglich ist – auch  einen Betriebsrat haben (vgl. Landtag von Sachsen-Anhalt https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/2018/arbeit-der-betriebsraete-soll-unterstuetzt-werden/ Stand: 13.04.2020). Da eine Jugend- und Auszubildendenvertretung aber zwingend einen Betriebs- oder Personalrat voraussetzt, ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Betriebe mit einer Jugend- und Auszubildendenvertretung im Land noch geringer ist als die der Betriebe. Hierdurch wird jungen Menschen aus Sicht des KJR LSA eine wichtige Möglichkeit der betrieblichen Mitbestimmung genommen.

Deutlich wird an den Ergebnissen aber auch, dass die Ersteller*innen des Fragebogens und die befragten jungen Menschen unter der Frage nach dem Engagement ggf. unterschiedliche Aspekte verstanden haben. So gaben 75 % der Befragten an, in keinem der auszuwählenden Bereiche aktiv zu sein. 2 % wählten Sonstiges und benannten hier z. B. die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder ein anderes Ehrenamt (Seite 427).

Die Gruppe der Schüler*innen ist die Gruppe, die sich am meisten in der eigenen Institution engagiert. Dies wird durch eine Vielzahl an Mitbestimmungs- und Beteiligungs-formaten möglich und unterstützt. Dabei teilt sich die formale Vertretung der Schüler*innen-vertretung nach Schulgesetz in die Antworten (Klassensprecher*in/ Schulsprecher*in 35 %; Klassenrat 13 % sowie Schüler*innenvertretung
13 %). Das größte Engagementfeld stellen die Arbeitsgemeinschaften und Projekte außerhalb des Unterrichts dar.

Spannend aus dem Blickwinkel der Jugendverbände sind insbesondere die Angaben zum Thema Schulsanitätsdienst und Schüler*innenzeitungen, -radios und -webseiten. Zusammen immerhin 12 % der Schüler*innen geben an, hier aktiv zu sein. Dabei werden diese Angebote z. B. durch das @Jugendrotkreuz Sachsen-Anhalt oder @fjp>media unterstützt.

Zum Thema Mitbestimmung an Schule hat der KJR LSA bereits mehrfach Position bezogen. Z. B. in unserer Stellungnahme zur 14. Änderung des Schulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 (Diese findet ihr hier: https://www.kjr-lsa.de/jugendpolitik/stellungnahmen/ Stand: 14.04.2020).

Ihr wollt mehr wissen? Kein Problem. Den ganzen Bericht findet ihr unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA

Den ersten Teil findet ihr hier:
Den zweiten Teil findet ihr hier:
Den dritten Teil findet ihr hier:

VonJonas

Junge Menschen und Politik

Teil 3 der Serie des KJR LSA zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung

Junge Menschen sind in den letzten Jahren wieder verstärkt auch öffentlich mit ihren Themen sichtbar. Beispiele hierfür ist z. B. die Bewegung „Fridays for Future“ und die Debatte um Art. 13 EU-Verfassung (Urheberrecht und Upload Filter). Auch im Kontext der „Seebrücke“ engagieren sich viele junge Menschen. Auch im Rahmen unseres Projektes „Jugend Macht Zukunft“ haben sich junge Menschen aktiv in die Debatte um die Themen ÖPNV und Nachhaltigkeit sowie WLAN eingemischt. Spiegelt sich dieses politische Engagement auch im Kinder- und Jugendbericht wider?

Auf die Frage: „Wie stark interessierst du dich für Politik?“ antworteten 1.951 junge Menschen. 35 % von ihnen interessieren sich ’sehr stark‘ bzw. ’stark‘ für Politik. Immerhin 32 % geben an, ihr Interesse für Politik sei ‚mittel‘. Der 7. KJB verweist als Vergleich auch auf die Shell-Jugendstudie. Diese hat 2015 festgestellt, dass das politische Interesse junger Menschen seit 2002 wieder zunimmt. Damals bezeichneten sich bundesweit nur 30 % der Befragten als politisch interessiert, bei der Befragung für die 17. Shell-Jugendstudie waren es 41 %. Vergleichbare Zahlen aus Sachsen-Anhalt liegen leider nicht vor (Seite 98).

Unterschiedliche Altersgruppen wählen unterschiedlich. Dass dies so ist, erfährt man regelmäßig in den Nachwahl-betrachtungen ab 18:00 Uhr am Wahltag. Aber wie genau wählen eigentlich junge Menschen in Sachsen-Anhalt? Die Ergebnisse der 18- bis unter 27-Jährigen listet der 7. Kinder- und Jugendbericht des Landes auf Seite 74. Wir haben in der Grafik für euch diese Ergebnisse den Wahlergebnissen aller Wähler*innen gegenüber-gestellt. Auffällig ist: Junge Menschen wählen stärker B90/DIE GRÜNEN, die FDP und sonstige Parteien, dafür seltener CDU und AfD. Diese Tendenz spiegelt sich auch in der Beantwortung der Fragen nach der eigenen politischen Positionierung wider. In der Jugendbefragung zum 7. Kinder- und Jugendbericht gaben 41 % an, sich links zu verorten, 42 % der Befragten ordneten sich der politischen Mitte zu und 17 % bezeichnen sich als rechts (Seite 89).

