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Das war unsere Werkstatt Jugendarbeit 2025: Wissen, Austausch und Praxis

Mit unserem neuen Veranstaltungskonzept „Werkstatt Jugendarbeit: Wissen, Austausch und Praxis“ haben wir viele verschiedene Inhalte und Formate an zwei Tagen in der Jugendherberge Magdeburg gebündelt.
Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit konnten sich hier neues Wissen aneignen, Erfahrungen aus der Praxis kennenlernen und sich dazu austauschen.
Neben den inhaltlichen Programmpunkten konnten Buttons gestaltet werden, das Gesellschaftsspiel konnte ausprobiert werden, ein Spiel das zu Zeiten des Projektes Jugend Macht Zukunft entstanden ist.
Außerdem konnten sich die Teilnehmenden mit vielen nützlichen Merchartikeln für ihren Arbeitsalltag eindecken. Auch unsere Publikationen, Berichte und Stellungnahmen hatten wir zum Mitnehmen dabei.

 

Insgesamt fanden acht Workshops zu verschiedenen Themen sowie eine Gesprächsrunde mit den jugendpolitischen Sprecher*innen der Landtagsfraktionen statt. Im folgenden ein kleiner Rückblick zu den Programmpunkten.

Workshop: Gute Interessenvertretung junger Menschen: How to Lobbyarbeit

Der Workshop „Gute Interessenvertretung junger Menschen: How to Lobbyarbeit“ mit Referent Christian Brüninghoff, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Jugendringe in NRW, bot einen fundierten Einblick in wirksame Interessenvertretung durch Träger der Jugend- und Jugendverbandsarbeit. Im Impuls wurden u. a. politische Entscheidungswege beleuchtet und aufgezeigt, an welchen Stellen Lobbyarbeit ansetzen kann. Zudem wurde erläutert, wie Ziele und Maßnahmen einer Lobbystrategie konkret entwickelt werden. In Kleingruppen konnten die Teilnehmenden eigene Strategien skizzieren. Der Workshop verdeutlichte, wie Jugendarbeit ihre Expertise und Netzwerke nutzen kann, um die Interessen junger Menschen nachhaltig in politische Entscheidungen einzubringen – durch langfristige Beziehungspflege und eine klare Haltung: Wir bringen Lösungen ein, statt neue Probleme zu schaffen. 

Social-Media in der Jugendarbeit – Wie erreiche ich meine Zielgruppe

Im Workshop „Social Media in der Jugendarbeit“ haben wir uns angeschaut, wie Social Media in der Jugendverbandsarbeit genutzt werden kann, um junge Menschen direkt und authentisch zu erreichen. Dabei ging es darum, was guten Content ausmacht und wie wir Inhalte leicht verständlich und interessant vermitteln können – auch wenn wenig Zeit zur Verfügung steht. Im Workshop-Teil haben die Teilnehmenden eigene Videokonzepte zu Themen aus ihrem Arbeitsalltag entwickelt und erste Ideen gesammelt, wie sie diese später umsetzen können. 

Jugendgerechte Beteiligung – die Toolbox zum Jugendpolitischen Programm (JPP)

Mit „Sachsen-Anhalt, was geht?“ stellt der KJR eine Toolbox für Fachkräfte bereit, in der es darum geht: Was stört junge Menschen, wenn sie über ihren Alltag nachdenken? Wie stellen sie sich eine Zukunft in Sachsen-Anhalt vor? Im Workshop von Referent Felix Klein vom KJR lernten die Teilnehmenden die Toolbox kennen, wurden mit den grundlegenden Inhalten des JPP vertraut gemacht und in die Lage versetzt, mit der Toolbox und deiner Gruppe an Engagierten jugendpolitische Forderungen zu erarbeiten. Es wurde besprochen, was aus Sicht der TN daran verbessert werden kann, sodass Fachkräfte diese noch besser im Arbeitsalltag nutzen können. Diskutiert wurde bespielweise über jugendregerechtes Wording und eine barrierearme Gestaltung der Materialien.

Ehrenamt stärken – Wie kann dauerhaftes Engagement gefördert werden?

In unserem Workshop sind wir gemeinsam der Frage nachgegangen, was Engagement fördert oder hemmt und wie es aktuell vor Ort aussieht. Anschließend haben wir in einer Zukunftswerkstatt visioniert: Wie muss Ehrenamt gestaltet sein, damit es Menschen sofort begeistert? Welche Strukturen schaffen langfristig Freude? Und wie entsteht eine Gemeinschaft, die neue Mitglieder anzieht?
Aus vielen kreativen Ideen wurden zwei Favoriten gewählt: eine starke Willkommenskultur und gelebte Wertschätzung. Zum Abschluss sammelten wir konkrete Wünsche und Ansätze, wie der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt diese Bereiche künftig unterstützen kann – inklusive Ideen für passende Materialien.
Gemeinsam gestalten wir ein Ehrenamt, das verbindet, motiviert und begeistert!
Den Workshop führten die Referentin Karoline Drebenstedt vom KJR und Paul Fischer von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt durch.

