Aufgaben von Kinder- und Jugendringen

Das Aufgabenspektrum der Kinder- und Jugendringe ist breit gefächert. Wichtige bedingende Faktoren sind: die Aktivitäten und Schwerpunkte des ehrenamtlichen Vorstandes, die Mitgliederstruktur, das Vorhandensein von hauptamtlichem Personal und/oder einer Geschäftsstelle sowie der eigenen finanziellen Möglichkeiten.

Trotz aller Unterschiede lassen sich dennoch zentrale Aufgaben der Kinder- und Jugendringe benennen. Hierzu zählen:

  • die Interessenvertretung von und mit Kindern und Jugendlichen,
  • die Vernetzung und der Austausch,
  • die Unterstützung von Aus- und Weiterbildungen von ehren und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen sowie
  • die Beratung von Ehren- und Hauptamtlichen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind sowie z.T. von Kindern und Jugendlichen.

Interessenvertretung

Schwerpunkt der Arbeit der Kinder- und Jugendringe, auch in Sachsen-Anhalt, ist die politische Arbeit von und mit Kindern und Jugendlichen. Alle Kinder- und Jugendringe in Sachsen- Anhalt* geben an, mindestens in einem der drei Bereiche:

  • Vertretung im Jugendhilfeausschuss und/oder Unterausschuss Jugendhilfeplanung,
  • Lobbyarbeit und
  • Interessenvertretung aktiv zu sein.

Die aktive Interessenvertretung von und mit Kindern und Jugendlichen erfolgt z.B. durch:

  • Bündeln und Weiterleiten von Informationen,
  • Gremienarbeit, insb. Jugendhilfeausschuss und Unterausschuss Jugendhilfeplanung,
  • Hintergrundgespräche mit Politik und Verwaltung,
  • Verfassen und Vertreten von Positionen,
  • Öffentlichkeitsarbeit für Kinder und Jugendliche.

Vernetzung und Austausch
Eine gute Kooperation zwischen den Jugendverbänden und anderen Beteiligten in der Kinder- und Jugendhilfe ist wichtig, um eine kontinuierliche, qualitativ hochwertige Kinder- und Jugendarbeit sicherzustellen. Diese wichtige Aufgabe übernehmen vielfach die Kinder- und Jugendringe. Sie engagieren sich beispielsweise in der AG nach § 78 KJHG, der Jugendhilfeplanung, dem lokalen Netzwerk Kinderschutz und dem lokalen Bündnis für Familie.
Auch in Sachsen-Anhalt sind die Ringe in diesem Feld mehrheitlich aktiv. Aktivitäten bei Großveranstaltungen, Informationsbündelung und/oder die Vertretung in Gremien benennen.

Durch eine Vernetzung der Jugendverbände wird ein Forum für ständigen Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern des jeweiligen Rings geschaffen. So ist es möglich, Angebote und Projekte aufeinander abzustimmen und eine kontinuierliche Förderung und Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort zu gewährleisten. Durch die Bündelung der einzelnen Interessen ist zudem eine bessere Kooperation mit anderen Trägern der Kinder- und Jugendarbeit/ Kinder- und Jugendhilfe (Bildungsstätten, Jugendämter, Wohlfahrtsverbände etc.) möglich.

Aus- und Weiterbildung
Die Aus- und Weiterbildung von Ehren- und Hauptamtlichen ist für Jugendverbände selbstverständlich, um die Qualität der eigenen Arbeit abzusichern. Dort wo Aus- und Weiterbildungen nicht verbandsintern organisiert werden können, weil z.B. die Zielgruppe aufgrund sehr spezifischer Themen zu klein ist, werden sie oft über die Kinder- und Jugendringe organisiert.
In Sachsen-Anhalt übernehmen zudem zwei Kinder- und Jugendringe für ihren Landkreis die Verantwortung für das juleica-Antragsverfahren auf Kreisebene.

Beratung
Kinder- und Jugendringe beraten und geben Hilfestellung. Sie stehen beispielsweise bei der Beantragung der juleica, der Antragsstellung für Fördergelder oder bei der Initiierung von Projekten unterstützend zur Seite. Die Hilfestellung, die ein Ring leisten kann, ist in der Regel personengebunden. Themen könnten sein:

  • Beantragung von Fördermitteln vor Ort,
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
  • juleica-Aus- und Fortbildungen,
  • juleica-Onlineverfahren/juleica-Antrag,
  • Fachspezifische Aspekte wie: Kindeswohlgefährdung, Gendermainstreaming, Vereinsrecht,
  • Kooperation von Jugendhilfe und Schule.