Jugendpolitischer Stammtisch vom 17. Februar 2009
"Umgang mit Fachkräften im und durch das Land Sachsen-Anhalt – Fehlende Wertschätzung durch nicht angemessene Bezahlung und fehlende Perspektiven für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe verstärkt Abwanderung der qualifizierten (Sozial-) Pädagog/innen"
Kinder und Jugendliche werden aufgrund des Demografischen Wandels mehr und mehr zu einer gesellschaftlichen Minderheit, umso wichtiger ist die Sicherstellung ihrer Bildung und Erziehung im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft durch qualifizierte und motivierte Fachkräfte. Hinzu kommt, dass die Kinder- und Jugendhilfe immer wichtiger als so genannter weicher Standortfaktor für das Land Sachsen-Anhalt wird – nicht nur im Bereich Kindertagesstätten.
Es ist ein Trugschluss, den Rückgang der Anzahl der Kinder- und Jugendlichen in der Gesellschaft mit Einsparungsmöglichkeiten an Fachkräften gleichsetzen zu können. Das soziale Klima wird mehr und mehr durch schwierige Problemlagen geprägt, die einen steigenden qualitativen Anspruch an die Kinder- und Jugendarbeit stellen. Die Ansprüche an und Belastungen von Fachkräften potenzieren sich. Eine hochwertige (akademische) Ausbildung, um sich mit den pluralen Bedürfnissen der Zielgruppe auseinanderzusetzen, ist daher unerlässlich und besonders in Ostdeutschland vorhanden.
Dem entgegen steht eine sinkende Wertschätzung der von Fachkräften geleisteten Arbeit – vor allem im Rahmen der Entlohnung und der beruflichen Perspektiven. (Sozial)Pädagog/inn/en haben beispielsweise im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ein bis zu 50% geringeres Anfangsgehalt. Hinzu kommt, dass die Bezahlung von Fachkräften in diesem Bereich zukünftig noch verstärkter darüber entscheiden wird, ob sich ausreichend junge Menschen für dieses Tätigkeitsfeld entscheiden. Ein Großteil derjenigen, die dennoch diesen Berufszweig wählen, wandert oftmals ab in Regionen mit höherer Wertschätzung und dementsprechend finanzieller Berücksichtigung.