Gesprächsrunde „Sachsen-Anhalt, was geht noch?! – Wie weiter mit dem Jugendpolitischen Programm?“

5 Jahre Jugendpolitisches Programm: In einer Gesprächsrunde wurde der Frage nachgegangen: Sachsen-Anhalt, was geht noch? Im Mittelpunkt stand ein Rückblick auf die bisherigen Ergebnisse dieses  jugendpolitischen Instruments. Gemeinsam mit den jugendpolitischen Sprecherinnen der Landtagsfraktionen:
Tim Teßmann (CDU), Katrin Gensecke (SPD), Nicole Anger (Die Linke), Konstantin Pott (FDP) und Susan Sziborra-Seidlitz (Die Grünen), sowie mit Interessensvertreter*innen der Jugendverbände wurde erörtert, inwiefern das Jugendpolitische Programm die Jugendbeteiligung im Land stärken konnte. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht, Erfolge benannt und bestehende Herausforderungen besprochen. Die Gesprächsrunde machte deutlich, welche Impulse das JPP gesetzt hat und an welchen Stellen weiterer Handlungsbedarf besteht, um junge Menschen nachhaltig in politische Prozesse einzubinden.

Was tun bei rechtsextremer Einflussname? – Erfahrungsaustausch und Handlungsstrategien

Der Rechtsextremismus in Deutschland nimmt zu und rechtsextreme Akteure versuchen verstärkt, die Grundlagen unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft zu untergraben. Dabei geraten zunehmend auch Träger der Jugend- und Jugendverbandsarbeit unter Druck. Im Workshop wurden Strategien rechtsextremer Einflussnahme beleuchtet sowie praxisnahe Handlungsansätze vorgestellt und gemeinsam diskutiert. 

Ein zentrales Thema war unter anderem der Mythos des sogenannten Neutralitätsgebots: Jugendarbeit hat – entgegen den Behauptungen rechtsextremer Akteure – das Recht, sich politisch zu positionieren und selbst zu entscheiden, welche Parteien sie zu Veranstaltungen einlädt oder einbezieht. Außerdem wurde hervorgehoben, wie wichtig es ist, innerhalb der eigenen Organisation eine klare Haltung zu entwickeln und diese verbindlich in Leitbildern, Satzungen und Beschlüssen zu verankern. Auch die Verantwortung der Träger wurde betont: So darf die Jugendleiter*in-Card (Juleica) beispielsweise nicht an Personen ausgestellt werden, die offen mit rechtsextremen Positionen sympathisieren.

Vom Antrag bis zum Verwendungsnachweis – landesweite Förderung der Jugendarbeit

Die Richtlinie „Jugendarbeit“ regelte die Finanzierung der landesweiten Jugendverbands- und Jugendbildungsarbeit und stand im Mittelpunkt des Workshops von Johannes Walter, Geschäftsführer des KJR. Vor dem Hintergrund der aktuellen Änderungen im Jahr 2024 sowie durch den regelmäßigen Einstieg neuer Kolleg*innen ins Feld bot sich eine gute Gelegenheit zur gemeinsamen Orientierung. Besonders für Teilnehmende, die  bislang wenig Berührung mit Fördermitteln hatten oder ihr Wissen auffrischen wollten, erwies sich das Format als sehr hilfreich. Alle Beteiligten tauschten sich engagiert aus, teilten Erfahrungen und konnten Fragen stellen.

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Inklusion rockt! Gemeinsam Jugendverbände barrierefrei gestalten

Im Workshop mit dem Kompetenzzentrum Inklusive Bildung Sachsen-Anhalt haben wir gemeinsam gelernt, was Inklusion bedeutet. Wir haben ausprobiert, wie sich verschiedene körperliche Einschränkungen anfühlen. Dafür gab es zum Beispiel Simulations-Brillen, Gehörschutz, dicke Handschuhe, einen Rollstuhl, Gehhilfen und Gewichte für die Beine. Die Teilnehmer*innen haben konkrete Hindernisse kennengelernt. Sie haben erlebt, wie unterschiedlich Teilhabe ist, wenn Angebote, Räume oder Abläufe nicht inklusiv gestaltet sind.
Die Referent*innen vom Kompetenzzentrum Inklusive Bildung Sachsen-Anhalt haben eigene Erfahrungen geteilt. In Übungen und Gruppenarbeiten haben wir Ideen gesammelt, wie Jugendarbeit für alle möglich wird. Gemeinsam haben wir Barrieren erkannt und überlegt, wie wir sie abbauen können.

Fail forward - Wie eine positive Fehlerkultur die Jugendarbeit stärkt

Im Workshop zur Fehlerkultur von Sweta Moser von der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Sachsen setzten sich die Fachkräfte der Jugendverbandsarbeit intensiv mit Erwartungen, Bedürfnissen und Schamprozessen auseinander. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis wurde deutlich, dass vermeintliche Fehler oft nur unerfüllte Erwartungen sind – eigene oder fremde. Methoden aus der Gewaltfreien Kommunikation halfen, dahinterliegende Bedürfnisse sichtbar zu machen. In Kleingruppen wurden persönliche Erlebnisse reflektiert und in Lernchancen verwandelt. Der Workshop zeigte eindrücklich: Fehler sind Teil von Lernprozessen, stärken Authentizität und eröffnen Wege zu einer wertschätzenden Organisationskultur. Fail forward!

Im nächsten Jahr veranstalten wir wieder eine Werkstatt Jugendarbeit für euch.
Save the Date: 18. und 19. November 2026
Infos zur Anmeldung folgen im Frühjahr 2026.