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Gute Kommunale Jugendpolitik

Um eine zukunftsfähige kommunale Jugendpolitik zu fördern, veröffentlichte der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. im Vorfeld der Kommunalwahlen 2024 die Broschüre „Gute Kommunale Jugendpolitik für Sachsen-Anhalt“. Diese richtet sich an kommunale Entscheidungsträger*innen, Jugendpolitiker*innen, Akteur*innen der Kinder- und Jugendhilfe und weitere Interessierte und bietet eine klare Orientierung für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Jugendpolitik auf kommunaler Ebene.

Zentrale Grundsätze guter kommunaler Jugendpolitik

Mit dem Ziel, Sachsen-Anhalt zu einem Bundesland zu machen, in dem junge Menschen gut und gerne leben und aktiv mitgestalten können, stellt die Broschüre zentrale Grundsätze für eine gelungene kommunale Jugendpolitik vor. Diese umfassen unter anderem:

  • Einsatz für Demokratie und Menschlichkeit:
    Ein klares Bekenntnis zu Menschenrechten und Demokratie ist die Grundlage jeder Jugendpolitik. Alle Akteur*innen sollten aktiv für ein demokratisches Miteinander eintreten.
  • Beteiligung:
    Junge Menschen müssen bei allen Entscheidungen, die sie betreffen, auf Augenhöhe einbezogen werden. Dies setzt transparente, nachvollziehbare Verfahren sowie ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen voraus.
  • Planung:
    Im Rahmen von kommunalen Planungen, insbesondere bei der kommunalen Jugendhilfeplanung, ist es entscheidend, gute Jugendpolitik von Anfang an mitzudenken und entsprechende Beteiligungsinstrumente für junge Menschen sowie ihre Interessenvertretungen zu etablieren.
  • Mobilität ermöglichen und Digitalisierung gestalten:
    Jugendgerechte Infrastruktur bedeutet, dass junge Menschen mobil und digital vernetzt sein können. Ein gut ausgebauter, bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr ist ebenso wichtig wie der Zugang zu digitalen Technologien und Plattformen. Beides ermöglicht Teilhabe und eröffnet Chancen, unabhängig vom Wohnort aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
  • Unterstützung des Ehrenamts:
    Das ehrenamtliche Engagement junger Menschen ist unverzichtbar für eine lebendige Demokratie und starke Gemeinschaften. Es sollte durch Schulungen, finanzielle Unterstützung und öffentliche Anerkennung gefördert und stärker wertgeschätzt werden.
  • Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut:
    Kommunen spielen als Lebensort junger Menschen eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut, die als Querschnittsthema in kommunale Prozesse eingebunden werden müssen.
  • Unterstützung von Interessenvertretungen junger Menschen:
    Jugendverbände und Jugendringe spielen eine zentrale Rolle in der Interessenvertretung und der Mitgestaltung jugendgerechter Kommunen. Sie sind bedarfsgerecht zu fördern, als verlässliche Partner*innen anzusehen und bei allen wichtigen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen, einzubeziehen. Ihre Arbeit stärkt nicht nur die demokratische Partizipation, sondern auch die Vielfalt der Perspektiven in kommunalen Entscheidungsprozessen.
  • Qualitativ hochwertige und vielfältige Angebots- und Trägerlandschaft in der Kinder- und Jugendhilfe:
    Träger- und Angebotsvielfalt sind essenziell und erfordern eine langfristige, bedarfsgerechte Förderung.
  • Attraktivität der Kinder- und Jugendhilfe als Arbeitsfeld stärken:
    Eine gute kommunale Jugendpolitik setzt darauf, das Berufsfeld der Kinder- und Jugendhilfe langfristig attraktiver zu gestalten. Dies umfasst u. a. eine angemessene, tarifgerechte Bezahlung.