Als Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. setzen wir uns seit langem für die Senkung des Wahlalters ein. Ziel ist es, jungen Menschen im Wortsinne eine Stimme zu geben und sie endlich an den wichtigsten Entscheidungen in unserer Demokratie teilhaben zu lassen. Wie junge Menschen wählen würden, wenn sie denn könnten, spiegeln zwei bundesweite Projekte der politischen Bildung wider, die regelmäßig zu den Wahlen stattfinden. Die Juniorwahl ist ein Projekt, welches sich an Schulen wendet. Die U18-Wahl ist insbesondere im außerschulischen Bereich angesiedelt. Die Ergebnisse zur Bundestagswahl haben wir für euch in der Grafik zusammengestellt. Die Ergebnisse der Juniorwahl findet ihr auch im 7. Kinder- und Jugendbericht auf Seite 75. Die Ergebnisse der U18-Wahl haben wir für euch ergänzt. 2017 haben bei den U18-Wahlen in Sachsen-Anhalt 4.739 Kinder und Jugendliche in 54 Wahllokalen ihre Stimme abgegeben (Quelle: https://www.facebook.com/wahlort/ Beitrag vom 22.09 2017).

„Wenn du an politische Ziele denkst, wie wichtig sind dir die folgenden Themen?“ So lautete die Frage in der Jugendbefragung, auf die 20 Antwort-vorschläge folgten.  Diese konnten dann von den teilneh-menden jungen Menschen als „sehr wichtig“, „eher wichtig“, „weder noch“, „weniger wichtig“, „nicht wichtig“ beurteilt werden. Außerdem gab es noch die Möglichkeit „kann ich nicht beurteilen“. Neben den vier Zielen, die wir euch in der Grafik vorstellen, gab es z. B. noch die Ziele „Unterschiede zwischen armen und reichen Menschen bekämpfen“ oder „ Zuwanderung stärker begrenzen“ (Seite 347). Für unsere Grafik haben wir die Ziele ausgewählt, die von den meisten Teilnehmenden als „sehr wichtig“ bzw. „eher wichtig“ beurteilt wurden.

Außerdem wurde im Rahmen der Jugendbefragung auch gefragt: „Wenn du in deinem Umfeld drei Dinge verändern könntest, welche wären das?“ Die Antworten stellt der 7. KJB leider nicht gebündelt da, sondern lässt diese immer wieder thematisch in den Bericht einfließen, z. B. zum Thema Medienkompetenz auf Seite 264 oder zu politischer Mitwirkung und Demokratie unter Seite 264. Tipp: Wenn euch die Antworten interessieren, einfach mal das Dokument nach „Wenn du in deinem Umfeld drei Dinge verändern könntest, welche wären das?“ durchsuchen, dann findet ihr die entsprechenden Stellen.

Den gesamten Bericht findet ihr unter: http://kjrlsa.de/7KJBLSA.

Den ersten Teil findet ihr hier.
Den zweiten Teil findet ihr hier.

VonJonas

Datenschutzerklärung für Bewerber*innen

Datenschutzerklärung für Bewerber*innen gem. Art. 13 DSGVO
Der KJR LSA möchte Sie darüber informieren, welche personenbezogenen Daten erhoben werden, bei wem sie erhoben werden und wofür diese Daten verwendet werden. Außerdem werden Sie über Ihre
Rechte in Datenschutzfragen in Kenntnis gesetzt und an wen Sie sich diesbezüglich wenden können.

  1. Verantwortlicher im Sinne der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist der Vorstand des
    KJR LSA. Fragen in datenschutzrechtlichen Angelegenheiten können Sie an den Geschäftsführer richten. Die entsprechenden Kontaktdaten lauten: Postanschrift: Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V., Schleinufer 14, 39104 Magdeburg. E-Mail: datenschutz@kjr-lsa.de. Hinweis: Diese E-Mail-Adresse bitte nicht für die Übersendung der Bewerbungsunterlagen verwenden!
  2. Erhebung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten
    Bei der Übersendung von Bewerbungsunterlagen per E-Mail werden die folgenden für das Bewerbungsverfahren erforderlichen Daten elektronisch erfasst und gespeichert:
    • Personendaten (Name, Vorname, Anschrift, Geburtsdatum)
    • Kommunikationsdaten (Telefonnr., Mobilfunknr., E-Mail-Adresse)
    • ggf. Behinderung aus Gründen der Gleichstellung
    • Daten zur Ausbildung und Weiterbildung
    • Daten zum bisherigen beruflichen Werdegang, Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse
    • Angaben zu sonstigen Qualifikationen
    • Datum der Bewerbung
    Bei einer Bewerbung per E-Mail werden auch die mitgesandten Unterlagen gespeichert.
    Evtl. Informationen über eine Schwerbehinderung werden im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erhoben und verarbeitet.
  3. Empfänger Ihre Daten ist ausschließlich der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. und die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.
  4. Dauer der Datenspeicherung: Die Daten werden grundsätzlich sechs Monate nach Abschluss des konkreten Bewerbungsverfahrens gelöscht. Dies gilt nicht, sofern gesetzliche Bestimmungen einer Löschung entgegenstehen, die weitere Speicherung zum Zwecke der Beweisführung
    erforderlich ist oder Sie einer längeren Speicherung ausdrücklich zugestimmt haben.
  5. Recht auf Auskunft, Widerruf und Löschung:
    Sie haben das Recht, jederzeit Auskunft zu verlangen über die zu Ihnen beim KJR LSA gespeicherten Daten sowie deren Herkunft, Empfängerinnen oder Kategorien von Empfängerinnen, an die diese weitergegeben werden, und den Zweck der Speicherung. Sie können der Nutzung Ihrer Daten für die vorgenannten Zwecke jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widersprechen sowie die Löschung Ihrer Daten verlangen. Dies führt allerdings zum Ausschluss
    aus dem Bewerbungsverfahren.